Fettexplosion und Gefahr durch Spraydosen: Löschtraining für die Realschule Schenkensee

Die Klasse 8a der Realschule Schenkensee hat mit ihrer Lehrerin Diana Lerch die Feuerwache Ost in Hall besucht. Die Schüler bekamen ein Löschtraining und sahen, was bei einer Fettexplosion passiert.

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Etwa 360 Einsätze hat die Haller Feuerwehr im Jahr. Sechs Wochen dauert die Grundausbildung. Diese und andere Informationen gab Kathrin Berger uns, den Schülern der Klasse 8a der Realschule Schenkensee.

Der erste Eindruck von der Feuerwache Ost: das Gebäude ist gepflegt und modern. Kein Wunder: Die Wache wurde erst 2014 eröffnet. Dazu war es sehr sauber und in den Gängen stand nichts herum, weil die Feuerwehrleute sonst darüber stolpern könnten. Wenn ein Einsatz ist, muss es schnell gehen.

Früher gab es nur eine Feuerwache in der Stadtmitte. Doch im April 2014 wurde die alte Feuerwache in eine Feuerwache Ost und eine Wache West aufgeteilt. So soll sichergestellt werden, dass die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort ist. Die Feuerwache im Osten ist größer als die im Westen, die längere Drehleiter mit 30 Metern befindet sich aber wegen der Bebauung im Westen. Beide Wehren sind freiwillig. Insgesamt hat die Feuerwache Ost 136 Feuerwehrleute, davon sind 8 vollzeitbeschäftigt. Das heißt, sie arbeiten als Bürokauffrau oder Fahrzeugwart. Die freiwilligen Feuerwehrleute dagegen haben einen normalen Job, aber wenn ein Einsatz über den Piepser gemeldet wird, müssen sie anrücken.

Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, das heißt, sie muss dafür sorgen, dass eine Feuerwehr vorhanden ist. Zur Not können Männer und Frauen auch verpflichtet werden. Außerdem muss die Gemeinde die Feuerwehr finanzieren. Eine Ausrüstung mit Helm kostet 1200 Euro, ein Feuerwehrauto 300000 Euro, eine Drehleiter so viel wie ein Einfamilienhaus.

Die Autos haben kein Navigationssystem, aber in der Regel kennen sich die Feuerwehrmänner und -frauen im Umkreis sehr gut aus. Ansonsten bekommen sie Anweisungen von der Leitstelle über Funk.

Ein Auto wiegt drei bis sieben Tonnen, deshalb braucht man einen speziellen Führerschein. Im Auto befinden sich viele Schläuche mit etwa 30 Metern Länge. Außerdem noch ein Tank für 1200 bis 1600 Liter Wasser, falls kein Hydrant in der Nähe ist. Zudem sind viele weitere Geräte und Hilfsmittel geladen. Wir durften uns in ein Feuerwehrauto setzen: Drinnen war es für uns nicht eng, aber wir denken, dass die Feuerwehrleute in voller Montur und den aufgesetzten Atemschutzmasken wenig Platz haben.

In den Streckendurchgang kommen alle Atemschutzträger einmal im Jahr, um ihre Fitness zu testen. Wir taten das auch - allerdings ohne Nebel, Hitze und Feuerwehrmontur. Wir mussten einen zweistöckigen Hindernislauf bewältigen, der die Bedingungen in einem echten Hausbrand nachstellen soll.

Die Hindernisse waren Türen, Tunnel und Engstellen, durch die die Männer mit der Ausrüstung schwer durchpassen. Wenn wir uns beeilten, konnten wir ihn in einer Minute schaffen. Aber dennoch war der Parcours anstrengend. Wie ist das erst mit schwerer Ausrüstung? Beim Streckendurchgang müssen die Feuerwehrleute einen Helm, feuerfeste Spezialanzüge, eine Gasflasche, die mit Atemluft gefüllt ist, feuerfeste Schuhe und eine Atemluftschutzmaske tragen.

Ein weiterer Höhepunkt: unser Löschtraining. Feuerlöscher sind mit Wasser, Pulver oder CO2 gefüllt. Es gibt wiederaufladbare Feuerlöscher und auch solche, die man nur einmal benutzen kann. Auf Feuerlöschern sind die Buchstaben A, B oder C abgebildet. Diese bedeuten, für welche Materialien man den Feuerlöscher benutzen sollte. A steht zum Beispiel für brennbare feste Stoffe und B für Flüssigkeiten. Jeder Feuerlöscher sollte alle zwei Jahre ausgetauscht werden.

Feuerwehrmann Volker Dietle zeigte uns, was passiert, wenn man Wasser in heißes Fett gießt. Wir haben vorher nicht gewusst, dass die Stichflamme so groß wird. Wir mussten vorher auch einige Schritte zurückgehen - jetzt wissen wir, warum.

Außerdem hat er uns gezeigt, was passiert, wenn man Spraydosen (etwa Deo oder Haarspray) in den Müll wirft und diese dann anfangen zu brennen. Obwohl nur noch wenig Gas enthalten ist, explodieren sie mit einem lauten Knall. Als letztes durften wir selbst einen brennenden Papierkorb mit einem Feuerlöscher löschen. Im Ernstfall wissen wir nun, wie wir einen Feuerlöscher bedienen müssen.

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