Chillen, genießen, an Grenzen gehen

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Mit dem Hupen seiner Gas-Fanfare schickt Bürgermeister Timo Wolf die 52 Teilnehmer am ersten Elements-Run beim Festival der Passion in Neuhütten auf die Naturstrecke. Nach wenigen hundert Metern erwartet die Läufer am Samstagnachmittag auf einer Wiese bei Blindenmannshäusle die erste Schikane mit einer Wasserrutsche aus Plastikplanen. Diese haben Helfer und Organisatoren der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde eingerichtet. Mit viel Enthusiasmus gleiten Männer und Frauen die nasse Bahn hinab.

Im Wald überqueren die Elements-Runner auf einem Netz einen Bach. Sie robben im Unterholz und balancieren auf einem Baumstamm. Auf halber Strecke spritzt im Tal beim Schützenheim von Maienfels das Wasser in einem Schlammtümpel auf, als die Läufer vom steilen Waldpfad aus hineinspringen. „Willkommen im Dreck“ steht auf dem T-Shirt eines Teilnehmers. „Moritz, gib alles“, skandiert die kleine Zuschauergruppe hinter dem rot-weißen Absperrband. Nach dem Tümpel geht es steil bergauf. „Das ist ja noch viel cooler, als ich es mir vorgestellt hatte“, ist Festival-Mitorganisator Ralf Wieland begeistert. Kurz vor dem Ziel wird es heiß: Die Strecke führt zwischen brennenden Schwedenfackeln hindurch und die Sportler springen über einen Feuergraben, den die Feuerwehr bewacht.

Anspruchsvolle Steigungen

Ausgedacht und organisiert haben sich die Rennstrecke Stephan Becher und Marcel Frei. „Das war schon sehr anspruchsvoll, sowas hab ich noch nie gemacht“, sagt Siegfried Veil aus Forchtenberg. Der 49-jährige  passionierte Halbmarathonläufer ist ältester Elements-Run-Teilnehmer.

„Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man es geschafft hat“, sagt Karin Kurz, Siegerin bei den Frauen. Das anspruchsvollste seien die steilen Steigungen und vielen Höhenmeter, da sei sie schon an ihre Grenzen gekommen.

Am Spätvormittag sind alle 40 Tischgarnituren vor der großen Konzertbühne besetzt, als die Skylights das Musikprogramm eröffnen. Begeistert klatschen die Fans bei „Shut up and dance“ mit.

„Wir wollen den Löffel sehn“, skandieren zehn junge Männer vom VfL Mainhardt. Sie holen ihren Freund und Skylight-Sänger Stefan Löffelhardt zum Junggesellen-Abschied ab. Mit ihrer fetzigen Rockabilly-Musik aus den 50ern reißen die „Ponycars“ aus Freiberg das Publikum von den Bänken. Die „Sweet Sorrows“, Sammy und Kylie Horner aus Dublin, verwöhnen mit irischem Folk. Ein Festival-Highlight ist abends der Auftritt von Liedermacher Albert Frey. „Das  Konzertprogramm ist sehr vielfältig und ansprechend“, sagt Besucherin Anna Bullinger.

EMK-Helferin Thea Reichert freut sich, dass sie sich nicht ums Essen kümmern muss. Mit Stefanie Brodbeck betreut sie den Cupcake-Stand. Für die Kulinarik sorgen sechs Food-Trucks. Pulled-Pork-Burger, Empanadas, Streetfood aus Kolumbien oder die Nudel-Spezialitäten von Küchenmeister Daniel Köpcke und seiner Frau Efthania munden genauso gut wie die klassische Rote oder Schwäbische Dinnede. „Es war einfach unglaublich, was wir heute erlebt haben“, schwärmt Pastorin Anne Oberkampf am Abend.

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