Ein Korso mit Blaulicht

Die Mitglieder der Feuerwehr arbeiten seit Monaten auf diesen Termin hin: Am Samstag ziehen sie aus der Salinenstraße in zwei neue dezentrale Wachen. Die Einsatzkräfte müssen den Umzug an einem Tag stemmen.

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Elektriker huschen durch die breiten Gänge: In einer Ecke wird der Schaltschrank bestückt, in der anderen werden Kabel für das Licht verlegt. Von außen wirkt die neue Feuerwache Ost, direkt neben dem Flugplatz-Tower, bezugsfertig – drinnen herrscht höchste Hektik.

„Das ist alles mit heißer Nadel gestrickt“, sagt Stadtbrandmeister Volker Damm, der die Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall leitet. „Der Umzugstermin ist fix, die Leitstelle steht für Samstag Gewehr bei Fuß, externe Programmierer sind bestellt: Wir ziehen um, ob’s den Handwerkern passt oder nicht.“

Damm ist aber optimistisch. „Alle sind sehr engagiert, die Arbeiter haben in den letzten Wochen viele Überstunden geleistet, auch an Wochenenden gearbeitet.“ Das Problem beim Umzug: Die Feuerwehr muss trotz gepackter Kisten einsatzfähig bleiben, jederzeit ausrücken können. Der Samstag ist daher genau durchgetaktet, der Umzug beginnt um 9, um 16 Uhr soll alles fertig sein. Bis dahin ist noch ein ganzes Stück Arbeit nötig.

Baubeginn der Wache Ost im Solpark war im Juni 2012, die Arbeiten an der deutlich kleineren Wache West, an der Ecke Raibacher Straße / Aschenhausweg in der Stadtheide begannen im Februar 2012. „Beide sind derzeit ähnlich weit, es sind noch letzte Innenarbeiten nötig.“

Vom neuen Standort schneller am Einsatzort

Grund für den Umzug: Die Feuerwehr kann Randlagen in Hall, etwa im hinteren Teil des Hagenbachs, nicht innerhalb der geforderten Hilfsfrist von zehn Minuten erreichen. Mit den beiden neuen, dezentralen Feuerwachen könnten die Fristen eingehalten werden.

Aus einer Abteilung Schwäbisch Hall werden nun zwei, „die Grenze verläuft nahezu am Kocher entlang“, sagt Kathrin Berger, die seit Ende 2012 halbtags die Geschäftsstelle der Feuerwehr leitet. Da es sich bei der Innenstadt „um heikles Gebiet handelt“, würden bei Bränden beide Abteilungen alarmiert.

Da die Feuerwehren der Haller Teilorte künftig den beiden neuen Wachen zugeordnet werden und von dort aus operieren (siehe unten), muss das Alarmierungssystem neu aufgespielt werden. 250 Meldeempfänger, das sind die Piepser der Einsatzkräfte, sowie die Empfänger in den 30 Fahrzeugen müssen am Samstag einzeln umprogrammiert werden – zwei Feuerwehrleute seien den ganzen Tag damit beschäftigt, erklärt Volker Damm. „Fehler dürfen nicht passieren.“ Die automatische Alarmierung werde für die Umzugszeit ausgeschaltet. „Wir bleiben aber über Funk erreichbar.“

Am Umzugstag selbst werden in der alten Feuerwache etwa die Spinde ausgebaut und in der Wache West installiert. Außerdem werden die Lager umgezogen. Die Büros sind bereits seit Dezember in der Wache Ost in Betrieb.

„Die Arbeiten beginnen um 9 Uhr, um 13 Uhr ist ein gemeinsames Mittagessen in der alten Wache geplant“, so Berger. Anschließend, gegen 14.30 Uhr, wollen die Feuerwehrleute im Korso, mit eingeschaltetem Blaulicht, zu den jeweiligen neuen Wachen fahren – eine gute Gelegenheit, alle 30 Fahrzeuge zu sehen. Dort wird dann weitergearbeitet.

Sehr hohe Belastung für Feuerwehrleute

Damm lobt seine Feuerwehrleute: „Die Belastung für das Ehrenamt war in den vergangenen sechs Monaten sehr hoch. Ohne die Bereitschaft der Kameraden hätte das so nicht funktioniert.“ Nahezu jeden Abend sei gearbeitet worden. Stolz sei die Abteilung, dass gemeinsam mit dem Hochbauamt der Kostenrahmen eingehalten werden konnte, so Damm.

„10,7 Millionen Euro waren für die beiden Wachen im Haushalt eingestellt“, teilt Thorsten Hauck, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters mit. Das Vorhaben werde letztlich drei Prozent mehr, also 10,9 Millionen Euro kosten. „Das ist grob die Inflationsrate.“

Die Wache Ost hat zentrale Funktionen, ist zusätzlich mit Büros, Atemschutzstrecke und LKW-Werkstatt ausgestattet. „Die Wache wirkt sehr groß, das liegt aber an Din-Normen, etwa für die Stellplätze der Einsatzfahrzeuge.“ Außerdem seien nun eigene Umkleidekabinen und Duschen für Frauen integriert. „Das gab es an der Salinenstraße nicht.“ 1970, als die städtische Feuerwehr das ehemalige Busdepot der Firma Hafner übernahm, gab es auch noch keine Frauen in der Wehr. Heute ist die Haller Feuerwehr eine gemischte Gruppe, in der sogar ein Bufdi mit anpackt.
 


Feuerwehren aus Teilorten ziehen ebenfalls um

Fusion
Die Feuerwehren aus Gailenkirchen und Bibersfeld werden der Wache West zugeordnet, Weckrieden, Eltershofen und Tüngental der Wache Ost.

Umzug Am Samstag werden auch die Gerätschaften aus den Teilorten in die neuen Wachen gebracht. Unabhängig bleiben Sulzdorf und Wielandsweiler, die ihre Magazine weiter nutzen.

Personal Die Personalstärke der Haller Wache beträgt derzeit 90. Nach der Umstrukturierung werden es alleine im Osten 130 Einsatzkräfte in acht Gruppen sein, im Westen 90 in fünf Gruppen. Jeweils zwei Gruppen haben eine Woche am Stück Dienst. „Die Zugehörigkeit zu den Abteilungen richtet sich nach dem Wohnort“, so Stadtbrandmeister Volker Damm.

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