Diak-Neubau: Krankenhaus mit Hotelcharakter

Diak-Geschäftsführer Frank Mau hat bereits drei Jahre vor der Fertigstellung ganz konkrete Vorstellungen von idealen Arbeitsabläufen im Krankenhaus-Neubau. Was aus dem alten Hochhaus wird, ist indes unklar.

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Noch ist der Grundstein nicht gesetzt, und doch lässt sich die Dimension des neuen Bettenhauses bereits erahnen: Der Diak-Hang gleicht derzeit auf rund 10.000 Quadratmetern einer Mondlandschaft, in der Bagger tagtäglich Tonnen an Erde bewegen. "Etwa 500 Ärzte, Krankenschwestern und sonstiges Personal werden im neuen Gebäude arbeiten", sagt Stefan Schumacher vom Technischen Management im Krankenhausbau (Temak), das für die Koordination der Bauarbeiten zuständig ist. Noch immer liege man gut im Zeitplan: "Ende 2017 oder Anfang 2018 soll alles fertig sein."

Kurze Wege dank kompakter Würfelform

Stefan Schumacher und Diak-Geschäftsführer Dr. Frank Mau skizzieren am Montagabend bei einem Vortrag vor rund 50 Zuhörern im Haus der Bildung ihre Idealvorstellung eines modernen Krankenhauses. Das neue Bettenhaus schmiegt sich kompakt in den Hang hinein, die Wege für Patienten und Personal werden allein durch die Würfelform deutlich kürzer sein als im alten, 1938 fertiggestellten Hochhaus.

Auf jeder der acht Etagen soll man sich auch als Neuankömmling sofort zurecht und Ansprechpartner finden - kurzum: am besten gar nicht merken, dass man sich in einem Krankenhaus befindet.

Ziel sei eine Aufenthaltsqualität wie im Hotel, sagt Stefan Schumacher. Die neue Kantine zum Beispiel werde mit Blick ins Kochertal einem Panoramarestaurant ähneln. Die wohl auch in Zukunft unvermeidlichen Wartezeiten bei Aufnahme und Entlassung, Visite oder Röntgenterminen sollte durch permanente Verfügbarkeit verschiedener Medien so angenehm wie möglich gestaltet werden, ergänzt Frank Mau. Dazu gehöre unter anderem Internet-Zugang im gesamten Haus.

Weitere Faktoren, an denen sich ein modernes Krankenhaus künftig messen lassen muss, seien unter anderem folgende: Verfügt es über zusätzliche Therapieangebote? Stehen neben traditioneller Behandlung auch Naturheilverfahren zur Auswahl? Ist es hinsichtlich Labormedizin, Großgeräten oder EDV-Ausstattung ständig auf dem neuesten Stand?

"Meist achten Patienten auch auf eigentlich selbstverständliche Dinge wie Sauberkeit und Luftqualität", sagt Frank Mau. So dürfe ein Krankenhaus im Idealfall gar nicht nach Krankenhaus riechen.

Ob das neue Bettenhaus tatsächlich den wachsenden Patienten-Ansprüchen gerecht werden wird, hänge aber wohl vor allem von einer Frage ab: Wie gut wird die personelle Ausstattung künftig sein und wie viel Zuwendung wird jeder einzelne Patient somit bekommen?

Konkrete Antworten darauf gibt das Diak derzeit noch nicht. Unklar ist bislang, ob es im Zuge der Neubau-Fertigstellung Neueinstellungen geben wird. Auch eine Frage aus dem Auditorium, was eigentlich aus dem Hochhaus werden soll, bleibt unbeantwortet. Man befinde sich gerade in einem Diskussionsprozess, welche Stationen in den Neubau umziehen werden und was dann mit den leerstehenden Bereichen geschehen soll, sagt Stefan Schumacher. Auch zu weiteren geplanten Abrissen und Neubauten auf dem Gelände gibt das Diak derzeit keine Auskunft.

Zahlen und Fakten zum Diakonie-Klinikum (Stand 2014)

Versorgung Das Haller Diakonie-Klinikum ist ein Krankenhaus der Zentralversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg mit 492 Planbetten in 22 medizinischen Fachabteilungen und Instituten.

Patienten Im Jahr 2014 wurden 24836 stationäre Patienten und 45971 ambulante Patienten versorgt. Allein in der Kinderklinik waren es zuletzt rund 5000 ambulante Patienten.

Personal Das Diak beschäftigt 1398 Mitarbeiter und ist damit zweitgrößter Arbeitgeber in Schwäbisch Hall. Wenn Teilzeitstellen zusammengezählt werden, entspricht das 922 Vollzeitkräften.

Umsatz Im Jahr 2014 wurden 114 Millionen Euro erlöst. Voraussichtlicher Jahresüberschuss: rund 1,5 Millionen Euro.

Investitionen Die Überschüsse werden seit Jahren für die Erneuerung der Medizintechnik und zur Finanzierung der Neubauten benötigt (zusätzlich zu Landeszuschüssen). Quelle: Diak

SWP

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