FDP zeigt sich eng geschlossen

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    „Mister 100 Prozent der FDP“: Stephen Brauer. Foto: 
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Der Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag wirkt auf die Liberalen im Kreis Schwäbisch Hall wie eine Frischzellenkur. 26 der 110 Mitglieder kommen am Donnerstagabend in den Goldenen Adler zur Kreismitgliederversammlung nach Schwäbisch Hall. Die Partei gibt sich mit sich selbst zufrieden, strahlt Harmonie aus und zeigt bei den Wahlen, dass zwischen Basis und Vorstand kein Blatt passt.

Kreisvorsitzender Stephen Brauer aus Crailsheim, er führt den Kreisverband seit dem Jahr 2009, bekommt 26 Ja-Stimmen, sein Stellvertreter, der Landtagsabgeordnete Friedrich Bullinger aus Rot am See, ebenfalls. Nur Thomas Thieme aus Schwäbisch Hall muss bei der Stellvertreterwahl eine Nein-Stimme verkraften. Brauer spricht von einem „sozialistischen Ergebnis“.

Ganz einheitlich, sprich mit 100 Prozent Zustimmung, gehen die Beisitzerwahlen aus. Ralf Beutel (Crailsheim), Thomas Preisendanz (Schwäbisch Hall), Daniel Bullinger (Oberrot), Ale­xander Flint (Mainhardt), Anna Reichelt (Hall) und Lorenzo Torielli (Vellberg) erhalten alle 26-mal ein Ja. Schatzmeister bleibt Peter Friedrich aus Gaildorf.

Stühle reichen kaum aus

„Ist der Raum kleiner geworden oder sind wir mehr“, flachst Stephen Brauer angesichts der Tatsache, dass die Stühle kaum reichen. Und gibt die Antwort selbst. „Die Partei wächst.“ Dem Erfolg bei der Bundestagswahl am 24. September sei fast alles untergeordnet worden. Brauer bedankt sich bei denen, die Plakate geklebt und an Infoständen und bei Bekannten für die Liberalen geworben hätten. Er spricht von einem Super-Wahlkampf.

Den jungen Kandidaten Valentin Abel nennt Brauer einen „Glücksgriff“, der die Dreifachbelastung „neu im Job, neu als Vorsitzender der Jungliberalen im Land und neu als Bundestagskandidat“ sehr gut überstanden habe. Highlights im Wahlkampf seien die Auftritte der Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff und Michael Theurer gewesen.

„Ich hoffe, dass Theurer bei der Ämtervergabe nicht übergangen wird“, so Brauer. Gott füge die Partner in einer Ehe zusammen. Die Kanzlerin müsse zusammenführen, was eigentlich nicht zusammengehöre. In der Landwirtschaftspolitik lägen Welten zwischen FDP, CDU und Grünen. Die Chance auf ein schwarz-gelb-grünes Bündnis beziffert er auf 50 Prozent. Brauer hofft, dass die Zahl der Mitglieder im Kreisverband „immer über 100 bleibt“. Er will mit Veranstaltungen auch in die Ortsvereine gehen und den Neujahrsempfang der FPD am 6. Januar sowie die Aschermittwochsveranstaltungen besser bewerben.

Eine Pause zwischen den vielen Wahlgängen nutzt Friedrich Bullinger um mitzuteilen, dass er seine Aufgabe in der Zeit der außerparlamentarischen Opposition, die Koordination der Bereiche Landwirtschaft und ländlicher Raum, abgibt. Es sei in den vergangenen vier Jahren schwer gewesen, Gehör zu finden. In der jetzigen Bundestagsfraktion gebe es gute Praktiker in der Landwirtschaft.

CSU „völlig durcheinander“

Bei den Jamaika-Gesprächen sieht Bullinger Gefahren durch Ideologen bei den Grünen, aber auch durch die CSU, die „völlig durcheinander“ sei. Richtig sei die Mitgliederbefragung der FDP zu einer Regierungsbeteiligung. Noftalls müsse man in die Opposition gehen. Jedenfalls dürften sich die Liberalen nicht über den Tisch ziehen lassen. „Einmal sind wir auferstanden. Aber eine zweite Auferstehung wird der Wähler nicht zulassen.“

Auch auf den Wolf kommt Bullinger zu sprechen. „150 Jahre haben wir auf den Wolf verzichten müssen – und das war gut so“, führt er aus. Das Raubtier könne zu einem „Riesenproblem an Kocher, Jagst und Tauber werden“. Erfahrungen aus Brandenburg zeigten, dass diese ganz anders seien, als sie von „Wolfsromantikern“ beschrieben würden. Wölfe hätten auch in Baden-Württemberg Schafe und Ziegen gerissen.

Acht Wahlvorgänge  mussten Michel Schenk (Kreisvorsitzender aus Hohenlohe) und Günter Gropper (Schwäbisch Hall) auszählen. Die Delegierten zum Landesparteitag sind: Stephen Brauer, Friedrich Bullinger, Daniel Bullinger, Diet­rich Böltz, Walter Döring, Alexander Flint, Thomas Thieme und Samira Flint. Die Ersatzdelgierten heißen Georg Kania, Peter Kraft, Frank Momber, Alda Brauer, Ralf Beutel, Oliver Kothen und Wolfgang Fahr.

Zum Landeshauptausschuss fahren Friedrich Bullinger und Stephen Brauer. Ersatzdelegierte: Thomas Thieme und Daniel Bullinger. kor

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