Der Haller Rechtsanwalt Oliver Scheid über die Möglichkeiten, Flüchtlingen zu helfen

Das Ausländerrecht gehört zu den Schwerpunkten des Haller Rechtsanwalts Oliver Scheid. Aus seiner Einzelkanzlei heraus betreut er Flüchtlinge.

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Herr Scheid, wie kamen Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit?
OLIVER SCHEID:
Ich wollte zunächst gar nicht Jurist werden, vor allem nicht Rechtsanwalt, aber über eine Menge Zufälle und schicksalhafte Wendungen wurde das Ausländerrecht an mich herangetragen. Und ich habe zugegriffen. Ich war unter anderem schon bei einer Baufirma angestellt und habe in größeren Kanzleien mitgearbeitet. Jetzt bin ich zum ersten Mal völlig allein in einer eigenen Kanzlei.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?
Da ich Einzelkämpfer bin und wirklich alles allein mache, ist mein Arbeitstag ziemlich abwechslungsreich. Ich kümmere mich ja nicht nur um meine Mandanten und die Rechtsfälle, sondern auch um das Büro, die Buchhaltung und Steuern.

Was motiviert Sie zu dieser Arbeit mit den Flüchtlingen?
Es scheint mir irgendwie sinnvoll zu sein, und ich bekomme direkte Rückmeldung, direkten menschlichen Kontakt. Nicht wie zum Beispiel im Baurecht, wo viel Technisches im Vordergrund steht. Hier im Ausländerrecht dreht sich alles um die Menschen selbst. Man hat sehr viel Kontakt mit allen möglichen Initiativen und Helfern. Das gefällt mir.

Hat Ihr Beruf Auswirkungen auf Ihr Privatleben?
Ganz klar ja. Allein die Selbständigkeit, dann noch in einer Einzelkanzlei und noch dazu auf einem so spannenden Rechtsgebiet. Da kann man oft das Privatleben gar nicht mehr von der Arbeit trennen. Vielleicht ist das ähnlich wie bei einem Hausarzt, der auch in Notfällen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen muss.

Was können Jugendliche tun, um zu helfen?
Da die Flüchtlinge oft ja gerade in diesem Alter sind, sehr viel. Das Rechtliche ist das eine, auch Organisatorisches, Behördengänge und mehr sind sehr wichtig. Aber dann geht es ja vor allem um das Menschliche, um die Integration, das Wohlfühlen - um das Verankern und Verwurzeln eines Menschen in einer neuen Heimat. Da ist jeder Mensch angesprochen. Gerade das Normale ist für die Flüchtlinge sehr wichtig, die ja oft verwirrt und verstört sind. Jedes Angebot ist da willkommen. Wie im normalen Leben auch, kann man aber auch da nicht einfach kommen und jemanden aus dem Heim abholen. Man muss ein gutes Verhältnis, vielleicht sogar eine Freundschaft erst langsam aufbauen. Das braucht Zeit - so wie sonst ja auch. Aber wenn das gelingt, dann ist es für diese Menschen eine große, vielleicht die größte Hilfe überhaupt.

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