Eine Frage der Kassenlage

Will die Gemeinde Ilshofen das Freibad in Unteraspach langfristig betreiben, ist eine Sanierung nötig. Oder wäre ein Neubau besser? Oder ist überhaupt alles zu teuer?

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In diesem Jahr wird sich im Freibad Unteraspach noch nichts ändern. Doch eine Sanierung ist fällig. Der Gemeinderat will das Thema jetzt angehen.  Foto: 

Jedes Frühjahr ist es wieder so weit: Das Ilshofener Freibad wird gerichtet. Das Augenmerk liegt vor allem auf der Betonwanne des Schwimmbeckens. Dort zeigen sich immer wieder Risse. Die muss man flicken, denn sonst versickert Wasser.

Das Problem ist schon lange bekannt, meinte Bürgermeister Roland Wurmthaler in der jüngsten Sitzung des Ilshofener Gemeinderats. Auch, dass das Freibad zwar klein und fein ist. Aber auch ein bisschen altmodisch.
Loopingrutschen, Wellnessdüsen, Wellenanlagen? Alles Fehlanzeige. Selbst für ein Ein-Meter-Brett ist das Becken nicht tief genug. Abgesehen davon sind die Duschen alt und der kleine Kiosk genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, erklärte Wurmthaler.

Deshalb regte die CDU-Fraktion schon bei der vergangenen Haushaltsplanberatung an, das Thema Freibad anzugehen. Denn je nach Sanierungsbedarf und Kassenlage ist zwischen Neubau und Schließung alles drin.

Im vergangenen Sommer packten die Gemeinderäte deshalb die sprichwörtliche Badehose ein und fuhren zum „Freibadtest“. Mit anderen Worten: Sie begaben sich auf Informationstour durch ausgewählte Badeanstalten der Region. Und jetzt wissen die Gemeinderäte, was möglich ist: nämlich das Becken mit einer  Folie auszukleiden wie in Ilsfeld, ein Becken komplett aus Edelstahl zu erstellen wie auf dem Killesberg in Stuttgart oder eine Kombination aus beidem wie in Zuffenhausen. Als Alternative besuchten die Gemeinderäte das Naturerlebnisbad Kemnather Land, in dem das Wasser durch einen Naturfilter biologisch gefiltert wird.

Diese Anlage allerdings überzeugte nicht, sagte Wurmthaler, nicht zuletzt weil der Pflegeaufwand bei Hitze ziemlich hoch sei und das Bad in extrem heißen Sommern möglicherweise geschlossen werden muss, weil der Naturfilter der Algen nicht Herr wird.

Der Vorteil sei aber: Badegäste mit empfindlicher Haut könnten hier problemlos baden, weil kein Chlor verwendet wird – was fast ein Alleinstellungsmerkmal ist. Denn ein solches Bad, in dem das Wasser mit einem Regenerationsteich gereinigt wird, gibt es im Landkreis nur in Wallhausen (siehe unten).

Doch bevor jetzt geplant wird, soll ein Gutachten her – und zwar von einem Fachbüro, das entschieden die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig. Geprüft werden soll, wie und ob das Freibad saniert werden kann und wie hoch die Kosten sind.

„Das Büro kann dann gleich mitprüfen, ob ein Neubau nicht günstiger wäre“, sagte Wurmthaler. „Und wenn man schon einen Neubau prüft, könnte man auch einen alternativen Standort überlegen. Zwischen Eckartshausen und Ilshofen zum Beispiel, wo die meisten Einwohner wohnen und wo die Kinder mit dem Rädle hinfahren können.“

Und nein, stellte der Bürgermeister dann richtig, „Ilshofen bekommt kein neues Freibad. So schnell geht‘s dann auch wieder nicht.“ Denn wenn das Gutachten erstellt ist, kommt die Stunde der Wahrheit. „Wahrscheinlich wird uns dann ganz schlecht, wenn wir die Kosten sehen“, prophezeite Wurmthaler.

Im Landkreis gibt es 16 Freibäder und ein Naturbad. Dieses ist in Wallhausen, einer Gemeinde, die mit dem Freibad in Hengstfeld zwei Bäder hat, ebenso wie Schwäbisch Hall und Crailsheim. Ein Freibad gibt es neben Ilshofen-Unter­aspach in Vellberg, Mainhardt, Rosengarten-Rieden, Gaildorf, Bühlerzell-Geifertshofen, Kressberg-Bergersthofen, Satteldorf, Frankenhardt-Gründelhardt, Blaufelden-Wiesenbach und Langenburg. Manche Bäder werden von den Gemeinden betrieben, manche von Vereinen.

In der Saison überprüft das Gesundheitsamt die Wasserqualität der „normalen“ Bäder monatlich, im Naturbad alle zwei Wochen. Eine reguläre Abnahme bei Saisonbeginn erfolgt vom Gesundheitsamt nicht, teilte das Landratsamt in Hall mit. Allerdings sind vor Eröffnung des Bades mikrobiologische Kontrollen erforderlich. uts

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