Die kleinsten Stadtwerke Deutschlands

Michelfeld hat eine eigene Energieversorgung in Kooperation mit den Haller Stadtwerken. Auf der Bürgerversammlung gab es aktuelle Informationen.

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Michelfelds Bürgermeister Wolfgang Binnig und Stadtwerke-Geschäftsführer Gebhard Gentner informieren in der Steinäckerhalle die Bürger.  Foto: 

Klimaschutz und kommunale Daseinsvorsorge, das sind die Schlagworte, die Bürgermeister Wolfgang Binnig mit dem jüngsten Michelfelder Unternehmen verbindet: die Energieversorgung Michelfeld GmbH (EVM). Zur Zeit hat die EVM, die zu 52,6 Prozent der Gemeinde Michelfeld gehört, 470 Kunden – mit steigender Tendenz.

„Unser Ziel ist, bis 2018 Grundversorger zu werden“, stellte der Chef der Haller Stadtwerke Gebhard Gentner, der auch Geschäftsführer der EVM ist, klar. Dafür müssen mehr als die Hälfte der Haushalte Kunden der EVM sein. Dann ist bei einem Umzug automatisch die EVM Stromanbieter – nicht mehr EnBW.

Am 1. Januar hat die EVM von der EnBW das Leitungsnetz übernommen. 2015 hat sie es grundlegend saniert. Die Freileitungen wurden größtenteils durch Erdkabel ersetzt. „Wir haben Erdkabel von Ost nach West und von Nord nach Süd durch Michelfeld verlegt und moderne Trafostationen gebaut. Das verbessert die Versorgungssicherheit und das Landschaftsbild“, so Thomas Hoppenz von den Stadtwerken.

Gentner lobte die Konsequenz, mit der Michelfeld bei der kommunalen Strom- und Wärmeversorgung vorgeht. Schon vor zehn Jahren habe sie auf Nahwärme für die Neubaugebiete Steinäcker und Lange Äcker gesetzt. Das Blockheizkraftwerk produziert Strom und gleichzeitig Wärme, die vor Ort verbraucht wird.

Mit den Haller Stadtwerken als Know-how-Partner, dem die restlichen 47,6 Prozent der EVM gehören, haben die Kunden der EVM einen örtlichen Ansprechpartner, der 24 Stunden täglich das ganze Jahr über erreichbar ist. „Da bleiben Sie nicht in irgendwelchen Telefonschleifen hängen“, so Gentner.

Der Bibersstrom besteht zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie, während durchschnittlich in Deutschland nur rund 30 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie kommen. Ein weiterer Vorteil des regionalen Energieversorgers: Die Erträge bleiben vor Ort und kämen den Bürgern zu Gute.

Fragen von Bürgern bezogen sich vor allem auf die Termine, an denen in verschiedenen Gemeindeteilen die Freileitungen durch Erdkabel ersetzt werden. Dazu müssen die Hauseigentümer auf eigene Kosten ihre interne Installation in den Keller verlegen.

90 Kilometer Leitungen

Das Leitungsnetz der EVM macht etwa zehn Prozent des Netzes der Haller Stadtwerke aus. Es hat eine Länge von rund 90 Kilometern mit 1580 Hausanschlüssen für insgesamt knapp 3800 Einwohner. siba

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