Liederkranz Ilshofen: Es fehlen noch Männer

Der Liederkranz Ilshofen feiert dieses Jahr das 30-jährige Bestehen des Gemischten Chores und nächstes Jahr das 175-jährige Jubiläum des Vereins.

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    Der gemischte Chor des Liederkranzes Ilshofen beim letztjährigen Adventskonzert. Privatfotos Foto: 
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    Karl-Heinz Wüstner engagiert sich seit 28 Jahren in der Vereinsleitung. Foto: 
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Der Liederkranz Ilshofen feiert 2018 sein 175-jähriges Jubiläum. Bereits  heuer begeht der gemischte Chor sein 30-jähriges Bestehen. Der im Jahr 1843 gegründete Chor gehört zu den ältesten Gesangvereinen im Kreis. Wie können traditionelle Chöre attraktiv bleiben? Dazu gibt Karl-Heinz Wüstner, Mitglied im Vorstandsteam, stellvertretend für die verhinderte Vorsitzende Christa Schüler  Auskunft.

 Wie wollen Sie feiern?

Zum Feiern gehören drei Dinge: Das Singen, die Geselligkeit und der Dank des Vereins. Wir werden also ein Konzert in der Ilshofener Stadthalle geben, das am 28. Oktober stattfinden wird. Für Ende Juni ist ein dreitägiger Ausflug geplant – gewissermaßen für jedes Jahrzehnt ein Tag. Für das Konzert haben wir einen Projektchor ins Leben gerufen.

 Was versprechen Sie sich von dem Projektchor?

Es ist klar, dass wir in einer anderen Zeit leben als noch vor einigen Jahrzehnten. Das Traditionsbewusstsein, einen Verein für viele Jahre, ja vielleicht ein ganzes Leben lang zu unterstützen, ist heute nicht mehr zu erwarten. Unsere Gesellschaft hat sich geändert und entsprechend müssen sich die Vereine neu ausrichten. Sänger kann man nur gewinnen, wenn das Singen um seiner selbst willen im Mittelpunkt steht. Das geht wohl nur mit der Befreiung von rigiden Vorgaben, mit attraktivem Liedgut und mit dynamisch agierenden Chorleiterinnen oder Chorleitern. Also versprechen wir uns im Projektchor ein gelöstes und lockeres Auftreten, frei von vereinstechnischen Zwängen, den Zulauf von jüngeren Sängerinnen und Sängern und ein flottes Repertoire.

Worin unterscheidet sich das Repertoire?

Das Repertoire soll sich darin unterscheiden, dass zeitgemäße Weisen, von der Melodie, die man täglich im Radio hört, über Schlager, bis zum Evergreen oder bekannte Musicalmelodien miteinander kombiniert werden. Doch darf man nicht gänzlich auf traditionelles deutsches Liedgut verzichten.

Das heißt konkret? Nennen Sie doch einige Titel, die im Projektchor gesungen werden.

Etwa der lateinamerikanische Song „Guantanamera“ oder das afrikanische Lied „Siyahamba“ oder auch Lieder von Udo Jürgens wie „Ich war noch niemals in New York“ oder  Peter Maffays „Über sieben Brücken musst du gehn“.

Wer kam alles zum Projektchor?

Dem Aufruf folgten etwa 20 sehr engagierte Sängerinnen und Sänger. Zumeist gehören  diese einer Altersgruppe an, die sich zu den Probenabenden keinen familiären Pflichten mehr unterwerfen muss. Grob können wir von einer Altersspanne zwischen 30 und etwa 70 Jahren ausgehen. Die ganz Jungen blieben aus. Diese werden wohl durch Ausbildung, Studium oder Berufsanforderungen daran gehindert, regelmäßig zum Singen zu kommen. Leider fehlen noch Männer. Schön ist, dass Sängerinnen unterschiedlichen nationalen Ursprungs zu uns gefunden haben.

Welche Vorteile haben die Sänger im Projektchor?

Die Sängerinnen und Sänger verpflichten sich nicht, dauerhaft dem Verein anzugehören. Sie brauchen auch keinen Mitgliederbeitrag zur Finanzierung der Chorleiterin zu zahlen – das übernimmt der Liederkranz – und sie brauchen auch keine Arbeitseinsätze zu bringen.

Wie sieht das Miteinander bei beiden Chören aus?

Der Umgang ist gut, schließlich verfolgen wir gemeinsame Ziele und jeder ist getragen vom Geist der Musik. Da ist Entspannung angesagt. Natürlich kann man sich nach dem Singen noch zusammensetzen zum Gedankenaustausch oder um die strapazierte Kehle zu befeuchten. An gemeinsamen Unternehmungen gibt es organisierte Wanderungen und Ausflüge, Chorfreizeiten und ein Jahresessen. Für jeden ist etwas dabei.

Was bedeutet Ihnen das Singen?

Wenn ich singe, vergesse ich den Stress des Alltags, die Anspannung weicht.  Gesang bringt Körper, Geist und Seele in Einklang. Und Singen fördert den Gemeinsinn, wenn Lieder eingeübt werden, auf ein gemeinsames Ziel,  auf eine Aufführung hingearbeitet wird.  Jeder bringt sich nach besten Kräften ein, hat Freude an der Musik und wenn ein Auftritt gelungen ist, einem Anerkennung widerfährt, dann sind alle glücklich. Singen ist rundum ein Gewinn.

Nächstes Jahr steht das 175-jährige Bestehen an. Was plant der Verein für dieses große Jubiläum?

Maßgebend sind hier die drei „G“: Geschichte, Geselligkeit und Gesang. Es gibt eine Vielzahl von Ideen, wie richtig gut gefeiert werden kann. Diese müssen noch auf ihre Machbarkeit überprüft werden.

Der gemischte Chor im Liederkranz   hat derzeit 20 Mitglieder. Vor 20 Jahren zählte der Chor noch gut 50 Sängerinnen und Sänger. Der Altersdurchschnitt liege bei etwa 55 Jahren. Chorleiter ist Rainer Ellinger. Die Singstunden sind dienstags von 20 bis 22 Uhr im Musiksaal der Ilshofener Hermann-Merz-Schule.

Im  Projektchor  singen  zirka 20 Menschen mit – Mitglieder aus dem gemischten Chor sowie frühere Chormitglieder und wenige Neulinge. Er wird geleitet von Elvira  Kugler. Die nächste Singstunde  ist am Donnerstag, 16. Februar. Der Chor trifft sich alle zwei Wochen, immer donnerstags von 20 bis 22 Uhr im Musiksaal der Hermann-Merz-Schule. Interessierte können bei beiden Chören unverbindlich reinschnuppern. Auskunft gibt Christa Schüler, 07904 / 8899.

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