Das Erbe des Neubauers

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  • Landschaftsarchitekt  Armin Hauenstein vor seinem wunderschönen Bauernhaus in Schönenberg. 1/6
    Landschaftsarchitekt  Armin Hauenstein vor seinem wunderschönen Bauernhaus in Schönenberg. Foto: 
  • Das  1838 gebaute Haus war von 1971 bis 1983 das Hohenloher Bauernmuseum. 2/6
    Das 1838 gebaute Haus war von 1971 bis 1983 das Hohenloher Bauernmuseum. Foto: 
  • Spätsommerromantik: Herbstanemonen, wilder Wein und Efeu zieren den Hintereingang. 3/6
    Spätsommerromantik: Herbstanemonen, wilder Wein und Efeu zieren den Hintereingang. Foto: 
  • Anwesen Armin Hauenstein in Schönenberg, Gemeinde Untermünkheim. Der Landschaftsarchitekt  hat den Fachwerkbau, in dem das Hohenloher Bauernmuseum Schönenberg untergebracht war (der Vorgänger des Freilandmuseums Wackershofen) vorbildlich renoviert. 4/6
    Anwesen Armin Hauenstein in Schönenberg, Gemeinde Untermünkheim. Der Landschaftsarchitekt hat den Fachwerkbau, in dem das Hohenloher Bauernmuseum Schönenberg untergebracht war (der Vorgänger des Freilandmuseums Wackershofen) vorbildlich renoviert. Foto: 
  • Anwesen Armin Hauenstein in Schönenberg, Gemeinde Untermünkheim. Der Landschaftsarchitekt  hat den Fachwerkbau, in dem das Hohenloher Bauernmuseum Schönenberg untergebracht war (der Vorgänger des Freilandmuseums Wackershofen) vorbildlich renoviert. 5/6
    Anwesen Armin Hauenstein in Schönenberg, Gemeinde Untermünkheim. Der Landschaftsarchitekt hat den Fachwerkbau, in dem das Hohenloher Bauernmuseum Schönenberg untergebracht war (der Vorgänger des Freilandmuseums Wackershofen) vorbildlich renoviert. Foto: 
  • Alles im Blick: Neben dem Eingang wacht eine Büste von Armin Hauenstein. Diese wurde von Hermann Koziol gestaltet. 6/6
    Alles im Blick: Neben dem Eingang wacht eine Büste von Armin Hauenstein. Diese wurde von Hermann Koziol gestaltet. Foto: 
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Johann Georg Feuchter hatte einen Traum: Er wollte das schönste Haus im ganzen Oberamt Hall bauen. Wie in Schönenberg überliefert wird, und wie Friedrich Krumrein in seinem Buch „Auslese“ notiert hat, ging er deshalb in alle Orte der Umgebung und schaute sich um. An welchem Vorbild er sich orientierte, ist unbekannt, aber sein 1838 in Untermünkheim-Schönenberg gebautes Anwesen gehörte im 19. Jahrhundert zu den größten und schönsten im Dorf. Hausname: Neubauer.

Heute leben dort Armin Hauenstein (84) und seine Lebensgefährtin Heidi Lindner. Der Landschaftsarchitekt hatte 1982 die Landesgartenschau in Schwäbisch Hall konzipiert und umgesetzt, war so in die Region gekommen – und ist geblieben. Einen Beitrag dazu leistete das Haus, das zwischen 1971 und 1983 Bauernmuseum war – der Vorgänger des Hohenloher Freilandmuseums Wackershofen. Das Museumshaus stand zum Verkauf, und Hauenstein bekam den Zuschlag. In den Jahren darauf renovierten er und seine inzwischen verstorbene Frau Ricarda das Anwesen. Bei der Führung macht Hauenstein auf Details aufmerksam. Dass etwa das Natursteinpflaster im Flur ursprünglich zum Teil in der Schlachtküche lag. Oder dass die Sandsteinblöcke, aus denen die Mauern im Erdgeschoss bestehen, jeweils ein „B“ tragen. Hauenstein geht davon aus, dass die Steine von der abgegangenen Ruine Bachenstein stammen, welche früher nahe Döttingen stand.

Pflaster und Rasen statt Beton

Rund um das Haus hat Hauenstein das weitläufige Gelände mit fachlicher Hand gestaltet. „Hier liegt die Gelbinger Gasse“, zeigt er auf das Pflaster vor der Scheune. Als vor 30 Jahren die Gasse in Hall neu gepflastert wurde, kaufte er die ausrangierten Steine. Der Hofbereich war betoniert, als Hauensteins einzogen. Der Beton wurde rausgerissen, auf den Schotter einige Zentimeter Substrat aufgebracht. Die eine Teilfläche vor dem Haus ist englischer Rasen, die größere ist eine bunte Blumenwiese.

Den Bauerngarten an der Südseite bewirtschaftet Hauenstein selbst. Wein rankt am Haus empor („Die Trauben sind heuer schön wie noch nie.“), daneben liegen die Gemüserabatten. „Wir essen das ganze Jahr vom Garten.“ Prall wachsen Spitzkohl, Rosenkohl, Wirsing, Rote Beete und Möhren in den Beeten.

Hauenstein führt über das weitläufige Gelände mit Gewächshaus, Streuobstwiese (er hat 50 Bäume gepflanzt), Teich und Wald und berichtet aus seinem Leben. Geboren wurde er in Nürnberg. Bei einem Bombenangriff auf die Stadt starben sein Vater und sein Großvater. Er, seine Mutter und sein kurz zuvor geborener Bruder waren auf sich gestellt. „Ich bin früh entwurzelt worden.“ Er arbeitete als Bub in der Landwirtschaft – so wurde der Grundstein zu seinem Studium gelegt. Die Liebe zum Gestalten von Schönem kam von seinem Onkel hinzu, mit dem er sich gut verstand.

Letztlich Wurzeln geschlagen

Wurzeln schlug Hauenstein schließlich in dem Haus in Schönenberg. Und in seiner Arbeit, die den 84-Jährigen immer noch beflügelt: Er berät Schrozberg, Niederstetten, Michelfeld und Gera­bronn in Sachen Städtebau. So gesehen macht er dem Hausnamen Neubauer alle Ehre.

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