Landfrauen besuchen M.U.T.-Kinderheim in Rumänien

44 Landfrauen aus Schwäbisch Hall besuchen auf Rumänien-Rundreise das Kinderheim in Bulgarus.

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Gerhard Fischer misst sich mit Jugendlichen im Kinderheim am Tischkicker.  Foto: 

Von Timisoara (Temeswar) bis zum Donaudelta und weiter nach Bukarest führt die neuntägige Reise der  Kreislandfrauen Schwäbisch Hall. Bereits am zweiten Tag besuchen sie das Dorf Bulgarus im Banat. Viele Häuser des kleinen Ortes tragen noch die Namen der donauschwäbischen Erbauer. Manche sind unbewohnt und verfallen. In anderen leben, neben Rumänen, auch Sinti und Roma. Ziegen, Hühner und Hunde dösen im Schatten der Bäume auf den Wiesenstreifen, entlang der unbefestigten Straßen.

„Wer auf Gott vertraut hat wohl gebaut“, lautet die Inschrift über einem der drei Wohngebäude des „Casa de Copii“, dem „Haus für Kinder“, das der Haller Verein „Mitmachen und Teilen“ (M.U.T) im Jahr 1996 gegründet und seither liebevoll renoviert hat. Im Innenhof werden die Gäste aus Deutschland bereits erwartet. Die Augen von Walter Stutz strahlen. „Für mich ist das immer ein Gefühl wie Nachhause kommen“, freut sich das M.U.T.-Vorstandsmitglied aus Raibach und umarmt das Heimleiter-Ehepaar, die Mitarbeiter und Kinder herzlich. Ungefähr 17 Mal im Jahr nimmt er die weite Reise auf sich.

Annäherung am Tischkicker

Unter den großen Sonnenschirmen genießen alle zusammen Fingerfood, rumänische Köstlichkeiten und Kuchen. „Annäherungsversuche sind wegen der Sprachbarrieren schwierig“, bedauert Gerhard Fischer aus Wolpertshausen-Hörlebach. Am Tischkicker versteht er sich später mit ein paar Jugendlichen auch ohne Worte.

Danach führt Walter Stutz durch die Räumlichkeiten. In der großen Küche werden die Mahlzeiten für alle zubereitet. In kleinen Gruppen werden die Kinderzimmer besichtigt. „Sie sind einfach und zweckmäßig eingerichtet, wirken aber sauber und aufgeräumter als bei uns“, schmunzelt eine Mitreisende. Zwei bis drei Kinder teilen sich jeweils ein Zimmer. Poster, selbstgemalte Bilder und Kuscheltiere schaffen eine persönliche Atmosphäre. Auf den Schreibtischen können die Schüler an einfachen PCs arbeiten.

„Und hier leben Menschen?“ Der abschließende Kurzbesuch bei einer Roma-Familie macht die Reisenden ziemlich betroffen. Das Häuschen, bestehend aus Küche und Schlafzimmer, gleicht einer Ruine. Die einstigen Stallungen sind bereits eingestürzt. Hungrig machen sich die drei kleinen Kinder über mitgebrachtes Gebäck her.

Als Analphabeten haben die Eltern auch in Rumänien keine Chancen auf einen Arbeitsplatz. „Da sie regelmäßig im Heim helfen, soll ein einfaches Wohnhaus für sie geschaffen werden“, erfahren die Gäste. „Vielleicht erwartet die Kinder dann eine bessere Zukunft“, hofft Anita Haag, die Vorsitzende der Kreislandfrauen, nachdenklich.

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