Erstmals Frau im Vorstand

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Mit Ursula Blumenstock als Geschäftsführerin gibt es beim Haller Waldbauverein erstmals eine Frau im Gremium. Ihr Vorgänger Georg Kiesel aus Bühlerzell wurde zum neuen Vorsitzenden des rund 800 Mitglieder starken Waldbauvereins gewählt. Der bisherige Vorsitzende, Martin Stümpfig, konnte nach acht Jahren aufgrund der in der Satzung festgeschriebenen Altersgrenze nicht mehr wiedergewählt werden. Stümpfig bleibt als Chef der FBG (Forstbetriebsgemeinschaft) dem Waldbauernvorstand dennoch erhalten.  Alle Vorstandswahlen wurden per Akklamation einstimmig entschieden.

Einstimmigkeit, Zusammenhalt, das mahnte auch der Geschäftsführer der Forstkammer Jerg Hilt in seinem Grußwort an. Angesichts der kommenden Veränderungen dürften sich die privaten Waldbesitzer nicht durch die Politik auseinanderdividieren lassen.

Waldbauvereine unverzichtbar

FBGs und Waldbauvereine seien als politische Gemeinschaft und Sprachrohr gegenüber der oft von Urbanität geprägten europäischen, aber auch der Bundespolitik dringend vonnöten. Eine Zerschlagung dieser Strukturen aus politischen wie wirtschaftlichen Gründen wäre eine katastrophale Entwicklung, so Hilt. In die gleiche Kerbe hieb auch Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Niemann, einzige parteipolitische Vertreterin bei der Jahresversammlung  der Haller Waldbauern. Sie begrenzte ihre Anmerkungen zur politischen Lage allerdings nicht auf Europa. „Wir leben in einer komplexen Welt, in der es keine einfachen populistischen Lösungen gibt, sondern in einer Welt, in der man immer darum kämpfen muss.“ Das betreffe nicht nur die politische Form, die Demokratie an sich, sondern auch die Inhalte, politische, wirtschaftliche oder naturgeschaffene Probleme und wie man damit untereinander umgehe. Etwa das Thema Klimawandel. Das Konzept der Nachhaltigkeit, heute in vielen Bereichen von Politik und Wirtschaft angestrebtes Ziel, stamme ursprünglich aus der Waldwirtschaft. „Darauf können wir in einem Bundesland, dessen Gesamtfläche zu 40 Prozent oder 1,4 Millionen Hektar von Wald bedeckt ist, stolz sein“, so Niemann. Die Pflege des Waldes sei bei den Themen Umwelt, Klimawandel und Lebensraum eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Herausforderung Klimawandel

Woran diese Gesellschaft zu arbeiten hat, zeigte Oberforstrat Manuel Braunger anhand vieler Diagramme.  So waren die vergangenen Jahrzehnte zunehmend zu warm – 2015 lag der Raum Schwäbisch Hall mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5 Grad  mehr als 2 Grad, das Jahr 2016 mit durchschnittlich 9,7 Grad um etwa 1,3 Grad über dem langjährigen Temperaturmittel. Und es war zu trocken. 2015 gab es in neun Monaten, 2016 in sechs Monaten viel zu geringe Niederschläge. Im Wald wirke sich dies auch deutlich auf den Schädlingsbefall aus: Eschentriebsterben und Insektenbefall seien auf dem Vormarsch. Dazu komme für den Wald eine weitere Belastung: die zunehmende freizeitliche Nutzung durch die eher urbane Bevölkerung.

Info Text

Der neue Vorstand beim Schwäbisch Haller Waldbauverein:

 

Vorsitzender

Georg Kiesel aus Bühlerzell

Stellvertreter

Volker Frank aus Untermünkheim

Matthias Schmidt aus Hausen

Frank Reber aus Weiler

Ausschussmitglieder (gewählt)

Eberhard Krauß aus Sulzdorf

Friedrich Laukenmann aus Eschenau

Michael Seeger aus Rappoldshofen

Frank Günzel aus Steinenbühl

Ausschussmitglieder (Kraft Amtes)

Ursula Blumenstock aus Unterfischach

Viktor Engel aus Schönbronn

Martin Stümpfig aus Hohenstadt

Helmut Merz aus Blindheim

 

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