Ein Fundament ist gegossen

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Steffen Hofmann von den Haller Stadtwerken steht an der Baugrube der Windkraftanlage 3 an der Roten Steige, die der Bagger aushebt. Der felsige Untergrund ist schon erreicht.  Foto: 

Es regnet. Die Baustelle der Windkraftanlage 1 der Haller Stadtwerke an der Roten Steige an der Kreisstraße nach Blindheim und Witzmannsweiler liegt verlassen da. Die Bauarbeiter haben ihren Part erledigt. Das ebenerdige Fundament misst 24 Meter im Durchmesser und reicht drei Meter tief in die Erde. Oben lugen die Standbolzen des Ankerkorbs in die Höhe. Neben dem Fundament liegt der abgeschobene Humusboden, der zur Rekultivierung verwendet wird. Aushub, der zum Anschütten gebraucht wird, türmt sich auf.

„Das Fundament wurde vor drei Wochen betoniert“, erklärt Steffen Hofmann, Abteilungsleiter Contracting/Beteiligungen. Etwa ein Drittel der für den Aufbau benötigten Fläche und auch die knapp 200 Meter lange Zufahrt würden zurückgebaut. Um später zur Anlage gelangen zu können, werde ein bestehender Weg befestigt. Pro Anlage würde aber etwa ein halber Hektar Boden dauerhaft gebraucht.

Schlanke Türme aus Stahl

„Auf dem ehemaligen Acker brauchten wir nicht zu roden, das macht es einfacher“, so der Fachmann. Anfang Oktober sollen die ersten Großkomponenten angeliefert werden. Anders als die sieben Windräder an der Kohlenstraße bei Michelbach und Obersontheim werden an der Roten Steige die Türme komplett in Stahlbauweise errichtet. An der Kohlenstraße sind die unteren drei Segmente aus Beton. „Die Stahltürme sind schlanker und schneller aufzubauen“, erklärt Hofmann die Vorteile. Dazu bräuchten die Fachleute bei gutem Wetter nur drei Tage.

Auf den Turm werden dabei die Gondel mit Getriebestrang und Generatoren, die Nabe und die Flügel gesetzt. Die Nabenhöhe des Anlagentyps Vestas V 136 liegt bei 149 Metern, ein Rotorblatt ist 68 Meter lang. Das ergibt eine Gesamthöhe von 217 Metern. Die Stadtwerke investieren inklusive der Vorarbeiten und Genehmigungen für die beiden Windräder gut zwölf Millionen Euro.

Die Leistung eines Windrads soll bei 9000 Megawattstunden Strom im Jahr liegen. Das ist deutlich mehr als an der Kohlenstraße, dort sind es etwa 7000 Megawattstunden. „Die Windräder an der Roten Steige sind höher, und wir erwarten mehr Wind“, erklärt Hofmann. Eine goldene Nase werden sich die Stadtwerke aber nicht verdienen. Die feste Vergütung liegt an der Kohlenstraße bei 8,9 Cent je Kilowattstunde, an der Roten Steige sind es wegen neuer Förderrichtlinien mit 7,5 Cent 15 Prozent weniger.

Ab Mittwoch wird gegossen

An der Baustelle der Windkraftanlage 3 auf der anderen Seite der Kreisstraße steht ein Bagger in einem knapp vier Meter tiefen kreisrunden Loch. Der Baggerführer ist auf felsigen Untergrund gestoßen und beseitigt noch loses Material. Die Baugrube für das Fundament dürfte in Kürze ausgehoben sein. Ein Geologe wird die Festigkeit des Bodens vor dem Betonieren noch überprüfen. Ab Mitte der kommenden Woche, so die Planungen, wird das Fundament mit Stahl bewehrt und dann gegossen. Wenn der Beton ausgehärtet ist, kann mit dem Aufbau des Turms begonnen werden. Der Turmaufbau ist für Mitte Oktober projektiert. Bereits im November sollen die Anlagen Strom erzeugen.

Widerstand gegen die Windkraftanlagen gibt es in Michelfeld kaum – anders als in Michelbach, wo die Windkraftgegner noch immer aktiv sind. Die Wohnbebauung von Blindheim und Witzmannsweiler ist 800 bis 900 Meter entfernt. „Zur Akzeptanz hat auch beigetragen, dass 82 Grundstücksbesitzer im Einzugsbereich der Anlagen Pacht bekommen“, so Steffen Hofmann von den Stadtwerken. kor

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