Der Sack so schwer wie die Frau

Die Obersontheimer feiern am vergangenen Wochenende ihr Schenkenfest. Neben Musik und Luftballonstart lockt auch die Vogelscheuchen-Prämierung.

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  • Da muss der Mann mit beiden Armen fest zugreifen, um den mit Weizen gefüllten Sack zu heben. Er wiegt 58 Kilo.  1/2
    Da muss der Mann mit beiden Armen fest zugreifen, um den mit Weizen gefüllten Sack zu heben. Er wiegt 58 Kilo. Foto: 
  • Ein glitzernder Riesenvogel als kunstvolle Vogelscheuche. 2/2
    Ein glitzernder Riesenvogel als kunstvolle Vogelscheuche. Foto: 
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Rasant startete das traditionelle Schenkenfest in Obersontheim. Bürgermeister Siegfried Trittner schlug mit drei Schlägen gekonnt den Zapfhahn ins Fass. Der Bürgermeister hatte vorher noch gewitzelt: „Viel Zutrauen scheinen Sie nicht in meine Fähigkeiten zu haben. Die vorderen Plätze sind alle leer.“ Doch es blieb dort trocken. Trittner konnte gelassen die Röttinger Blasmusiker begrüßen: „Jürgen Bermanseder weiß, wie man bei uns Musik hören will.“ Ein Kompliment, das die Kapelle sofort in die Tat umsetzte.

Das Programm des Abends versprach unterhaltsam zu werden. Der Verein Treffpunkt Obersontheim, der den Handels- und Gewerbeverein abgelöst hat, präsentierte ein lokales Highlight. „Was den Hallern die Sieder, das sind bei uns die Herrenmüller“, erklärte der Vorsitzende Pascal Faber.

Zipperer und Lechler im Kostüm

Der Obersontheimer Verein hatte für diese literarisch beschriebenen Figuren ein Paar gesucht und war mit Janina Zipperer und Stefan Lechler fündig geworden. Die eindrucksvollen Gewänder der beiden wurden in dem Haller Atelier von Kerstin Körner genäht und kamen beim Publikum an. Die Gäste bedachten den Einmarsch des Herrenmüllerpaares mit reichlich Beifall.

Die Geschichte der Herrenmüller, die in den Zeiten des Bauernkrieges um 1525 angesiedelt ist, ist literarisch verarbeitet worden und zumindest gebraucht als Buch noch erhältlich. In ihm wehrt sich der Obersontheimer Herrenmüller gegen Junker Wolf von Vellberg.

58 Kilo auf der Wage

Die Besucher konnten während des Festes eine Preisfrage lösen. Auf einer etwa 150 Jahre alten Waage lag ein Sack mit Weizen, dessen Gewicht die Zuschauer schätzen sollten. Viele versuchten, den Sack zu heben, um ein Gefühl für sein Gewicht zu bekommen. Mancher hob auch gleich seine Frau zum Vergleich. Die beiden Gewinner, Gisela Hilsenbeck und Harald Bahle, die das Gewicht des Sackes mit 58 Kilo ziemlich genau geschätzt hatten, bekamen jeweils einen Freiflug, gestiftet von den Ultraleichtfliegern in Mittelfischach.

„Das Schenkenfest ist wie die Quadratur des Kreises“, bemerkte Bürgermeister Siegfried Trittner. Es soll die Tradition widerspiegeln und zugleich modern sein. „Ich glaube, das ist uns mit der magischen Light-Show des Jongleurs Kevin Knoche gelungen.“ Er hatte nicht zu viel versprochen. Mit Beifall und Zurufen wurde seine atemberaubende Jonglierkunst gewürdigt.

Gottesdienst und Konzert

Am Sonntag war die Prämierung der besten Vogelscheuche ein weiteres Highlight. Zehn Exemplare waren auf dem Festgelände des Hospitalhofes aufgebaut worden. Interessante Werke waren zu begutachten, darunter auch eine künstlerische Vogelscheuche: ein glitzernder Riesenvogel.

Ein ökumenischer Gottesdienst, die Auftritte von Posaunenchor und Ten Sing, Vorführungen der Feuerwehr und des Musikverein Mittelfischachs, der die Gäste am Mittag unterhielt, sorgten für Abwechslung. Die Kinder fieberten dem Luftballonstart entgegen. Und auch die Obersontheimer Geschäfte hatten am Sonntag ihre Tore geöffnet.

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