Ein Familienmensch

Er ist Basketball-Liebhaber, schreibt gerne Gedichte und war HT-Verlagsleiter: Dieter Walz. Heute, Samstag, wird der Vellberger 75 Jahre alt.

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Da fühlt er sich wohl und daheim: Dieter Walz im legeren Kapuzenpulli der Flyers. Bei den Heimspielen der Mannschaft in der Halle zu sein, ist für den Gründer der TSG-Abteilung eine leidenschaftliche Pflicht.  Foto: 

Wer sich mit Dieter Walz unterhält, merkt schnell, dieser Mann hat zwei Familien. Zum einen jene mit seiner Ehefrau Helga, zu der auch die drei Kinder und mittlerweile sieben Enkelkinder – zwischen 4 und 19 Jahre alt – zählen. Zum anderen die Baketball-Abteilung der TSG Hall, die Flyers. Diese „Familie“ hat Walz im Jahr 1972 gegründet, und wenn er mit den Flyers in der Hagenbachhalle ist, fühlt er sich sowieso wie in seinem Wohnzimmer. Auch mit nun 75 Jahren zittert er mit „seinen“ Korbjägern mit.

Basketball spielt in Dieter Walz’ Leben zwar wohl nicht die wichtigste, aber eine sehr große Rolle. „Es vergeht kein Tag in der Woche, an dem ich nicht für die Abteilung im Einsatz bin“, erzählt er. Dazu gehört auch das Saisonheft, das er jedes Jahr mit viel Einsatz und Liebe zum Detail erstellt. Oder die Berichte, die rund um die Spiele in der Zeitung erscheinen. Auch am Geburtstag ist er im Einsatz: „Mittags gehen wir mit der Familie schön essen. Und abends gehe ich in die Halle – da, wo ich hingehöre.“ Die Flyers empfangen den KKK Haiterbach.

Beim Basketball hat Walz auch seine Frau Helga kennengelernt, damals in Koblenz, wo er aufgewachsen ist. Eine Schulfreundin brachte sie zum Training mit. „Die damalige Damen-Mannschaft hat – bis auf zwei Ausnahmen – das Herren-Team aufgeheiratet“, erzählt er schmunzelnd.

Der ehrenamtliche Einsatz für die Haller TSG-Abteilung ist Walz heilig. Eigentlich bringe er sich jetzt sogar noch mehr ein als früher, „um die Vorderen auch zu entlasten“, erklärt er. Deshalb hängt er sich auch rein, wenn es beispielsweise darum geht, zum Ende der Sommerferien ein dreitägiges Jugendcamp für 9- bis 15-Jährige zu organisieren. Und bei aller manchmal auch mühsamen Arbeit, die das Engagement mit sich bringt, genießt er dabei doch auch den persönlichen Umgang mit den Menschen, die gegenseitige Wertschätzung.

Der Sport ist für Walz seit jeher ein willkommener Ausgleich zum Beruf. Auch heute geht er dreimal in der Woche ins Fitnessstudio. 1971 landete Walz beim Haller Tagblatt – „zuerst dachte ich, nur für fünf Jahre“. Aber er blieb bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003. Längst sind ihm Hall und Vellberg zur Heimat geworden. In der Zeitung führte er unter anderem den „Minimarkt“ ein, aktivierte die HT-Leserreisen wieder, und er rief den HT-Fahrzeugbasar ins Leben. Letzterer hat sich etabliert und steht wieder am nächsten Samstag, 1. April, an. Wenn Walz dort vorbeischaut, freut er sich jedes Mal, dass gerade die Artikel für Kinder so gut laufen.

Und dann wäre da noch das Schreiben: Schon als 16-Jähriger hat Walz für seinen Fußballverein in Koblenz Berichte geschrieben. Mittlerweile hegt er auch eine Vorliebe für die Lyrik. Sechs Gedichtbände hat er veröffentlicht, und er verfasst den Vierteles-Schlotzer, der mit seinen kleinen, launig verpackten Weisheiten immer wieder im HT auftaucht. Mehr als 500 Gedichte und Vierteles-Schlotzer von Walz sind bereits in der Zeitung erschienen. Meist sind es kleine Beobachtungen aus dem Alltag, die ihn zu den Versen inspirieren.

Und wenn er beim Urlaub am Meer mit seiner Frau am Strand spazieren geht, „dann arbeitet es in meinem Kopf, da bin ich am kreativsten“.

Dieter Walz wird am 25. März 1942 in Oschersleben/Bode geboren. Beim Mittel­rhein-Verlag in Koblenz absolviert er eine Lehre. Er arbeitet als Anzeigen-Sachbearbeiter beim Springer-Verlag, dann als Geschäftsstellenleiter bei der Rhein-Zeitung und als Anzeigen- und Vertriebsleiter der Fellbacher Zeitung. Vom 1. Oktober 1971 an ist Dieter Walz beim Haller Tagblatt tätig, zunächst als Anzeigenleiter, ab 1987 mit Prokura, ab 1. Juli 1995 als Verlagsleiter. Am 30. Juni 2003 geht er in Ruhestand. Dieter Walz ist verheiratet, wohnt in Vellberg, hat drei Kinder und sieben Enkelkinder. 1972 hat er die Basketball-Abteilung der TSG Hall gegründet. Überdies hat Walz sechs Gedichtbände herausgebracht, und er ist der Autor des „Vierteles­-Schlotzer“, der immer wieder mal in einer HT-Ausgabe auftaucht.

Wer über seine Sinne spricht
– und was ihm da ist wichtig –,
der denkt zunächst ans Augenlicht
und damit liegt er richtig!

Doch ist’s das Auge nicht allein
– so gilt es zu berichten –,
es steht zudem noch obendrein
für mancherlei Geschichten:

Man wirft ein Auge, wie es heißt
– und sei es nur verstohlen –
auf ihn/auf sie, obwohl zumeist
dort gar nichts ist zu holen,

und wem die Augen größer sind,
als dass es ist der Magen,
die Einsicht oft zu spät beginnt:
Nicht alles wird vertragen!

Ein blaues Auge holt man sich
bei Leichtsinn und dergleichen,
es setzt damit unweigerlich
als Warnung früh ein Zeichen.

Doch wer sie mal hat zugedrückt
– zwei Augen, große/kleine –,
der hat vielleicht auch dich beglückt,
du ahnst, was ich hier meine?

Dieter W. Walz

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