Erst mal dreispurig von Hall nach Künzelsau

Ein Teilstück der B 19 wird gerade saniert, der umfangreiche Ausbau bleibt Wunsch der Landkreise.

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Seit vergangenen Montag ist die B 19 zu beiden Seiten der Autobahnauffahrt Kupferzell wegen Belagsarbeiten voll gesperrt. Über diese vom Bund finanzierte, rund 1,5 Millionen teure Sanierungsmaßnahme freut man sich im Hohenlohekreis und in der Stadt Künzelsau zwar, doch bringt sie auch einen weiteren Wunsch der B-19-Anrainer-Kommunen wieder auf die Agenda: den möglichst vierspurigen Ausbau der Strecke von Gaisbach bis in den Landkreis Schwäbisch Hall. Das ist bei einer verkehrspolitischen Rundfahrt, zu welcher der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten am vergangenen Mittwoch geladen hatte (wir berichteten), klargeworden.  „Der Ausbau soll bis zum Steigenhaus gehen, also bis zur Einfahrt auf die Haller Westumgehung“, erklärt von Stetten auf Nachfrage.

Der Hohenlohekreis habe das Projekt bei der Landesregierung zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldet, berichtete von Stetten. Es sei aber nicht nach Berlin „weitergereicht“ worden. Dabei sei es eine für die Region wichtige Maßnahme. „Wir haben mit dem Carmen-Würth-Forum auch eine neue, große Veranstaltungshalle“, so von Stetten. Das Verkehrs­chaos nach dem Würth-Open-Air am vorletzten Juli-Wochenende habe gezeigt, dass ein B-19-Ausbau wünschenswert sei. Da seien sich auch die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe einig.

Dem Wunsch konnte sich Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, nur anschließen. Es handele sich bei der B 19 um eine „Lebensader der Region“. Auch der florierende Gewerbepark Hohenlohe brauche eine verbesserte Anbindung. Zusammen mit dem Land wolle man nun zumindest daran gehen, einen dreispurigen Ausbau zu planen. Die Option der Vierspurigkeit wolle man sich vorbehalten.

Für Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann steht noch ein anderes Thema oben auf der Agenda. Als Vorsitzender des Zweckverbands Gewerbepark Hohenlohe wünscht er sich einen „Turbokreisel“ an der Einfahrt. Das Land wolle aber auf eine Sig­nalanlage setzen. „Im Badischen funktioniert das. Warum nicht auch bei uns?“, fragte er. Eine verbesserte Anbindung des Parks sei eine Grundvoraussetzung für kommende und erwünschte Erweiterungen.

Zögerliche Planer

Adressat der Hohenloher Wünsche war Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, den von Stetten zu seiner Rundfahrt eingeladen hatte. „Wenn der dreispurige Ausbau kommt, dann hilft das ja schon mal ein bisschen“, machte der CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Schwäbisch Gmünd den Kommunalpolitikern Mut. Dabei müsse man an die Planung so herangehen, dass ein vierspuriger Ausbau zu einem späteren Zeitpunkt möglich sei. „Die Anschlussstelle Kupferzell wird ja schon entsprechend ausgebaut“, so Barthle. Zum Thema Kreisverkehr musste er aber feststellen, dass dieser nicht den Vorschriften entspricht. „Verkehrs­planer sind sehr zögerlich, wenn es um Kreisverkehre auf Bundesstraßen geht“, stellte er klar. Die Signallösung sei „zielführend“ und würde eine „leistungsfähige Anbindung“ unterstützen. „Wir prüfen und zahlen, das Land baut und unterhält“, so Barthle. Jetzt müsse man es eben mit Signalen probieren, sagte Landrat Neth. Es stelle sich nur die Frage, mit welchen Ampeln. Auch wenn der B-19-Ausbau nicht im Bundesverkehrswegeplan gelistet ist, man könne ihn über andere Wege – beispielsweise als Ergänzung zu Sanierungen – finanzieren, sagte von Stetten noch auf HT-Nachfrage. 

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