Das Parken wird teurer

Tarife: Ab 1. Juni wird am Freibadparkplatz von externen Nutzern Geld kassiert. Zudem sollen Gebühren an Parkautomaten um 10 Cent pro 15 Minuten erhöht werden.

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Wer in Schwäbisch Hall seinen Wagen abstellen will, muss mehr Geld bezahlen. Seit 1. März werden nicht mehr 1,20, sondern 1,50 Euro pro Stunde in einem Parkhaus in der Stadt verlangt. Hallcard-Benutzer kommen mit 1,20 Euro pro Stunde günstiger weg. Diese Erhöhung ist längst vollzogen. Dabei wirkt sich auch eine Verkürzung des kostenlosen Parkens in der Nacht auf den Geldbeutel aus. Statt von 8 bis 18 Uhr wird nun schon von 6 bis sogar 20 Uhr Geld in Parkhäusern kassiert, die in Hall von den Stadtwerken betrieben werden.

Autoverkehr steuern

„Da kamen auch Reaktionen“, berichtet Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim in einer Ausschusssitzung am 8. Mai über die Gebührenausweitung der Stadtwerke. Denn vor allem Teilnehmer an Veranstaltungen, die vor 20 Uhr beginnen, müssen nun plötzlich Geld fürs Parken bezahlen. Statt kostenlos den Wagen abzustellen, müssen nun für die Dauer eines VHS-Kurses 2,40 bis 3 Euro bezahlt werden.Wenn die Stadtwerke Gebühren in ihren Tiefgaragen anheben, fühlt sich auch die Stadtverwaltung in der Pflicht, die Tarife für ihre Parkflächen im Freien anzupassen. „Das Parkverhalten kann in gewisser Weise gesteuert werden“, steht in der Verwaltungsvorlage. Das Ziel: Es soll auf den Stellplätzen vor den Läden und Gaststätten ein „möglichst hoher Umschlag erzielt werden“. Jeder, der eine Besorgung machen will, soll auch einen Parkplatz finden. Daher schlägt die Stadtverwaltung vor, die vier Tarifzonen in der Innenstadt zu zwei zusammenzufassen. Im inneren Bereich (Hafenmarkt, Haalstraße, Steinerner Steg, Salinenstraße) sollen 15 Minuten parken 40 Cent kosten, statt bisher 30 Cent. Zudem soll man dort wie bisher höchstens eine Stunde von 8 bis 18 Uhr parken dürfen. Alle weiteren Parkplätze in der Innenstadt (innerhalb des Stadtgrabenrings) mit Parkautomat sollen für 60 Cent pro 30 Minuten zu haben sein.

Die Vorschläge sorgen für Diskussionen. Die Idee der Angleichung der Parkgebühren im Freien an die in den Parkhäusern sei auf halber Strecke stehen geblieben, argumentiert Helmut Kaiser (SPD-Fraktionssprecher) in Bezug auf den abendlichen Besuch in Hall: „Während man dann im Parkhaus drei Euro bezahlt, kann man auf dem Haalplatz ab 18 Uhr bis in die Puppen kostenlos parken.“

Auch Uta Rabe (CDU) meint dazu: „Kein Mensch fährt dann noch in ein Parkhaus, sondern auf die Parkplätze. Das ist doch Chaos.“ Das Problem: Verlangt man draußen bis 20 Uhr Geld fürs Parken, muss das kontrolliert werden.

Einen radikaleren Ansatz verfolgt Damiana Koch (fraktionslos): „Kann man das nicht kostenlos machen?“  Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim klärt sie auf: „Wir haben einen beschränkten Parkraum. Wenn wir den kostenlos machen, ist er den ganzen Tag zugeparkt.“ Das könnte keinem Geschäftsinhaber gefallen.

Die Abstimmung über die Parkgebührenerhöhung fällt im Ausschuss (9 Ja, 6 Enthaltungen, 2 Nein – kreuz und quer durch alle Fraktionen) uneinheitlich aus. Nun  muss der Gemeinderat am 31. Mai entscheiden.

Die Flächen am Schenkenseebad werden ab 1. Juni mit Schranken versehen. Zunächst ist nur der Parkplatz direkt am Freibad betroffen. Besucher des Schenkenseebades, des Fitnessstudios Actic, des Bowling-Centers und des Restaurants Yangtse parken weiterhin kostenfrei. Für Fremdnutzer wird der Parkplatz entgeltpflichtig, teilen die Stadtwerke jetzt mit.

Es parken dort andere Fahrzeuge und nutzen das bislang kostenfreie Parkplatzangebot, sodass die Badegäste an stark frequentierten Tagen immer häufiger keinen Parkplatz mehr finden, argumentieren die Stadtwerke. Die Parkfläche rund um das Schenkenseebad wurde in den letzten Jahren zweimal vergrößert. Nun werden nochmals weitere Parkplätze in Richtung Hessental gebaut. In die Verbesserung der Parkplatzsituation wurden damit insgesamt rund 1 Millionen Euro investiert.

In der ersten halben Stunde, in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, sowie am Wochenende und an Feiertagen bleibt das Parken am Freibad kostenfrei. Ebenso bleibt das Parken für alle Besucher, die sich mindestens 30 Minuten im Schenkenseebad aufhalten, im Actic-Fitnessstudio trainieren, Bowlen oder im Yangtse essen gehen, weiterhin kostenfrei.

Die Entgelte, die ab 1. Juni zu entrichten sind, liegen für Kurzzeitparker nach 30 freien Minuten bei 0,50 Euro beziehungsweise bei 0,50 Euro für jede weitere angefangene Stunde. Maximal sind 4,50 Euro pro Tag zu entrichten. Wer im Besitz eines Jobparker-Tickets ist, zahlt auf dem Schenkensee-Parkplatz, unabhängig von der täglichen Parkzeit, eine Bruttostellplatzpauschale von 40 Euro im Monat oder 360 Euro im Jahr. Mit der Hallcard sind nach der ersten halben Stunde – je nach gewähltem Aufladebetrag – zwischen 1,3 Cent und 1,6 Cent je Minute und nach der ersten vollen Stunde zwischen 0,5 Cent und 0,8 Cent je Minute zu bezahlen.

Mit der Chip-Karte des Schenkenseebads, der Saisonkarte des Freibads, mit dem Actic-Chiparmband, der Hallcard oder dem Jobparker-Ticket kann auf dem Parkplatz ein- und ausgefahren werden. Wer kein solches Medium hat, der zieht bei der Einfahrt eine Parkkarte. Die Ausfahrt muss dann per Chipkarte an einem Terminal im Bad, oder beim Personal des Bowling-Centers freigeschaltet werden.

Die Einnahmen durch die Erhöhung in den Tiefgaragen und am Bad gleichen die Verluste beim Betrieb der Parkflächen bei weitem nicht aus, klärt Stadtwerke-Geschäftsführer Gebhard Gentner auf. Seit 2002 wurden 60 Millionen Euro in neue Parkhäuser und deren Sanierung investiert. Die Einnahmen durch Gebühren decken nur die laufenden Kosten, nicht die Investitionen ab. tob

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