Diak-Chefarzt spricht über zwickende und zwackende Galle

Gallensteine werden in der Medizin als Volkskrankheit bezeichnet. Chefarzt Markus Menges erklärte bei der Veranstaltungsreihe "Das Diak im Gespräch", welche Hilfe es für Betroffene gibt.

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Eine Ärztin bei einem Patienten. Gallenkoliken können schmerzen.  Foto: 

Zehn bis zwanzig Prozent der deutschen Bevölkerung haben Steine in der Gallenblase oder den Gallenwegen. Operationen und Eingriffe an diesem Organ sind eine der drei häufigsten Operationen, die in Deutschland durchgeführt werden.

Gallenleiden und Koliken sind Erkrankungen, von denen eher Frauen als Männer betroffen sind. Dabei entwickeln Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sowie übergewichtige Personen deutlich häufiger Gallensteine. Selbst die Haarfarbe spielt bei der Häufigkeit der Erkrankung eine Rolle - so sind mehr blondhaarige Menschen von einem Gallenleiden betroffen. "Natürlich gibt es auch erbliche Belastungen und Einflüsse durch die Ernährung", betonte Chefarzt Professor Markus Menges bei seinem Themenabend über die Galle im Diak. Mehr als 70 Besucher kamen zu der medizinischen Veranstaltung.

Man habe herausgefunden, dass eine genetische Disposition für Gallensteine 25 Prozent des Risikos einer Erkrankung ausmachen. Übergewicht, aber auch rasche Gewichtsabnahme, steigern das Risiko einer Steinentwicklung.

Hohe Nachfrage nach Methoden oder Maßnahmen ohne Operation

Bei einer Gallenkolik (siehe unten) werden bei Betroffenen die Steine endoskopisch entfernt. Allerdings wird man laut Menges anschließend in der Regel eine Gallenblasenoperation mit minimalinvasiven Methoden empfehlen, da die Gallenblase selbst das kranke Organ ist und immer wieder Steine bilden wird.

Häufig werde er auch nach therapeutischen Methoden oder Maßnahmen ohne Operation gefragt. Die Zertrümmerung von Gallensteinen durch Schallwellen oder die Einnahme von Medikamenten zählen dazu. Allerdings sei die Rückfallquote hoch. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, viel Bewegung und eine kohlenhydratarme Ernährung wirkt sich günstig auf die Galle aus, wie Menges erklärte. Artischocken oder deren Extrakt regen den Gallefluss an und sind laut dem Arzt ein geeignetes Mittel für Menschen, die selbst nach Entfernung der Gallenblase immer wieder Gallensteine bilden.

Steine in den Gallenwegen

Gallenkolik Die Gallenblase ist laut Arzt Markus Menges mit der Leber verbunden. Sie speichert die aus der Leber kommende Gallenflüssigkeit. Beim Verdauungsvorgang entleert sich die Gallenblase durch die Gallenwege in den Zwölffingerdarm. Eine Gallenkolik tritt auf, wenn die Gallenwege verschlossen sind, weil sich wegen veränderter Gallenlöslichkeit Steine gebildet haben. Koliken können sehr schmerzhaft sein. Häufig handelt es sich um Steine, die in den Gallenwegen stecken geblieben sind.

SWP

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