Ein nördlicher Wintertraum

Fotograf Achim Köpf bereiste die norwegische Inselgruppe Lofoten. In seinem Reisebericht gibt er auch Tipps, wie schöne Landschaftsbilder entstehen

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Kürzlich war ich mit sieben Fotografen acht Tage auf den Lofoten unterwegs. Man sagt, dass dieser Platz in Nordnorwegen einer der schönsten Flecken dieser Erde sei. Vor einigen Jahren war ich schon einmal im Sommer dort unterwegs, faszinierender ist aber der Winter. Die wechselnden und rauen Wetterlagen ermöglichen dramatische Bilder mit tollen Lichtstimmungen. Die Lofoten sind eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens, bestehend aus etwa 80 Inseln. Sie liegen 100 bis 300 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Orkan fegt mit 200 Stundenkilometern über Inselgruppe

Die Wetterbedingungen stellten eine ziemliche Herausforderung dar, an gute Bilder zu kommen. Zuerst Winter, hüfthoher Schnee, dann nach drei Tagen Regen. Durch ihn vereisten die Straßen und Wege. Wir kamen nur mit Spikes an den Schuhen zu unseren Orten, wo wir fotografieren wollten. Die letzten Tage zum Abschluss tobte noch Orkan Ole mit über 200 Stundenkilometern über die Inselgruppe. Der Wind deckte Häuser ab und kappte Stromleitungen. Dadurch war ich die letzten zweieinhalb Tage im Hotel ohne Strom und ohne Heizung wegen der Elektro-Öfen gefangen. Zum Glück hatte das Hotel einen Gas-Herd, die Mahlzeiten mussten wir bei Kerzenschein und mit Stirnlampe einnehmen. Aber damit muss man rechnen, wenn man Nord-Norwegen im Winter besucht.

Als Kamera verwendete ich eine Nikon D800 mit Nikkor 14 bis 24 Millimeter Weitwinkelzoom. Außerdem das Filtersystem 165 Millimeter von Lucroit mit 10-Stop-ND-Filter, einen Big Stopper um Belichtungszeiten von mehreren Minuten zu erreichen sowie einen 0.9 Grauverlaufsfilter von Hitech, um den Hell-Dunkel-Kontrast zwischen Himmel und Vordergrund in den Griff zu bekommen.

Um ein stimmungsvolles Landschaftsbild zu machen, sollte man einige Punkte beachten. Vor allem sollte man sich Zeit lassen, es können entspannende Momente sein, wenn man die Landschaft auf sich wirken lässt. Knipsen in Eile ist fehl am Platz. Nachdem ich mir den Ort angeschaut habe, suche ich nach einem geeigneten Standpunkt, baue mein Stativ auf und fange an, die ersten Bilder zu machen.

Tipps für Fotografen

Ein gutes Stativ ist Pflicht für gute Landschaftsfotografie. Zum einen zwingt es den Fotografen, sich mit der Bildgestaltung auseinanderzusetzen, zum anderen ermöglicht es verwacklungsfreie Bilder bei längeren Belichtungszeiten.

Die Kamera sollte verschiedene Einstellungsmöglichkeiten haben. Es ist wichtig, dass sie manuelle Einstellungen wie auch Blenden- und Zeitvorwahl ermöglicht und nicht nur aus vorgefertigten Motivprogrammen ausgewählt werden kann. Lange Belichtungszeiten sind wichtig für stimmungsvolle Aufnahmen.

Bei der Landschaftsfotografie kommt es auf hohe Tiefenschärfe an. Somit spielt die Qualität des Objektivs eine große Rolle. In der Regel ist ein Weitwinkel-Objektiv im Brennweitenbereich von 14 bis 50 Millimetern am besten geeignet.

Der Iso-Bereich einer Kamera ist je nach Modell unterschiedlich groß. Ich achte immer auf einen guten Iso-Bereich, der je nach Kamera zwischen 100 bis 1600. Der Iso-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors wieder: je höher der Wert, umso lichtempfindlicher der Sensor. Allerdings erhöht sich mit steigendem Iso-Wert auch das Rauschen auf dem späteren Bild. Für die Landschaftsfotografie ist es empfehlenswert, einen niedrigen Iso-Wert zu verwenden. Dadurch werden zwar die Belichtungszeiten verlängert, allerdings verringert sich das Bildrauschen und der Dynamikumfang wird erhöht.

Eine Grundregel für gelungene Landschaftsaufnahmen ist, dem Bild immer einen Vorder- beziehungsweise Hintergrund zu geben. Dabei muss man je nach Motiv entscheiden, ob der Hinter- oder Vordergrund Hauptbestandteil des Bildes ist. Eine Blende von 8 bis 11 Millimetern ist in der Regel am besten, da das Motiv so die nötige Tiefenschärfe bekommt.

Der Fotostandpunkt entscheidet ob ein Bild ein „Knipserbild“ oder ein gelungenes Landschaftsfoto wird. Die richtige Perspektive beeinflusst die Wirkung auf das Motiv und sorgt so für eine gelungene Aufnahme. Oft empfiehlt es sich, den Kamerastandpunkt möglichst tief zu halten, um dem Bild eine spannende Tiefenwirkung zu verleihen.

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