Erster Schritt zur Freibadsanierung

Ob und wie das Becken des Mainhardter Mineralfreibades gerichtet wird, steht noch nicht fest. Um aber möglicherweise Fördergelder zu bekommen, will der Gemeinderat wissen, wie viel das kosten würde.

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Beim Freibad-Jubiläum im vergangenen Jahr hat es auch Schnupperkurse im Gerätetauchen gegeben. Stammkunden wissen das Angebot in Mainhardt zu schätzen. Allerdings ist das Becken in die Jahre gekommen.  Foto: 

Bis jetzt wurde viel geredet, aber noch nichts beschlossen. Will man - nachdem man in die Umkleidekabinen investiert hatte - auch das Becken sanieren? Bisher schwebten, wie Bürgermeister Damian Komor in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, auch nur grobe Kostenschätzungen durch den Raum. "Man hat immer von zwei Millionen Euro gesprochen, ohne das genauer zu wissen", sagte der Schultes.

Bisher war ziemlich klar, warum die Kommune eher zögerlich an das Projekt gegangen war: Mainhardt hätte sämtliche Kosten dafür aus dem Gemeindesäckel berappen müssen. Nun gebe es laut Komor eine Chance auf einen Zuschuss: Laut der neuen Richtlinie des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) sei Unterstützung bei der Modernisierung und dem Umbau von Freibädern nicht mehr explizit ausgeschlossen. "Diese Gelegenheit möchte die Gemeinde nutzen und im September 2015 einen ELR-Antrag stellen", stand in der Vorlage zur Gemeinderatssitzung.

Der Antrag muss allerdings mit Zahlen hinterlegt sein. Grobe Schätzungen zählen nicht. Ein Ausschuss des Gemeinderates hatte sich drei Planungsbüros angesehen, aus zweien konnte das Gesamtgremium noch wählen. Die Nase vorne hatte dabei - was die Erfahrung und die Kosten angeht - die Firma Richter + Rausenberger aus Gerlingen, die für 100428,74 Euro das Projekt bis zur Genehmigungsplanung vorantreiben und damit auch die Kosten aufstellen wird.

Es gebe noch Entscheidungen zu treffen, ob man ein Becken aus Edelstahl oder teilweise beziehungsweise komplett mit einer Folie arbeiten möchte. Auch der Zugang spiele ein Rolle und ob man das Springen ermöglichen will, was einen erhöhten Beckenrand verlange. "An die Detailplanung sollten wir zügig rangehen, damit wir früh wissen, was wir wollen", so der Schultes.

"Wenn wir das jetzt machen, dann ist der Weg vorbestimmt", sagte Gemeinderat Bernhard Schweizer. Man habe ja schon Geld in die Gebäude gesteckt. "Wenn wir nicht sanieren wollen, sollten wir auch keinen Planungsauftrag erteilen", meinte Schweizer.

Komor sah das etwas anders: "Immer gab es die Frage, was die Sanierung kostet und wie wir das finanzieren können", sagte er. Der Auftrag des Rats an die Verwaltung sei es gewesen, zu überprüfen, woher Geld kommen könne. "Bis jetzt war die Antwort: Nirgend woher. Jetzt gibt es das ELR. Um an das Geld zu kommen, brauchen wir die Pläne", machte der Bürgermeister deutlich. Die Verwaltung könne die Kostenaufstellung nicht leisten. "Wenn die Zuschüsse vom ELR abgelehnt werden, kann es auch sein, dass man zwei oder drei Jahre warten muss. Oder wir müssen dann sehen, was wir machen. Anders können wir aber nicht abklären, ob ELR-Gelder fließen", so Komor.

"Ich verspreche mir nicht viel vom ELR", gab Gemeinderat Walter Mack zu. Am Ende werde man alleine da stehen. Klar sei, wenn man das Bad erhalten wolle, es auch sanieren müsse. "Wir müssen jetzt die 100.000 Euro in die Hand nehmen. Dann können wir immer noch den Stecker ziehen", meinte er.

"Jetzt kommt die Planung. Und dann werden wir weiter sehen", so Mack. Jetzt seien auch die Rücklagen für eine mögliche Sanierung da. "Aber wie ist das in drei Jahren?", fragte er. Am Ende beschloss das Gremium einstimmig, den Planungsauftrag zu erteilen.

Mineralfreibad Mainhardt

Becken Schon die Römer sollen die im heutigen Ortsteil Baad entspringende Mineralquelle entdeckt haben. Mainhardt war bereits im Mittelalter als Badeort bekannt. 1964 baute die Gemeinde das Mineralfreibad für 500.000 Mark nur 100 Meter von der Quelle entfernt. Das Schwimmbecken ist 16,33 auf 50 Meter, das Sprungbecken 10 auf 14 Meter groß. Im letzten Jahr feierten die Kommune und die örtliche Gruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft das 50-jährige Jubiläum.

FÄR

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