Das Kalb lebt – und darf am Leben bleiben

Der über 14-tägige Aufenthalt in Hessental ist zu Ende. Donnerstagabend wurde das Kalb, das auf dem Weg zum Schlachter entwischte, wieder eingefangen.

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Das Kalb auf dem Firmengelände, kurz bevor es eingefangen wurde.  Foto: 

Es ist vermutlich gleich nach der Flucht auf dem Schlachthof um 8.30 Uhr durch das Tor der Firma E 3, einer Würth-Tochter, in der Eugen Bolz-Straße 5 in Hessental marschiert und hat sich hinten auf der großen Fläche, wo Gebüsch und genug Gras wächst, seither gut ernährt und auch versteckt. Da der Wachdienst den Bericht im Haller Tagblatt gelesen hatte, verständigte er die Polizei. Diese verständige den Biobauern Grau aus Kaisersbach um zirka 22 Uhr. Grau fuhr noch hin und schaute mit dem Wachdienst und der Polizei nach dem Kalb und konnten es mit der Taschenlampe ausfindig machen. Freitagmorgen konnten zwei Bauern das rund 230 Kilogramm schwere Tier mit Hilfe der Angestellten der Firma nach mehreren misslungenen Versuchen schließlich in den Viehanhänger verladen, in den es endlich hineinspazierte. „Ich brachte es wieder in den Spatzenhof, wo es sogleich von den anderen Tieren begrüßt und aufgenommen wurde“, berichtet Bauer Grau. „Ich habe mich nun entschlossen, das Kalb zu behalten und zur Nachzucht zu verwenden. Ende gut - alles gut!“

Auch die Veganerin Margit Meiser-Lill ist froh. Sie wollte das Tier dem Bauern für 900 Euro abkaufen, damit es nicht stirbt. Sie schreibt: „Das Kleine ist wieder bei seiner Mama und Herr Grau lässt es leben. Ich habe ihm eine Patenschaft angeboten, aber das hat er abgelehnt. Er sagte mir, dass er keine Landwirtschaft im herkömmlichen Sinne betreibt und auch nicht davon lebt. Ich hatte beim Telefonat das Gefühl, dass ihm das Kleine durch die Geschichte ans Herz gewachsen ist und er erzählte mir auch begeistert, dass es gerade auf der Weide herum rennen würde. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich ihm vertrauen kann.“ Jetzt erhält das Tier noch einen Namen. Welchen, das weiß Bauer Georg Grau nicht. „Da werde ich jetzt meine Kinder fragen.“

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