Die Qual bei der Pflanzenwahl

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Was für den einen der Baumarkt und für andere das Schuhgeschäft ist, ist für ganz andere der Tomaten- und Gartenmarkt in Bühlertann. Der Gartenfreund hat die anspruchsvolle Wahl, aus 150 Sorten Tomaten, 120 Sorten Chili und 20 Sorten Paprika seine Favoriten auszuwählen. So stehen die vielen Besucher, die auch aus Künzelsau, Aalen und dem Stuttgarter Raum kommen, vor dem Grün, lesen Schildchen und schnuppern an Kräutern.

Thomas Hägele, der Betreiber der Biolandgärtnerei, ist ganz schön unter Strom, muss seine Augen überall haben. Die Logistik dieses Wochenendes ist enorm, die Vorbereitung aufwändig. Die ganze Familie hilft. Hägeles Mutter kommt und hat eine Frage. „Sie hat alle Chilipflanzen eingetopft“, erzählt der Chef. Dann will sein Sohn etwas von ihm. „Und er hat mit der Maschine die Erde in die Töpfe gefüllt.“

Alles läuft. Immer stehen Menschen mit gefüllten Körben vor der Kasse. Es geht vermutlich jeder mit mehr hinaus, als er eigentlich kaufen wollte. Zu verlockend sind die Beschreibungen: „Platzfeste goldgelbe Früchte, die im Mund zergehen, sehr hoher Zuckergehalt, sehr fruchtig, saftig, sehr aromatisch.“ Neugierig wird der Tomatenfreund, wenn er liest: „Gelbe Johannisbeer: Bildet massenhaft kleine, gelbe, süße Früchte an langen Rispen. Stark verzweigter Wuchs. Ausgeizen nicht zweckmäßig.“ Und wen die scharfe Herausforderung lockt, der kauft: „Pot Barrackpore“ – eine extrem scharfe Chili-Variante, benannt nach dem Ort Barrackpore  in Trinidad.

Die Besucher studieren sich durch die unglaubliche Auswahl. Viele Helfer zeigen, wo es langgeht zur gewünschten Pflanze. Zuweilen entspinnt sich auch ein Gespräch unter Hobbygärtnern.

Ein Paar aus dem Kreis Ludwigsburg hat sich einen Plan gemacht, was es kaufen will. Sie machen schon seit vielen Jahren Tomatenversuche und kennen ihre Lieblinge und auch die, die sie nie wieder haben wollen.

Dazu gehört beispielsweise die Wildtomate „Rote Murmel“. Sie sei zwar total robust, würde aber zu einem riesigen Busch heranwachsen und über und über habe sie ganz kleine rote Früchte, die man nur mit der Schere abbekommt.

Auch an den Ständen mit Kleidung, Gartendekoration, Mainhardter Räuberlinsen, Keramik, Korbgeflecht oder Bürsten gibt es viel zu entdecken. Hungrige essen eine Wurst oder lassen sich Flammkuchen schmecken. Kinder bemalen Tontöpfe.

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