Club öffnet erst im Sommer, die Lounge schon im März

Große Teile des neuen Domizils in der Spitalmühlenstraße sind noch immer eine Baustelle. Am zügigsten gehen die Arbeiten im „Club del Rio“ voran.

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Der Holzfußboden hat die zwei Schichten Hartwachsöl gerade aufgesogen, die himmelblaue Farbe an der Decke ist noch nicht lange trocken, die Stromanschlüsse sind frisch verlegt und die Küche schon betriebsbereit. „Heute Nachmittag bekommen wir die Möbel für die Lounge geliefert, es geht also vorwärts“, freut sich Helena Vomfelde. Die Mitglieder des Clubs Alpha haben die 37-Jährige zur Gastronomin ihrer Wahl gekürt. Vomfelde möchte deshalb ihre „Snack-Bar-21“ am Limpurger Platz zum 1. März schließen und möglichst nahtlos den „Club del Rio“ im neuen Club-Alpha-Domizil in der Sptitalmühlenstraße eröffnen.

„Es hängt vor allem davon ab, wie schnell die sanitären Anlagen fertig werden“, sagt Vomfelde, die drei Jahre in Costa Rica verbrachte. Zur zentralamerikanischen Küche, die sie den Besuchern des „Club del Rio“ kredenzen möchte, soll natürlich das Ambiente passen. Auf die derzeit noch weißen Wände sollen Foto-Tapeten im Jungle-Look aufgebracht werden. „Ob wir nebenan einen Raucherraum oder einen Familienlunch-Bereich einrichten“, muss erst noch demokratisch entschieden werden“, sagt Vomfelde. Erstmals gefeiert werden soll in der Lounge schon vor der offiziellen Eröffnung – am 12. Februar, ihrem Geburtstag.

Schiefe Tanzfläche

Auch wenige Meter weiter im rund 180 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal tut sich einiges. Auf der künftigen Bühne werden gerade Seekieferplatten zurechtgesägt, mit denen der Boden in den nächsten Wochen peu à peu ausgelegt werden soll. Weil der Untergrund ein beachtliches Gefälle aufweist, gestaltet sich das recht schwierig – permanent muss mithilfe eines Lasers nachgemessen werden. „Immerhin haben wir nun doch einige Genehmigung für den Holzboden bekommen, darauf lässt es sich wesentlich besser tanzen“, sagt Club-Vorstand Frieder Simpfendörfer. Dies sei wegen brandschutzrechtlicher Vorschriften zunächst fraglich gewesen. Die noch kahlen Wände des Veranstaltungsraums sollen diverse Schriftzüge erhalten. Bislang sticht nur ein großes Bild der Anarchistin Emma Goldmann ins Auge, das ein Dresdener Künstler gemalt hat.

Viel zu tun im Obergeschoss

Beim Rundgang mit Frieder Simpfendörfer wird klar: Bis das neue Domizil öffnen kann, müssen die Clubmitglieder noch etliche 100 Arbeitsstunden investieren. Zwar sind im Erdgeschoss schon W-Lan installiert, Toiletten gefliest, der Getränkeraum eingerichtet und die Kühlzelle angeschlossen. Im Obergeschoss indes stehen die Bauarbeiten teilweise noch am Anfang. Unverputzte Wände, frei liegende Stromkabel und Massen an zwischengelagertem Inventar aus den alten Clubräumen des Löwenkellers prägen das Bild. An einem großem Mehrzweckraum, drei bereits vermieteten Ateliers, einer kleinen Wohnung für Bands oder Künstler, die im Club auftreten, an einer Terrasse sowie am Raum des Frauenzentrums wird dort gearbeitet.

Wie der Außenbereich mit der großen Lärmschutzwand gestaltet wird, steht noch nicht endgültig fest. „Vermutlich integrieren wir innen eine Kletterwand und gestalten das Äußere der Wand mit Graffiti“, sagt Frieder Simpfendörfer. Jedes Wochenende seien etwa 20 Helfer im Einsatz, um die Fertigstellung des neuen Club-Domizils voranzutreiben. „Voraussichtlich im Juni“, lautet Simpfendörfers vorsichtige Prognose zum offiziellen Eröffnungstermin. Allerdings soll es in der Spitalmühlenstraße bereits am 1. April ein erstes Konzert geben. Für weitere Veranstaltungen will der Club Alpha vorerst in die Kultbucht in der Haalstraße ausweichen.

Der Löwenkeller, das alte Domizil des Club Alpha in der Stuttgarter Straße, wurde in den letzten Wochen komplett leergeräumt. „Am 13. Februar müssen wir ihn an die GWG besenrein übergeben“, sagt Club-Vorstand Frieder Simpfendörfer. Ein konkreter Abrisstermin für das Gebäude steht indes noch nicht fest. Aktuell befinde man sich noch in den Vorplanungen, teilt die Haller Stadtverwaltung mit. Die im Löwenkeller heimische Siebenschläfer-Population dürfte den Abriss nicht verzögern. Das Büro für Naturschutz- und Landschaftsplanung GEKO-Plan aus Oberrot habe das alte Club-Alpha-Gebäude im Auftrag der Stadt artenschutzrechtlich untersucht. Laut Auskunft der Biologen befinden sich die Siebenschläfer derzeit im Winterschlaf, aus dem sie voraussichtlich im Mai aufwachen werden. In diesem Zeitraum sollen die Nagetiere über Wochen hinweg per Lebendfalle eingefangen und anschließend im weiteren Umfeld ausquartiert werden, heißt es weiter. Ein Abriss ohne vorherige Ausquartierung wäre nicht möglich, denn die Siebenschläfer stehen unter Artenschutz.

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