Erst warm getönt, dann aufgestachelt im Ausdruck

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Auftritt des Horntrios im Neubau-Saal: (von links) Laurent Albrecht Breuninger, Thomas Duis und Sibylle Mahni.  Foto: 

Das von der Haller Konzertgemeinde in den Neubau-Saal eingeladene Horntrio hat am Freitagabend Ausdrucksextreme ausgelotet. Im Mittelpunkt stand die Horntriokomposition von Johannes Brahms. Das Publikum spendete am Ende begeisterten Beifall.

Gesanglich schön und warm getönt wurde von den Musikern der Eingangssatz des Es-Dur-Trios ausgebreitet. Das gefühlvolle Ineinandergreifen der Stimmen zeigte ein gut abgestimmtes Ensemblespiel.

Aufgestachelt im Ausdruck und zupackend in der Spielweise, wurde im Trioteil der Scherzosatz zum pulsierenden Gegensatz mit melancholischen Zwischentönen. Noch stärker fiel der Kontrast zwischen den beiden folgenden Sätzen aus.

Bei der Wiedergabe des von Brahms wohl auf den Tod seiner Mutter komponierten „Adagio mesto“ wurde vom Trio der klagende Ton stark herausgearbeitet, wobei Hornistin Sibylle Mahni und Violinspieler Laurent Breuninger gesanglich duettierten.

Wunderbar gelang auch das spannungsreiche Spiel hin zu den beiden klanglichen Ausbrüchen. Das sehr zügig angegangene Tempo des immer noch rhythmisch federnd wirkenden Schlusssatzes führte zum Hervorheben des leicht klagend gestimmten Seitenthemas.

Als Hommage an Brahms hatte György Ligeti 1982 – mehr als 100 Jahre nach Brahms – sein Trio für Violine, Horn und Klavier verstanden – allerdings als völlig eigenständiges Werk des 20. Jahrhunderts. Ausdrucksanklänge an Brahms bieten allerdings vor allem die beiden langsamen Ecksätze.

So wurde auch der Eingangssatz zum sanft empfundenen Instrumentengesang, den die drei Musiker noch intensiver ausloteten. Überhaupt stand klangliche Intensität im Zentrum dieser Interpretation.

Das betraf die Entschiedenheit, mit der der „Alla marcia“-Satz angegangen wurde, ebenso wie das mit allergrößter Ausdrucksstärke wiedergegebene Schluss-Lamento. Der scherzohafte zweite Satz, laut György Ligeti ein „polymetrischer Tanz“, forderte die Ausführenden in ihrem Zusammenspiel und virtuosen Können, dem sie gekonnt zu entsprechen wussten.

Dann waren Laurent Breuninger und der Pianist Thomas Duis mit César Francks Violinsonate zu hören. Den Erzählton trafen beide im fantasieartigen Satz ebenso wie den dramatischen Ton, der mit dem Finale in ein inniges Duettieren gewendet wurde, bisweilen fast überschwänglich gespielt.

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