Ein Brunnen an der Linde

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Bauarbeiter auf dem Lindenplatz in Großaltdorf: Wo jetzt gearbeitet wird, sollen später in diesem Jahr Bürger zusammenkommen. Für September ist ein Einweihungsfest geplant.  Foto: 

Ein Tor gibt es nicht – aber den Lindenbaum, wie in dem alten Volkslied besungen. Einen Brunnen wird es demnächst auch geben. Andrea Binder freut sich zusammen mit vielen Großaltdorfern, dass der Lindenplatz bald fertiggestellt sein wird: „Dann haben wir einen Platz, wo man sich trifft“, sagt die Ortsvorsteherin. Sie findet es schade, dass „die Ortskerne zunehmend veröden und damit auch Plätze der Kommunikation für die Menschen  fehlen“.

Bereits 2015 wurde die Gestaltung des Lindenplatzes in den Dorfentwicklungsplan von Großaltdorf einbezogen. Anfang 2017 kam dann die Zusage vom Land, das Vorhaben im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum zu fördern. Damit konnte der Startschuss für die Umgestaltung gegeben werden. Der ortsansässige Garten- und Landschaftsbaubetrieb Moll erhielt den Zuschlag und gestaltet nun seit etwa sechs Wochen den Platz.

Die Pflastersteine sind größtenteils gelegt, darunter eine Zisterne, und der Anschluss für den vorgesehenen Brunnen mit Schwengelpumpe ragt aus dem Erdreich. Es gab von Anfang an den Wunsch, Wasser in die Gestaltung des Platzes aufzunehmen. Dies hat das Architekturbüro Knorr und Thiele aus Öhringen bei der Planung berücksichtigt. Eine geschwungene Wasserrinne wird in die Platzpflasterung eingelassen. Der Wasserlauf wie auch der gesamte Platz kann befahren werden.

Viehtränke am Lindenplatz

Im Bildband „Großaltdorf – wie es früher war“ ist nachzulesen: „Seitlich des Lindenplatzes befanden sich damals noch Brunnen und Viehtränke. Bis 1879 stand dort eine Brunnenüberdachung mit Tür, daher der frühere Namen Türbrunnen.“

Diesen Ortsmittelpunkt nun wieder zu beleben, das hat für Andrea Binder und die Vellberger Stadtverwaltung einen hohen Stellenwert. „Es wird einen Infokasten ,Großaltdorf aktuell’ geben, unter der Linde wird eine Sitzbank aufgestellt, und der Termin für ein Einweihungsfest am 3. September steht bereits fest“, blickt die Ortsvorsteherin in die nahe Zukunft.

Auch Ralf Moll vom ausführenden Baubetrieb ist optimistisch, dass alles rechtzeitig fertig wird. Der Lindenplatz soll schon in vier bis sechs Wochen in neuem Glanz erstrahlen. Dann können sich die Großaltdorfer dort treffen und vielleicht singen: „Am Brunnen in Großaltdorf, da steht ein Lindenbaum …“

Die Linde hat für den Menschen einen besonderen Stellenwert. Die Bäume wurden zu vielen besonderen Anlässen gepflanzt und fungieren als lebende Denkmäler, etwa Goethelinde, Friedenslinde oder Hindenburglinde. Die Linde gilt als Symbol für Gerechtigkeit, Liebe, Frieden und Heimat sowie als Platz der Gemeinschaft. Der Reformator Martin Luther sagte einst: „Wenn wir Reuter sehen unter der Linden halten, wäre das ein Zeichen des Friedens. Denn unter der Linde pflegen wir zu trinken, tanzen, fröhlich sein, denn die Linde ist unser Friede- und Freudebaum.“

Quelle: Forstbotanischer Garten und Pflanzengeographisches Arboretum der Uni Göttingen

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