Erdbeeren und Spargel: Nasskaltes Frühjahr hat deutliche Spuren hinterlassen

Das Frühjahr hat sich in diesem Jahr von seiner unfreundlichen Seite gezeigt. Betroffen ist davon auch der Spargel- und Erdbeeranbau.

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Erdbeeren auf dem Wochenmarkt Schwäbisch Hall.  Foto: 

Es gibt nur wenig Lebensmittel, die so für das Frühjahr stehen, wie Spargel und Erdbeeren. Beliebt sind sie auch deshalb, weil sie nur saisonal begrenzt zur Verfügung stehen. Für die Spargel- und Obstbauern heißt das: Alles geben, damit in dieser kurzen Zeit möglichst viel Ertrag ausgeschöpft werden kann. Doch das ist, wie sooft leichter gesagt als getan, denn das Wetter ist und bleibt dabei die entscheidende Komponente in Sachen Wachstum, Qualität und Ertrag.

Vor allem die Spargelsaison ist auf einen relativ engen Zeitraum begrenzt. Start war in diesem Jahr, je nach Region, zwischen Anfang und Mitte April, Ende der Saison traditionell am Johannistag, den 24. Juni. Der Spargel, der im Landkreis auf den Wochenmärkten und an den Spargelhütten zu kaufen war, kam zum Großteil von zwei Spargelbauern – dem Spargelhof Schulze in Weisenheim am Sand (westlich von Mannheim) und dem Heigl-Hof in Rain, bei Donauwörth. Für Andreas Eberhardt, Teilhaber vom Spargelhof Schulze, war die Saison trotz Kälte zufriedenstellend: „Durch den Einsatz von drei übereinanderliegenden Folien konnten wir trotz der niedrigen Temperaturen früh ernten. Das war zwar sehr aufwendig, lohnte sich aber, denn vor allem am Anfang der Saison ist die Nachfrage generell sehr hoch.“ Sein Fazit: „Die Menge war zufriedenstellend und wir konnten zu guten Preisen verkaufen.“ Vor allem auf Wochenmärkten, wie in Crailsheim und Schwäbisch Hall bringt der Betrieb seinen Spargel „an den Mann“.

20 bis 30 Prozent Einbußen bei den Erdbeeren

Auch auf dem Heigl-Hof ist man mit dem Saisonverlauf zufrieden. Chefin Ingrid Appel: „Es stimmt schon, dass die Erträge etwas niedriger waren aufgrund der Witterung, dafür war die Nachfrage an den Ständen sehr gut.“ Stände von Heigl waren unter anderem in Crailsheim, Michelfeld und Blaufelden zu finden.

Etwas anders sieht die Situation bei den Obstbauern in der Region aus. Anders als derzeit oft geglaubt, ist die Erdbeersaison noch nicht vorbei. Elke Fromm, vom gleichnamigen Obst- und Beerenanbau in Pfedelbach: „Der Großteil der Saison ist gelaufen. Wir haben jedoch eine späte Sorte, die jetzt erst noch kommt.“ Die restliche Saison hat jedoch deutlich unter der Nässe gelitten. Elke Fromm: „Wir haben Einbußen von 20 bis 30 Prozent. Zwar ist die späte Sorte nun hochpreisiger, dafür fehlt die Menge, um die Einbußen auszugleichen.“ Die Nachfrage an sich sei sehr gut. „Wir hätten noch deutlich mehr verkaufen können“, erklärt sie weiter. Weshalb  der Direktvermarktungsbetrieb seinen Bestand erhöhen möchte. Verkauft werden die süßen Früchte jeweils zwei Mal in der Woche auf den Wochenmärkten in Crailsheim, Ellwangen und Schwäbisch Hall. Zudem wird die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft beliefert sowie bei Überschuss einige Hofläden in der Region.

Auch Martin Blumenstock aus Wallhausen setzt auf seine späte Sorte. „Das Wetter jetzt ist für Erdbeeren ideal. Das Problem im Frühjahr war auch nicht der Regen an sich, sondern dass die Nässe nicht abtrocknen konnte. Die Früchte beginnen dann zu faulen.“ Auf 15 Hektar baut er die beliebten Beeren an. Ein Drittel ist abgeerntet, der Rest befindet sich in Ernte oder steht kurz davor. Allerdings setzt Martin Blumenstock die ganze Situation etwas in Relation. „Natürlich sprechen alle von dem miesen Frühjahr. Doch das letzte Jahr war für den Beerenanbau keineswegs besser.“ Auf dem Hof der Familie Blumenstock können Verbraucher ihre Früchte selbst pflücken. Zudem werden sie an Hofläden, aber auch an den Großhandel verkauft.

Versöhnlich sieht es sowohl für Familie Fromm, als auch Familie Blumenstock in Sachen Himbeer-Ernte aus: Denn anders als die Erdbeere, liebt die Himbeere das nasse, durchwachsene Wetter. Und so ist derzeit auf beiden Höfen die Ernte von hervorragenden Himbeeren in vollem Gange.

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