Die Gäste machen den Fasching

Wenn Tischtennisspieler Fasching feiern, gibt es einen „Schmetter-Ball“. Was sich genau dahinter verbirgt, können interessierte Narren am kommenden Freitag in der Kottspieler Halle herausfinden.

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Das Jahr über spielen sie Tischtennis, am Freitag tanzen sie in der TTC-Garde beim Kottspieler Fasching (von links): Johanna Gröll, Lisa Gsell, Aileen Singer, Maja Hannemann, Isabell Hieber, Mira Kiesel und Jule Schlüter.  Foto: 

Nur an Fasching ruft man in Kottspiel „Narri Narro“. Ansonsten heißt das Motto des Dorfes „Ping Pong“. Gefolgt von einem präzisen „Tackatackatackatack“ – dem Klang der geschmetterten Tischtennisbälle auf der grünen Platte. Wäre das Bühlertal diese Tischtennisplatte, schmettert der Ball an Fasching von Ping-Bühlertann nach Pong-Bühlerzell, immer über das Netz in der Mitte hinweg. Geografisch betrachtet über Kottspiel, denn der 230-Einwohner-Ortsteil der Gemeinde Bühlertann liegt etwa mittig an der Bühlertalstraße zwischen den beiden Faschingshochburgen. Doch was passiert, wenn ein Schmetterball das Netz touchiert oder darüber rollt? Dann richten sich alle Augen darauf.

Wie am kommenden Freitag. Da steigt in der Halle des TTC der Kottspieler „Schmetter-Ball“. Eine Veranstaltung von und für den Tischtennisverein und alle Narren, die kleiner und nach alter Art Fasching feiern möchten. Und das heißt? „Unsere Gäste sollen keinen Fasching konsumieren, sondern Fasching machen“, startet Vereinsvorstand Werner Scheuermann (61) einen Versuch, die Andersartigkeit zu erklären. Darum sei der Abend nicht von A bis Z durchgetaktet wie die Prunksitzung oder der Programmfasching. Es gebe nur zwei von den Vereinsmitgliedern vorab einstudierte Programmpunkte, die irgendwann am Abend aufgeführt werden. „Nicht, wenn auf der Tanzfläche grad der Bär steppt“, mischt sich DJ Rafunzel alias Christian Staudacker (33) ein. Er habe keinen vorgefertigten Stimmungsmix gebrannt, sondern lege auf, was das Publikum wünsche. „Von EAV und Münchner Freiheit über Wolfgang Petry bis Andreas Gabalier“, umreißt Staudacker das Repertoire seiner Festplatte.

Die Hitliste entspricht dem Publikum beim Kottspieler Fasching. Denn es ist ein Fasching für Jung und Alt. „Eben wie das Tischtennisspielen“, meldet sich Alfons Schneider (60) zu Wort. Er sei aktiv bei den Herren und aktiv im Männerballett, das seine Prunksitzungsnummer „Neandertaler im Bühlertal“ am Freitag noch einmal hautnah aufführe. Isabell Hieber hingegen ist fast 50 Jahre jünger, spielt bei den Mädchen Tischtennis und tanzt am Freitag bei der TTC-Garde, die es exklusiv nur am Kottspieler Fasching zu sehen geben wird.

Katharina Schneider (24) war früher selbst eine TTC-Tänzerin. Heute trainiert sie die sieben Mädchen. Die Proben fangen im Dezember an und werden dem Tischtennistraining einfach vorangestellt. Der Tanz dauert fast drei Minuten, was ziemlich lange ist für einen Gardetanz. Doch die Mädchen wirken nicht erschöpft. „Die Kondition bringen wir vom Tischtennisspielen mit“, verrät Lisa Gsell (17). „Und das Faschingsfieber ist uns in die Wiege gelegt worden“, lacht Mira Kiesel (15) übermütig.

Der erste Kottspieler Fasching fand in den Siebzigerjahren im „Grünen Baum“ statt. Mit einer Fünf-Mann-Tanzkapelle und viel zu wenig Platz für alle Gäste. Als auch die an die Wirtschaft integrierte Tischtennishalle zu klein für den Verein wurde, baute die Dorfgemeinschaft 2003 eine neue Halle zum Trainieren und Feiern. Dort findet am Freitag der „Schmetter-Ball“ statt.

Am heutigen Freitag um 20 Uhr steigt in Kottspiel der „Schmetter-Ball“ des TTC. Der Eintritt ist frei. Die Halle ist in verschiedene altersgerechte Segmente unterteilt. Auf der Tanzfläche sorgt DJ Rafunzel mit einem Wunschkonzert für gute Stimmung. In der Nähe der Verpflegungsstände gibt es Sitzplätze für die ältere Generation. Serviert werden Schnitzelburger und Fischweckle. In der Bar wird hauptsächlich „Kottspiel-Cola“ der Muntermacher der Ü18-Kottspieler ausgeschenkt. Die Männerriege führt „Neandertaler im Bühlertal“ auf. Die Frauen tanzen in der TTC-Garde. Verkleidung ist erwünscht.

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