Der Nikolaus, Knuddel und das Wildschwein Kuno

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine neue Weihnachtsgeschichte rund um den Hund Knuddel und wie er dem Nikolaus hilft, damit er die Kinder doch noch beschenken kann

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    Ein Hund spielt mit einem Nikolaus-Plüschtier. Die Geschichten von Margot Petereit sind inspiriert von ihrer einstigen Hündin Lisa. Foto: 
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Knuddel, Omas kluger Hund, saß vor der Haustür und wartete sehnsüchtig aufs Gassigehen. Oma hatte wieder mal, so kurz vor dem Nikolausabend, überhaupt keine Zeit.  Sie musste Plätzchen und Lebkuchen backen für ihre Enkelkinder.

Endlich rief sie ihm zu: „Geh alleine und nicht zu lange und nicht weit“. Knuddel war mit einem Satz vor der Tür und ab ging’s in den nahen Tannenwald. Alle Ermahnungen hatte er vergessen. Er musste dringend seinen alten guten Freund, den Nikolaus, besuchen, und nachsehen, ob alles mit ihm in Ordnung war. Vielleicht konnte er ihm helfen, den Schlitten zu packen für die große Bescherung am 6. Dezember.

Die Baumstämme müssen weg

Der Nikolaus stand inzwischen vor seinem Haus im Wald. Er zählte und überprüfte mit den Wunschzetteln der Kinder in der Hand, ob er auch nichts vergessen hatte. Ja, die Weihnachtsbäume für ein paar Omas mussten noch geschlagen werden. Mit der Säge und einer Axt machte er sich auf zum Tannenbaumplatz. Endlich hatte er es geschafft. Er war müde und auch nicht mehr der Jüngste. So wollte er sich  ein wenig ausruhen und setzte sich auf einen Stapel Baumhölzer. Plötzlich gab es einen Ruck  und die Hölzer gerieten in  Bewegung. Einige Baumstämme rutschten unter ihm weg. Schnell wollte er aufstehen, aber sein langer Mantel war zwischen die Baumstämme geraten. Er zog und zerrte, aber vergeblich. Er kam keinen Zentimeter  frei.

 „Nein“, brummte er entsetzt, „hier komme ich alleine nicht weg.“ Wer soll nun morgen die Kinder beschenken? Vor lauter Kummer tropften ihm ein paar Tränen in den Bart. Knuddel war inzwischen vor dem Haus des Nikolaus angekommen. Freudig bellend, mit erhobenem Schwanz, rannte er ums Haus und kratzte an der Tür. Doch alles blieb still. Der voll bepackte Schlitten stand hinter dem Haus, aber von seinem Freund war keine Spur zu sehen.

Knuddel spürte sofort, da konnte etwas nicht stimmen. Vor Schreck setzte er sich hin und überlegte fieberhaft. „Jetzt kann mir nur noch meine Spürnase helfen, um mir den Weg zu  meinen alten Freund zu zeigen.“ Die Schnauze tief am Boden, die Ohren gespitzt, machte er sich auf die Suche. Da hörte er von weitem die Stimme des Nikolaus. „Hilfe, hilfe! Ich bin eingeklemmt“. Tatsächlich, am Holzfällerplatz entdeckte er ihn.

Dem Nikolaus fiel ein Stein vom Herzen, als er seinen Freund Knuddel sah. Der fragte erschrocken: „Wie kann ich Dir nur helfen? “ Es war zu sehen, dass sie beide die schweren Holzstämme nicht wegräumen konnten. Da fiel Knuddel sein Freund Kuno, das Wildschwein, ein, der stark war und mit den Zähnen wie ein Gabelstapler  arbeiten konnte. Er hatte ihn unterwegs gesehen, als dieser in der Erde nach Eicheln wühlte. „Der muss her, der ist stark genug“, dachte Knuddel.

Sack voller Eicheln

Sie riefen und Knuddel bellte so laut, bis er fast heiser war.  Endlich grunzte es im Dickicht und Kuno, der alte Keiler, stand vor ihnen. „Wer braucht mich hier?“ Seine kleinen Schweinsäuglein hatten schon erkannt, in was für einer Falle der Nikolaus steckte. Hau ruck, hau ruck,    zählten sie gemeinsam und schon hoben sich die Baumstämme  dank der kräftigen Hauer von Kuno – und der Nikolaus war frei.

„Danke“, brummte der Nikolaus, und hüllte sich in seinen Mantel, „das werde ich dir nie vergessen. Du bekommst einen großen Sack voller Eicheln von mir. Und du Knuddel, mein Helfer in der Not, sollst eine dicke Knackwurst haben.“

Glücklich und zufrieden begleiteten die beiden den Nikolaus zu seiner Hütte, dass er sich wieder um den gepackten Schlitten kümmern konnte. Knuddel musste sich schnell verabschieden, denn Oma sorgte sich sicher schon um ihn. Wenn ihr Kinder zufällig den Nikolaus seht, dann wundert Euch nicht über seine rote Nase, denn der hatte sich eine dicken Schnupfen geholt bei seinem Abenteuer im Tannenwald.

Margot Petereit ist 81 Jahre alt und stammt aus Tübingen. Vor fast 50 Jahren kam sie mit ihrer Familie ins Hohenlohische. Die vierfache Mutter ist gelernte Kinderpflegerin und Erzieherin. Von 1969 an arbeitete sie im Kindergarten in Bibersfeld. Ihr war es wichtiger, mit den Kindern zu singen und ihnen Geschichten zu erzählen. Da ergab es sich, dass sie die erdachten Erlebnisse des Familienhundes Lisa, eine Berner Sennenhündin, in die Knuddel-Geschichten einfließen ließ. Obwohl der echte Hund Lisa längst im Hundehimmel ist, gibt es Knuddel noch immer: Seit vielen Jahren lebt er in Gestalt eines Kuscheltiers bei ihr in Hall. Sie hat es einst zu Weihnachten geschenkt bekommen.

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