Dreikönigslauf: Hall hat ein Herz für Läufer

Das nennt man einen gelungenen Jahresauftakt: Fröhliche Menschen, fetzige Musik, Spaß am Laufen, bester Service bei der Verpflegung und sportliche Höchstleistungen. Der Haller Dreikönigslauf bietet all dies.

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Angespornt von Eltern und Bekannten sprinten die Kinder die 400 Meter von der AOK zum Ziel am Marktplatz. Bei einigen steht der Erfolg im Vordergrund, andere halten es mit dem olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles.  Foto: 

Eugen Mager weiß, wo die Läufer Unterstützung brauchen: beim Anstieg an der Fuhr, wenn die Läufer aus den Ackeranlagen kommen und die enge steile Gasse zur Unterlimpurger Straße hinauf rennen. Er hat seine große Kuhglocke dabei und bimmelt, was das Geläut hergibt. Er ist nicht allein. Andere haben Rasseln mit, johlen, klatschen und feuern mit Worten an. Eugen Mager hat den Hauptlauf 1999 gewonnen. "In 31,53 Minuten", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Einen feuert der aus Hilbenhof bei Bibersfeld stammende Läufer, der 25 Jahre für den SC Bibersfeld gestartet ist, besonders an: seinen Sohn Jonas (24), der im Hauptfeld startet.

Auf so viel Erfahrung kann Max (7) nicht zurückblicken. Es ist seine Premiere beim Dreikönigslauf. "Ich will unbedingt Erster werden", lautet sein ehrgeiziges Ziel. Für den Bambini-Lauf drücken ihm Mutter Heike Bickenhaupt und Vater Wolfgang Wieland ganz fest die Daumen.

Als erster Sieger des Tages läuft Nico Kröss ins Ziel

Doch bevor bei besten äußeren Bedingungen gestartet wird, steht vor der 400 Meter langen Strecke von der AOK bis zum Marktplatz das Aufwärmtraining auf dem Programm. AOK-Sportfachkraft Barbara Aunitz weiß, wie man die etwa 400 Mädchen und Jungen, die am liebsten sofort loslaufen wollen, auf Temperatur bringt: auf der Stelle hüpfen, in die Hände klatschen und ähnliche Übungen. Einer kommt dabei besonders ins Schwitzen: Rifat Celikbas, der unter dem dicken grünen Plüschfell des AOK-Maskottchens Jolinchen steckt. Die Jüngsten beim Bambini-Lauf sind erst vier Jahre alt, die ältesten elf Jahre.

Jeder Jahrgang läuft aus Gründen der Chancengleichheit für sich. Als erster Sieger des Tages rennt Nico Kröss von der Grundschule Bibersfeld unter großem Beifall hunderter von Zuschauern über die Ziellinie vor dem Rathaus.

Dort steht auch ein hochzufriedener Kurt Hocher, der Präsident der TSG Schwäbisch Hall. Seine Organisatoren und die etwa 120 Helfer haben alles im Griff. Es läuft wie am Schnürchen. "Unsere Leute haben sich voll ins Zeug gelegt. Es ist eine klasse Strecke und das Sportevent zu Beginn des Jahres", sagt er. Mit 1800 Teilnehmern habe er gerechnet. Dass er mehr geworden sind, freut ihn. Doch langsam komme man an eine logistische Kapazitätsgrenze. Das fange bei den Chips für die Zeitnahme an und reiche bis zur Aufnahmegrenze der Hagenbachhalle, wo geschätzt 600 bis 800 Läufer versorgt werden, sich umziehen und später duschen können. Mit dem Pendelbus von der Hagenbachhalle kommt auch Martin Dorfi aus Wallhausen zum Holzmarkt. Er startet zum achten Mal beim Dreikönigslauf. Für die Organisation hat er nur lobende Worte. "Das passt alles", lautet sein Kommentar.

Oben auf der Treppe der Michaelskirche machen sich die vierten Klassen des Gymnasiums bei St. Michael für den Schüler- und Jugendlauf startklar. In einem Umschlag sind für jeden Läufer Chip und Startnummer, die verteilt werden. Die Fäden laufen bei Elke Kühnle-Xemaire zusammen. Sie ist nicht etwa Sportlehrerin, sondern unterrichtet Deutsch, Religion und Psychologie. "Ich kann das mit der Motivation", meint sie selbstbewusst.

Unter den vielen Laufgruppen von Firmen und Organisationen wie beispielsweise Recaro, Bausparkasse, VR-Bank, Optima, Feuerwehr sind auch Artisten des Circus Compostelli. Sie sind leicht an den roten Pappnasen zu erkennen. Ins Ziel laufen sie nach fünf Kilometern Huckepack. Artisten eben.

Nicht nur die Zuschauer haben ihren Spaß. Profi-Moderator Till Schenk hört man an, dass er begeistert bei der Sache ist. Er moderiert weltweit große Sportveranstaltungen. "Es ist super hier. Sonst würde ich nicht wiederkommen." So wie er scheinen auch die Gäste zu denken, die jedes Jahr dabei sind.

Als diese längst wieder zu Hause sitzen, ist für Siegfried Schuhmacher und Marc Wassermann vom Werkhof noch lange nicht Schluss. Sie sind seit 7.30 Uhr auf den Beinen, haben die Strecke mit Trassierband abgesperrt, Salz an mit Raureif überzogenen Stellen an den Brücken gestreut, sich zwischendurch als Streckenposten betätigt und am Abend noch die Auwiesenstraße für die Schwertransporte abgesperrt, die heute früh zum Diak fahren. Erst gegen 20 Uhr endet ihr Arbeitstag. Auch sie sind genug gelaufen.

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