Seltene Stücke von Bach und Händel beeindrucken

Geistliches Konzert in der Herz-Jesu-Kirche Mainhardt rückt Schuld und Sühne in den Fokus.

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Orchester und Solisten im Altarbereich der Kirche.

Die vielen Besucher, die am Volkstrauertag die katholische Kirche in Mainhardt aufsuchten, wurden Zeugen einer besonderen Aufführung. Unter der Federführung von Dr. Joachim Gobbert wurde ihnen ein musikalisches Menü geboten, das nicht nur Kenner und Liebhaber zufriedenstellte.

Auf dem Programm standen eher selten aufgeführte Werke der Kirchenmusik: das Orgelkonzert op. 7 Nr. 4 d-Moll von Georg Friedrich Händel sowie der von Johann Sebastian Bach vertonte Psalm 51, eine Bearbeitung des ‚Stabat Mater‘ von Giovanni Pergolesi.

Geistliche Konzerte sind eher rar, obwohl Musik eine wichtige Rolle in der Liturgie spielt.  Musik berührt, und das empfanden die Zuhörer auch beim musikalischen Auftakt, Händels Konzert für Orgel und Orchester. Hildegund Treiber an der Orgel und das Orchester Sinfonia 02 mit Mathias Neundorf als Konzertmeister ließen die Frage vergessen, wer hier Kaiser (Orchester) und Papst (Orgel) ist.

Die Kombination war sehr ästhetisch und die Organistin entlockte dem Instrument Töne, die die sonstigen Kirchenbesucher nicht gewohnt sind. Wer wollte, konnte Anklänge an den ‚Messias‘ heraushören. Großer Beifall. Anschließend gab Michael Gerstner, Leiter und Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Schwäbisch Hall, eine ausführliche und fundierte Einführung in den biblischen Psalm 51 und seine 20 Verse. Dieser Psalm beinhaltet exemplarisch alle Bereiche menschlicher Befindlichkeit, vor allem das Thema Schuld und Sühne. Kein Geringerer als König David soll Gott mit diesem Psalm um Verzeihung gebeten haben. „Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein!“

David hat schwere Schuld auf sich geladen, er bereut und Gott verzeiht ihm. Diese Abfolge von Schuld, Erkennen der Schuld und Neuanfang hat auch heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Ihre musikalische Umsetzung durch Bach wurde von den beiden Solisten Dr. Gobbert und Hee-Tae Kim kraftvoll und ausdrucksstark vorgetragen, ein Gotteslob der besonderen Art. Der langanhaltende Beifall war Ausdruck des Wunsches nach einer Fortsetzung im nächsten Jahr.

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