Bürger wollen Grüngürtel am Keckenweg pflegen, falls Bauvorhaben reduziert wird

Bürger richten einen "Natur-Erlebnis-Raum" ein. Im Gegenzug verzichtet die Stadt auf den Bau von drei der fünf Häuser am Keckenweg. Dazu müssten allerdings die bisherigen Pläne geändert werden.

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Eine große Esche steht noch auf dem Gelände zwischen dem Keckenweg und der Breiteichstraße (im Vordergrund). Auf diese Wiese sollen die neuen Gebäude im Spätsommer gebaut werden. Anwohner fordern jetzt, dass auf drei der fünf Häuser verzichtet wird, um Platz für einen Naturgarten zu schaffen.  Foto: 

Zehn Bewohner der Heimbachsiedlung präsentieren am Mittwochabend im Gemeindesaal von Christus König ihren Plan. Sie bieten der Stadt Hall einen Handel an, der vertraglich abgesichert werden soll. Über einen bestimmten Zeitraum - die Rede ist von zehn Jahren - würden sie sich verpflichten, einen so genannten "Natur-Erlebnis-Raum" einzurichten und zu pflegen. Es soll eine Art begehbares Naturschutzgebiet mit Spielmöglichkeiten für Kinder, Treffpunkten für Senioren und viel Platz für Tiere entstehen.

Mit der Anlage des Grüngürtels und dessen Pflege könnten Ehrenamtliche der Stadt helfen, Geld bei der Grünpflege zu sparen, sagt Anwohnerin Sonja Schäfer. Sie würden kostenlos die amtlich auferlegten Ausgleichsmaßnahmen für die Bebauung erledigen. Der Naturgarten könne - über Kunsthalle Würth und Freilandmuseum hinaus - zum Markenzeichen für Hall werden.

Bleibt ein Teil unbebaut, werden Einnahmen fehlen

"Wir haben extra den Verein ,Lebenswerte Heimbachsiedlung gegründet, der bereits als gemeinnützig anerkannt ist", erläutert Erster Vorsitzender Andreas Förch. Dieser Tage erfolge der Eintrag ins Register, bereits in der Gründungsphase zähle die Gruppe 20 Mitglieder.

Ist das ein letzter, verzweifelter Versuch, die Bebauung am Keckenweg zu verhindern? Oder steckt ein dauerhaftes Interesse für den Naturschutz dahinter? Stadträte hinterfragen beim Treffen die Ernsthaftigkeit des Vorstoßes der Bewohner der Heimbachsiedlung. Von 21 eingeladenen Stadträten des Bau- und Planungsausschusses und Verwaltungsvertretern sind nur Monika Jörg-Unfried, Ernst-Michael Wanner und Thomas Pfisterer (alle SPD) sowie Andrea Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) erschienen.

Vereinsvorsitzender Förch zeigt mit einer Beamer-Projektion die Pläne für den Naturpark. Eher beiläufig erwähnt er, dass der Bau von drei geplanten Häusern dann nicht mehr möglich ist.

Die beiden größeren Häuser könnte man bauen, auf die drei kleinen sollte man verzichten - das erstaunt Stadtrat Wanner: "Sie wollen also die Querriegel stehen lassen?" Auch Stadtrat Thomas Pfisterer ist überrascht: "Es hat mich erstaunt zu hören, dass sie sagen: Die Mehrfamilienhäuser bleiben."

Am liebsten hätten die Anwohner auch weiterhin gar keine Bebauung, stellen sie klar. Aber: "Wir sagen nicht mehr: Ganz oder gar nicht. Wir wollen da einen Mittelweg finden", erläutert Sonja Schäfer die neue Position.

SPD-Stadträtin Monika Jörg-Unfried zeigt sich von den Plänen für den Naturgarten begeistert: "Ein tolles Projekt."

Ihr Fraktionskollege Thomas Pfisterer hat Zweifel an dem Handel. Lasse man einen Teil der Fläche unbebaut, würden Einnahmen wegbrechen. Die Räte sitzen zum Teil im Aufsichtsrat der mit dem Bau beauftragten Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWG). Sie versichern, dass sie das durchrechnen lassen wollen.

Pfisterer: "Wenn das aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht geht, ja dann. . ."

Gieseke: Schon immer sei Bebauung vorgesehen gewesen
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