Ein kleiner Picasso aus Michelbach

Das Bemalen und Aufstellen von Holzblumen, Grillen und eine gute Zeit - das wird Kindern aus Michelbach beim Sommerferienprogramm geboten.

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Die jungen Künstler bemalen Holzblumen.  Foto: 

Obwohl der Workshop auf 14 Uhr angesetzt ist, kommen die ersten der 13 Kinder fast eine Viertelstunde früher zum Bauhof in Michelbach. "Ihr seid ja überpünktlich", schmunzelt Bürgermeister Werner Dörr. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Enders betreut er die Veranstaltung. Diese Zusammenarbeit von Kirche und Gemeinde besteht seit fünf Jahren. Immer geht es darum, die Motorik und Kreativität der Kinder zu fördern und parallel ein Angebot für die zu schaffen, die gerade nicht in Urlaub sind.

"Wir wollen unseren Ort schöner machen. Wie machen wir das?", fragt der Schultes. Einige Kinder liefern Ideen wie "das Zimmer aufräumen" oder "den Müll rausbringen". Das seien gute Gedanken, meint Dörr, aber heute habe er anderes vor. "Wer von euch war mal auf der Gartenschau Schwäbisch Gmünd?" Die bemalten Holzblumen dort am Eingang hätten ihn inspiriert. "Es wäre schön, so etwas in Michelbach zu haben", sagt er. Kurz darauf schlüpfen die jungen Künstler in selbst mitgebrachte Kittel - vorzugsweise alte Hemden - und beginnen, vorgeschnittene Blumen und Wolken aus Holz zu bemalen.

Währenddessen erklärt Pfarrer Enders Maltechniken: "Je feiner der Pinsel, desto genauer könnt ihr malen. Die großen würde ich eher für die Wolken benutzen."

Schnell entwickeln die Kinder auch eigene Ideen: So werden die Farben Weiß und Blau gemischt, um Schattierungen der Wolken zu erhalten. Die anderen Farben kommen bei den Blumen zum Einsatz. So meint Katharina Weiner (11) aus Michelbach: "Grün ist meine Lieblingsfarbe, darum male ich auch meine Blume so an." Ihr Bruder Sebastian (10) arbeitet mit mehreren Farbschichten: "Es soll eine helle Wolke werden, darum male ich erst blau, dann mit weiß darüber." Ein anderer verkünstelt sich derart, dass Dörr bewundernd sagt: "Der Picasso hier macht richtig experimentelle Sachen." Bürgermeister und Pfarrer sind verblüfft: Die Kinder arbeiten mit hoher Selbstständigkeit. Um die Blumen später an Metallstangen aufstellen zu können, werden Löcher hineingebohrt, wobei Bürgermeister Dörr selbst Hand anlegt. Allerdings darf auch hin und wieder ein Teilnehmer die Bohrmaschine betätigen. Schließlich, nachdem jeder sein Kunstwerk zum Trocknen in die Sonne gelegt hat, schreibt jeder seinen Namen darauf.

"Diese Identifizierung ist wichtig" , betont Dörr. Philipp Gerstner (11) aus Gschlachtenbretzingen hat es gefallen: "Man sitzt nicht nur zu Hause rum. Ich male ja auch selber gern." Auch Katharina Weiner ist zufrieden: "Herr Dörr und Herr Enders, die machen das gut." Traditionell wird das Ferienprogramm mit Grillen und Eisessen im Pfarrgarten abgeschlossen. Zuvor werden die Kunstwerke aber noch am Dorfbrunnen aufgestellt.

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