Burgfestspiele nur noch alle zwei Jahre?

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Wolfgang von Stetten und der ungarische Botschafter Dr. Péter Györkös machen sich Gedanken über die Zukunft der Burgfestspiele Schloss Stetten.  Foto: 

Der Hut hat Wolfgang von Stetten mal wieder Glück gebracht. Es ist fast wie immer bei der Premiere der Burgfestspiele auf Schloss Stetten: trocken und sommerlich warm. Deshalb kann sich das beliebte Happening hoch über dem Kochertal wie gewohnt mit viel Flair und Verve entwickeln: vom Empfang bis zum Ausklang. Und doch hat man das Gefühl: Diese Premiere spielt in einer Zwischenzeit. Veränderungen stehen an.

Beginnen wir beim Barockschloss, das nun endlich renoviert werden kann. „Am 11. Juli kommt der Kran“, sagt von Stetten. Lange genug hat’s gedauert, eigentlich sollte das Schmuckstück schon dieses Jahr in neuem Glanz erstrahlen. Jetzt ist es 2018 so weit. Definitiv. Der Denkmalschutz hat nach langem Hin und Her auch seinen letzten Segen gegeben. Nächstes Mal werden sich darin die Schauspieler umziehen und duschen, vorbereiten und verköstigen können. Jene Laiendarsteller haben jetzt schon zum zweiten Mal pausiert, nachdem Regisseur Björn Dömkes im September 2015 überraschend gestorben war. 2016 engagierte man eine Profi-Truppe, 2017 nutzten die Burgfestspiele das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Künzelsau und Marcali, um mit der ungarischen Operette „Die Csárdásfürstin“ ein zweites Mal Luft zu holen, bevor mit neuem Regisseur die Ära der historischen Heimatstücke wieder aufleben soll. Und zwar konsequent. Das Stück für 2018 steht schon fest: „Der Postraub von Mäusdorf“.

In dieser Tradition lokal verwurzelter Stoffe soll es danach weitergehen. „Da gibt es noch einiges“, sagt von Stetten, „etwa ,Der Mord am Pfarrer vom Sindringen’“. Mit „Hi Hohenlohe – Hi Stetten“ waren die Burgfestspiele vor 28 Jahren gestartet.

Hohenloher Geschichten

In seiner Ansprache war keine Rede davon. Doch in der Pause verriet Wolfgang von Stetten: „Vielleicht finden die Burgfestspiele nur noch alle zwei Jahre statt.“ Der Aufwand, die Kosten, das müsse man im Blick haben. Und: „Womöglich sind Stadtfest und Burgfestspiele in einem Jahr zu viel.“ „Die Csárdásfürstin“ passt jedenfalls gut in diese Übergangszeit. Der ungarische Botschafter in Berlin, Dr. Péter Györkös, schwärmt: „Ihre Heimat ist wunderschön.“ Über Politik wollte er gar nicht reden, doch das Stück hat auch einen politischen Kontext, und die Zeiten sind unruhig: „Wir Ungarn und Deutschen haben füreinander und für Europa noch viel zu tun.“

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