Der Brexit und die Konsequenzen

Beim Europafest der SPD-Europaabgeordneten Evelyne Gebhardt wurde leidenschaftlich über die Volksabstimmung in England diskutiert.

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SPD-Politiker unter sich: Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt, Landtagsfraktionsvorsitzender Andreas Stoch und Bundestagsabgeordnete Annette Sawade.  Foto: 

Noch hängt die britische Fahne in der langen Reihe mit den Flaggen der 27 übrigen EU-Mitgliedstaaten am aufgestellten Pavillon. Doch das Europafest der Hohenloher SPD-Europaabgeordneten Evelyne Gebhardt kennt nur ein Thema: den Brexit.

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union schockiert die SPD-Politiker und Parteifreunde auch noch zwei Tage nach dem Referendum. „Dieser Brexit muss uns alle zum Nachdenken bringen, was in Europa falsch läuft. Europa darf sich nicht über technokratische Dinge definieren, sondern muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen“, betont Andreas Stoch. Diese Devise gibt der neue Fraktionsvorsitzende, der vom Wahlergebnis arg gebeutelten SPD-Landtagfraktion, auch für seine Partei aus. „Wir müssen näher an die Lebenswirklichkeit der Menschen ran“, so Stoch.

Für Evelyne Gebhardt ist klar, dass die Entscheidung Konsequenzen haben muss. „Sonderkonditionen für die Briten darf es nicht geben“, sagt die Europaabgeordnete.

Seit 1994 sitzt die gebürtige Französin, die in Schwäbisch Hall lebt, im Europaparlament in Straßburg. Seit 21 Jahren feiert sie alljährlich ihr Europafest in der Künzelsauer Keltergasse, wo die 62-jährige auch ihr Wahlkreisbüro hat. Um die Ecke hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade ihr Büro. „Für mich hat David Cameron mit seiner Politik gezündelt“, betont Sawade. „Das ist die Masche Zauberlehrling, den man nicht mehr los wird“, so die SPD-Politikerin. „Der Rückfall in Kleinstaaterei ist der Rückfall ins Mittelalter“, bekräftigt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Landtagskandidat Hans-Jürgen Saknus. „Die Vision von den Vereinigten Staaten von Europa muss mehr wert sein als bürokratische Vorschriften von krummen Bananen“, so Saknus.

„Wir fordern auch von den nationalen Politikern mehr Ehrlichkeit“, bekräftigt Evelyne Gebhardt. Die Koordinatorin ihrer Fraktion im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz regt sich besonders darüber auf, dass für viele Missstände ausschließlich Brüssel verantwortlich gemacht wird. „Es gibt kein Gesetz, bei dem die Fachminister in den einzelnen Ländern nicht mitgemacht haben“, stellt sie klar.

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