Diskussion um Vierbeiner

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In Ilshofen müssen Besitzer künftig mehr Hundesteuer zahlen.  Foto: 

Kleine Hunde machen kleine Häufchen. Doch selbst die sind ein Ärgernis. Und selbst wenn dieses Thema gar nicht auf der Tagesordnung des Ilshofener Rats stand, diskutierten die Gemeinderäte doch darüber. Das ist kein Wunder, denn in Gemeinderäten geht es fast immer um diese „Tretminen“, wenn von Hunden die Rede ist. Das war in der jüngsten Sitzung der Ilshofener Räte der Fall, denn es ging um die „Neufassung der Satzung über die Erhebung der Hundesteuer“. Sprich: Die Hundesteuer soll angehoben werden.

Dies sei längst überfällig, teilte Bürgermeister Roland Wurm­thaler den Räten mit, denn die letzte Satzungsänderung stammt aus dem Jahr 1996. Verwendet wird in Ilshofen eine Mustersatzung des Gemeindetags Baden-­Württemberg, und die hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Sie weist unter Paragraf 6 einen neuen Unterpunkt auf.

Darin geht es um Steuerbefreiungen. Schon früher waren Blinden- oder Rettungshunde von der Steuer befreit. Nun sind Hunde dazugekommen, die darauf trainiert sind, Epileptiker oder Diabetiker zu schützen. „Die gab es vorher noch nicht. Deshalb sind sie jetzt in die Satzung aufgenommen worden“, erklärt Wurmthaler. Allerdings werden wohl nicht viele Hundehalter von dieser Steuerbefreiung profitieren. „Die Hunde sind selten und sehr teuer. Aber trotzdem sollten wir sie in die Satzung aufnehmen.“

Die neue Satzung verzeichnet auch die veränderten Steuersätze: Die Erhöhung beträgt einen Euro pro Monat und steigt damit um zwölf auf 98 Euro pro Jahr an. Für den ersten Hund, wohlgemerkt. Jeder weitere ist deutlich teurer – er kostet zukünftig 192 Euro pro Jahr an Hundesteuer. Gemeinderat Karlheinz Rau war grundsätzlich gegen eine Erhöhung der Hundesteuer ­– denn die Verschmutzung werde durch die Steuererhöhung ja nicht weniger, das Problem mit den Hunden werde dadurch nicht gelöst.

Und nun begann die Diskussion: Hundetoiletten oder doch besser eine Ordnungskraft, die bei Hundehaltern kontrollieren dürfte, ob diese die entsprechenden Tüten dabeihätten und auch ordnungsgemäß benutzten? „Die Ordnungskraft kann dann gleich auch noch parkende Fahrzeuge kontrollieren“, sagte Rau. „Wir können heute aber nicht die Anstellung einer Ordnungskraft beschließen“, mahnte Bürgermeister Wurmthaler seine Gemeinderäte zur Geduld. „Das würde uns überfordern.“ Eine solche Entscheidung wolle vorgedacht und vorgeplant sein. „Aber wir können in Nachbargemeinden anrufen und fragen, was die für Erfahrungen haben. Dann bringen wir das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.“

Der Sprecher der Freien Wählerschaft, Klaus Fischer, erinnerte die Verwaltung daran, dass ­seine Fraktion bei Haushaltsberatungen bereits den Wunsch nach einer Erhöhung der Hundesteuer geäußert habe, und auch den nach Hundetoiletten. Im ­Übrigen empfinde seine Fraktion die Erhöhung der Steuer um einen Euro als angemessen und nicht zu hoch. „Zumutbar“ fand die Erhöhung auch Gemeinderat Klaus-Dieter Ziegler. Die Abstimmung war entsprechend einmütig: Außer einer Gegenstimme gab es nur noch Jastimmen zur Änderung der Hundesteuersatzung.

Die Stadt Ilshofen nahm im vergangenen Jahr rund 26 500 Euro an Hundesteuer ein – sie wurde erhoben von den Haltern von 262 Hunden (bei den Zahlen sind die Zu- und Abgänge des laufenden Jahres nicht mit dabei). Außerdem besteuerte die Gemeinde 26 Hunde von Haltern, die mehrere Hunde besitzen. Zusätzlich gibt es in Ilshofen sechs Zwinger, in denen mindestens zwei und maximal fünf Hunde gleicher Rasse leben. Zwinger gehören zu Züchtern, deren Zuchttiere im Zuchtbuch einer Hundevereinigung eingetragen sind.

15 Hunde in Ilshofen waren von der Steuer befreit, weil sie entweder Therapie- oder Schutzhunde sind oder zum Beispiel von Förstern oder Jägern zum Lebensunterhalt des Halters gehören. Insgesamt leben in Ilshofen derzeit etwa 325 Hunde. uts

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