Die Parkgebühren in Schwäbisch Hall werden erhöht

Ab März kostet eine Stunde 1,50 statt 1,20 Euro. Die Händlervereinigung Hall aktiv will das abfedern und vermehrt Gebühren für Käufer vergüten.

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Neu, hell, groß: Die neue Tiefgarage unter der Weilerwiese trägt mit einem Verlust von jährlich 800.000 Euro dazu bei, dass die Stadtwerke mehr Geld benötigen, um den teuren Parkraum zu finanzieren.  Foto: 

Viele Schwäbisch Haller nutzen die blaue Hall-Card, um in Tiefgaragen oder auf den Haalplatz einzufahren. Für sie wird das Parken ab 1. März um 5 Prozent teurer. Statt 2,2 Cent pro Minute werden 2,3 Cent vom Konto abgebucht. Ein durchschnittlicher Hall-Card-Kunde verbrauche 80 Euro pro Jahr fürs Parken, zukünftig sind es 84 Euro, rechnen die Stadtwerke vor. Sie bewirtschaften in Hall im Auftrag der Stadtverwaltung die sechs Parkhäuser sowie die Parkflächen am Haalplatz, beim Kocherquartier und die  oberirdischen Stellplätze der Weilerwiese.

Teurer wird es für Besucher, Vertreter oder Einzelhandelskunden, die von außerhalb kommen und nicht die Hall-Card nutzen.  Sie müssen 1,50 statt bisher 1,20 Euro pro Stunde bezahlen. Auch für Anwohner (bald 50 Euro im Monat) und Nutzer eines Jobtickets (bald 60 Euro) wird es teurer. Fürs Parken zahlen sie fünf Euro pro Monat mehr.

„Seit drei Jahren wurden die Parkgebühren nicht angehoben“, begründet Gebhard Gentner den Schritt. 60 Millionen Euro seien seit dem Jahr 2002 in die Erneuerung und den Neubau von Tiefgaragen gesteckt worden. Die Folge: Attraktive Parkhäuser würden geboten wie das im Kocherquartier oder unter der Weilerwiese. Aber: Jedes Jahr würden rund zwei Millionen Euro Verlust gemacht. Allein der Neubau des öffentlichen Parkhauses unter dem Ärztehaus und dem Hotel verursache ein Minus von 800 000 Euro pro Jahr.

„Das Parken war noch nie so attraktiv wie heute in Schwäbisch Hall.“
- Karl Kronmüller, Vorsitzender der Händlervereinigung Hall aktiv

„Die Preiserhöhung ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, argumentiert Stadtwerke-Geschäftsführer Ronald Pfitzer. Aus der Preisveränderung würden rund 200 000 bis 240 000 Euro Mehreinnahmen generiert. Die würden zwei Millionen Euro Verlust nicht aufwiegen. „Topografisch sind wir in einer total schwierigen Situation“, erläutert Gentner. „Der Bau von Parkhäusern in die Höhe wäre mit dem Stadtbild nicht vereinbar.“ Ein Parkhaus, wie das am Diak, würde beim Bau nur rund ein Drittel der Kosten verschlingen, die für eine Tiefgarage eingerechnet werden müssen. Zudem sei der Betrieb der Stellplätze in der Tiefe – durch die Kosten für Licht und Lüftung – ebenfalls um ein Vielfaches höher.

„Wir begrüßen es, dass die Stadtwerke die Preiserhöhung mit uns besprochen haben“, lobt Karl Kronmüller, Co-Vorsitzender der Händlervereinigung Hall aktiv. Die Stadtwerke waren im Vorfeld bemüht, die Erhöhung abzufedern. Einige wichtige Forderungen wurden umgesetzt. So bleibt die Parkgebühr für die Tiefgarage unter dem Landratsamt gleich hoch. Die müsste längst saniert werden. Dort können nun Kunden parken, die nicht bereit sind, die Parkgebührenerhöhung mitzutragen. Kronmüller, der einst heftiger Kritiker der hohen Parkgebühren war, freut sich nun, dass „die Stadtwerke ein so gutes Miteinander mit Hall aktiv pflegen.“ In 40 Geschäften werden Parkgebühren bei einem Einkauf  erstattet. Die monatliche Grundgebühr für die Händler falle nun weg, sodass noch mehr Anreize zum Mitmachen geschaffen werden.

Die Händler ziehen mit

Neu ist auch der Chip, der einmal in die Windschutzscheibe geklebt wird. So erkennt die Schranke das Auto des Hall-Card-Besitzers automatisch. Schon jetzt nutzen 50 Prozent der Dauerparker das automatische System. Nun werden die 14 000 Hall-Card-Inhaber damit ausgestattet.

Der Vorteil: Man muss zum Ein- und Ausfahren nicht mehr die Karte hervorkramen, die viele dann im Auto deponieren. Die Karte kann man nun die ganze Zeit im Geldbeutel lassen und sich so beim Einkauf bequemer die Gebühren erstatten lassen. Einige Kunden vergessen bisher die Karte im Auto und verzichten so auf eine Vergütung.

Kronmüller: „Früher haben sich Kunden über Parkgebühren beklagt. Das hört man gar nicht mehr. Durch die neuen Parkhäuser war das Parken noch nie so attraktiv wie jetzt.“

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