Das wilde Leben im Bällebad: Nisse Barfuss zeigt Comedy im Anlagencafé

Das Ensemble Mitglied der Freilichtspiele Nisse Barfuss präsentiert mit seinem Programm „Bälle Bad“ eine wahrhaft ungewöhnliche humoristische Musikshow.

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„Die Liebe ist eine Mülltonne, auf der man reiten kann.“ Nisse Barfuss, Lars Battnott, Walter Wolf und Andie Macht muten den überwiegend begeisterten Zuschauern im gut besuchten Garten des Haller Anlagencafés am Mittwochabend schon so einiges an zweifelhaft anspruchsvollen Kalauern, kuriosen Witzen, krassen Pointen und schrägen musikalischen Einlagen zu. „Ich singe nur Scheiße heute“, kann man immer wieder hören,  und: „Das nächste Lied ist besser.“

Sie überschütten die Zuschauer mit einer großen Anzahl an Bälle-Bad-Bällen, um dabei gemeinsam den eingängigen Refrain anzustimmen: „Das Leben ist ein Bälle Bad und wir sind mittendrin.“ Die Stimmung ist von Beginn an bestens. Kein Wunder, die Zuschauer werden bereits vor der Show für den guten Einstieg gebrieft: „Ausrasten wäre schön.“ Mit dem Lied vom „Popeye-Pflaster-Tattoo“ aus der „Pforzheimer Pflasterfabrik“ steigt man musikalisch hochdeutsch in bester Schwabenrock-Manier in den etwas chaotisch und schräg verlaufenden Abend ein. Wenig Akkorde, viel Klamauk und schrille Darstellungen prägen das Programm.

Das Publikum singt schon beim ersten Lied den nahezu sinnfreien Refrain begeistert mit. Lars Battnott liest: „Geraden Bananen nehme ich nichts krumm“. Eine „dreiminütige Lichtshow“ fordert die Vorstellungskraft der Besucher ebenso wie die textlichen Ausschweifungen der Protagonisten – „wenn zwei sich freuen, dann heult der Dritte“. Dann bringt Nisse Barfuss eine Handpuppe auf die Bühne. „Soll das da die Lichtshow sein?“ Auch sie singt. „Wer tut das Rauchen brauchen?“ Das Publikum steigt begeistert mit ein. „Genieß den Scheiß – jeder Moment ist es wert, gelebt zu werden so als wenn es der einzige wär.“

Jochen der Schwertfisch trauert seiner Liebe „Susie“ nach, einer Fischreiherin. „Wir liebten uns am Fluss im Bett.“ Das Publikum singt mit. Das letzte Lied: „Es geht ja immer noch schlimmer.“ Mehr muss man zu dem bewusst zweifelhaft gestalteten musikalischen Comedy-Abend fast nicht sagen.

Nisse Barfuss, der als Nils Buchholz für die Freilichtspiele auf der Treppe steht, hat mit seinen Begleitern eine wirklich ungewöhnlich schräge Comedy-Show auf die Bühne gestellt. So schräg, dass man wirklich bereit dafür sein muss. Wer das ist, erlebt einen tollen Abend, der das Leben im Bälle-Bad der weichgespülten Comedy-Industrie persifliert. So gut, dass er fast schon wieder ein Teil dieser Branche ist. Aber eben nur fast. Schön, wenn es dann wenigstens so gut gemacht wird wie beim schrillen, schrägen und etwas chaotisch wirkenden Auftritt im Anlagencafé.

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