Entführt in Stefan Zweigs Leben in schwarz-weiß

Kleine Literaturbühne Waldenburg schafft besondere Atmosphäre in der Mainhardter Waldhalle.

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Renate Mutschler-Schüz (von links), Ruedi Sorg und Ute Leenders vermitteln eindrucksvoll das Leben des Autors Stefan Zweig.  Foto: 

Wenn die Kleine Literaturbühne Waldenburg auftritt, dann erwartet das Publikum ein umfassendes Erlebnis. Das beginnt schon mit dem Ambiente am Sonntagabend in der Mainhardter Waldhalle. Es soll um den österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig gehen. Angelehnt an seine Schachnovelle ist die Dekoration in Schwarz-Weiß gehalten, spielen die Akteure auf der Bühne eine berühmte Partie nach.

Die Mitglieder des örtlichen Arbeitskreises Bücherei, die immer im Februar zu solch einer Veranstaltung laden, haben Gaumenkitzler aus den Ländern gezaubert, in denen der Autor gelebt hat. „Nur die englische Küche haben wir ausgelassen“, verrät Monika Göhringer vom Arbeitskreis – und erntet Lacher und Applaus. Sie freut sich über die rund 100 Besucher. „Wir sind mittlerweile ja schon überregional bekannt“, meint sie. Das Interesse sei ein gutes Zeichen, dass trotz Medien- und Informationsflut Literatur ihren Platz habe. „Schön, dass bei der fünften Lesung einmal ein Mann im Vordergrund steht“, sagt Mainhardts Bürgermeister Damian Komor bei seiner Begrüßung.

Renate Mutschler-Schüz und Ruedi Sorg von der Kleinen Literaturbühne berichten auf ihre besondere Art und Weise vom Leben des Schriftstellers, lesen Zitate und Ausschnitte aus seinen Werken vor. Ute Leenders spielt je nach Gefühlslage in den Wortpausen entsprechend kurze freudige oder tragische Melodien auf ihrem Akkordeon.

Mutschler-Schüz und Sorg zitieren zunächst den Schriftsteller Ilja Trojanow: „Jeder Mensch ist ein Geheimnis, dies gilt umso mehr für einen Menschen, dem man nie begegnet ist.“ Dann geht es um Zweigs Leben von seiner Geburt 1881 in Wien bis zu seinem Tod 1942 in Petrópolis (Brasilien). Sie lesen auch Ausschnitte aus seinen Werken wie aus „Der Flüchtling“.

Die Lesung in der Waldhalle verdankten die Besucher dem Arbeitskreis Bücherei. Bürgermeister Damian Komor dankte den 17 Ehrenamtlichen für deren Engagement in den vergangenen sechs Jahren. „In dieser Zeit haben sich die Medien in der Bücherei fast verdoppelt“, berichtete er und warb um Verständnis, dass wegen der räumlichen Begrenzung kein größeres Wachstum möglich sei. Er lobte das Engagement, auch den Kulturkalender der Gemeinde zu füllen. „Wir haben allerdings keine fest geplanten Termine“, berichtete Monika Göhringer vom Arbeitskreis. Man lade spontan ein, wenn sich Lücken im kommunalen Veranstaltungskalender auftun.

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