Dreikönigslauf: Tausende Zuschauer jubeln auf der Strecke und im Zieleinlauf

Dreikönigstag, 9 Uhr, in der Haller Innenstadt: Ein einzelner Mann geht mit der Brötchentüte vom Bäcker nach Hause. Die City wirkt wie ausgestorben. Derselbe Ort, 11 Uhr: Menschenmassen rücken an. Mit Bildergalerie.

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Kaum pustet Astrid Beerlage in die Starttrompete, da rennen die Kinder beim Bambinilauf wie von der Tarantel gestochen los. Start der elf Läufe ist vor der AOK. Von dort führt die Strecke über 400 Meter zum Ziel auf dem Marktplatz.  Foto: 

Dass der Dreikönigstag für Schwäbisch Hall etwas Besonderes ist, zeigt sich am Morgen aber auf dem Haller Marktplatz: Gut 20 Personen sind dabei, Verpflegungszelte aufzubauen, Getränkekisten abzuladen und an die entsprechenden Stationen zu verteilen und alles vorzubereiten, damit auch der 31. Dreikönigslauf wieder zu einem Erfolg wird. Das Wetter spielt mit. Während es in der Nacht zu Mittwoch noch heftig geregnet hatte, bleibt es durchweg trocken, nur die Sonne macht sich rar.

An einem Tisch im Rathausfoyer bespricht sich Moderator Hartwig Thöne vor den Starts mit den Organisatoren. Am Vorabend war der Lauf-Experte des Fernsehsenders Sport 1 noch im Allgäu beruflich aktiv. "Es hat mir im vergangenen Jahr in Hall so gut gefallen, dass ich mich über das zweite Engagement freue", sagt Thöne. Für ihn hätten Stadtläufe mit tausenden Besuchern ihren besonderen Reiz. Das sei viel intensiver als Rennen durch irgendwelche Gewerbegebiete. Natürlich präsentiert er gern den Laufstar Sabrina Mockenhaupt, der diesmal aber nur als Besucher in Hall ist. Auf das Rennen muss sie diesmal verletzungsbedingt verzichten.

Cheerleader der Unicorns begrüßen die Läufer im Ziel

Für Hartwig Thöne zählt das Dabeisein. "Jeder, der hier an den Start geht, ist der Star. Jedem, der ins Ziel kommt, gebührt Aufmerksamkeit. Das muss der Moderator rüberbringen", umschreibt er seine Aufgabe. Die erledigt er mit Bravour.

Einige der kleinen Mädchen und Jungen werden von ihm interviewt - und nicht nur die Sieger. Auch die Letzten werden ob ihres Einsatzes gelobt. Im Ziel werden die Läufer von den Püschel-schwingenden Cheerleadern der Unicorns in ihren grün-weißen Kostümen empfangen.

Die vielen Zuschauer klatschen sich gern die Hände warm. Nicht nur auf dem Marktplatz, sondern auch in der Innenstadt, sei es am Grasmarkt, am Steinernen Steg, in den Ackeranlagen oder an der Steigung zur Unterlimpurger Straße.

Zum allerersten Mal ist der Freundeskreis Asyl aus Gaildorf am Start, mit 28 männlichen Asylbewerbern und drei Mitgliedern. "Wir denken, dass das etwas Sinnvolles ist. Die Männer, die in der Notunterkunft in Unterrot leben, haben für den Fünf-Kilometer-Lauf auch trainiert", sagt Monika Hahn vom Freundeskreis. Sie freut sich, dass sich auch Sponsoren für die Busfahrt und fürs Startgeld gefunden haben.

Die Verpflegungsstände sind den ganzen Nachmittag über dicht belagert. Die 560 Brötchen, die Dieter Walz schon am Vormittag aufgeschnitten aus Vellberg anliefert, sind verputzt. Die Würstchen, die Helfer der TSG braten, ebenfalls. Auch Kaffee und Kuchen finden reißenden Absatz.

Wie schon im vergangenen Jahr hat die TSG etwa 150 Helfer im Einsatz, 30 mehr, als in den Jahren zuvor. "Das bewährt sich bei einer etablierten Veranstaltung dieser Größenordnung", weiß Werner Belschner, Sprecher des Organisationskomitees. Gerade in Zeiten des Massenandrangs könnten Wünsche dann schneller bedient werden.

"Hall ist schon eine laufverrückte Stadt. Was alles für so einen Nachmittag organisiert wird", raunt ein Zuschauer am Sulfersteg seiner Begleitung zu. Und dann feuert er die Nachzügler im Gesundheitslauf an. Da dürften die ersten schon die Ziellinie passiert haben.

Lesen Sie hier weiter: <br /> Florian Röser siegt beim 31. Dreikönigslauf (hier finden Sie auch die Siegerlisten)
Dreikönigslauf-Splitter
Joachim Seitz: Noch immer gut im Rennen
Mockenhaupt will 2017 wieder dabei sein

Keine Angst vor Anschlägen

Sicherheit Für den Dreikönigslauf mit seinen tausenden Besuchern sind keine speziellen Vorkehrungen gegen mögliche Terrorakte getroffen worden. Das erklärt Werner Belschner, Sprecher des Organisationskomitees. "Die Helfer haben aber die Notfallnummer des Deutschen Roten Kreuzes in den Handys", erläutert er. Wie immer sei das Schwäbisch Haller Ordnungsamt in die Vorbereitungen der Veranstaltung einbezogen worden. Wenn man hinsichtlich der Sicherheit mit der Polizei spezielle Absprachen hatte unternehmen müssen, "dann wäre das Amt proaktiv auf uns zugekommen", meint Belschner. Zudem sei der Dreikönigslauf in Schwäbisch Hall wohl nicht so groß, dass er ins Fadenkreuz von terroristischen Anschlägen geraten könne. Dafür gebe es auch keinerlei Hinweise. kor

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