Braunsbacher Partnerschaft mit Frankreich ist gelebtes Europa

Wieder fährt eine Gruppe Radfahrer aus Braunsbach in die französische Partnerstadt Vouille. Bürgermeister Frank Harsch hält das Zusammensein für wichtig.

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Beim Braunsbacher Pfingstmarkt kommen gerne Franzosen und Deutsche an einem Tisch zusammen. Der Freundeskreis bietet bei dem Fest auch Schlemmereien aus dem Nachbarland an.  Foto: 

Wenn sich am Freitag, 9. Juni, 35 Braunsbacher teilweise per Fahrrad, teilweise in Begleitfahrzeugen auf den Weg in die französische Partnerstadt Vouillé bei Portiers machen, dann ist das ein Stück Tradition. Schließlich wird die Idee der TSV-Jedermänner alle fünf Jahre umgesetzt – heuer zum fünften Mal.  Rund 1100 Kilometer lang ist die so genannte Bravo-Tour, die mit dazu beiträgt, dass die Freundschaft mit dem Nachbarland am Leben erhalten wird. „Auch wenn es heute eigentlich zu keinen neuen Freundschaften zwischen den Partnern mehr kommt“, weiß Werner Weidner, der die Aktion nun zum vierten Mal organisiert.

Früher, da seien die meisten Radfahrer nach ihrer siebentägigen Reise bei Gastfamilien untergekommen, heute übernachten die meisten während ihrer Tour auf einem Campingplatz. Das sieht Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch, der gleichzeitig Vorsitzender des Freundeskreises Vouillé-Braunsbach ist, allerdings nicht als Problem in der Beziehung. „Die Zeiten haben sich eben geändert“, meint er. Menschen schätzten heute ihre Privatsphäre mehr. Dafür gebe es  etliche persönliche Kontakte, die schon 30 Jahre seit dem Beginn 1987 anhalten.

Dass es der Partnerschaft an Nachwuchs fehle, sieht er als „logischen Prozess“. Schließlich habe diese auf der Aussöhnung nach dem Krieg zwischen Frankreich und Deutschland basiert. „Die ist zwischen den Ländern erreicht. Da gibt es keine Vorbehalte mehr“, ist sich Harsch sicher.

Friedliches Miteinander

Trotzdem hält er das Zusammensein für wichtig. „Die Zukunft sehe ich im Thema Europa“, so der Schultes. Die Partnerschaft demonstriere ein friedliches Miteinander. Auf der Ebene der Schulen funktioniere das gut mit Polen – das Schulzentrum Ilshofen pflege mit einer polnischen Bildungseinrichtung Kontakte. Werner Weidner hat zudem bemerkt: „Es gibt auch vermehrt eine Sprachbarriere.“ Junge Deutsche seien nicht so sicher in Französisch, in Vouillé lerne man in der Schule lieber Spanisch als Deutsch als zusätzliche Fremdsprache. Das komme eher der Partnerschaft zwischen Vouille und Molina de Aragón in Kastilien-La Mancha zugute.

Harsch findet, dass die Partnerschaft weiterhin sinnvoll ist, vor allem mit Blick auf Europa. „Dazu muss man auch nicht jedes halbe Jahr eine Aktion starten. Es reicht, wenn sich die Delegationen alle ein bis zwei Jahre treffen, dann ist das umso intensiver.“ Es solle auch kein Druck dahinter sein. Wenn  die Braunsbacher in Vouillé zu Gast sind, würden sie groß empfangen und großzügig umsorgt. Harsch war letztes Jahr in Frankreich, hat zwei Tage nach der Wahl des neuen Bürgermeisters gratuliert.

Frankreich fühlen

Auch in Deutschland werde die Partnerschaft gelebt. Beispielsweise beim Pfingstmarkt. Dort hat der Freundeskreis einen Stand, bietet Spezialitäten aus dem Nachbarland an. „Es ist schön, dann ein Glas Wein zu trinken und Frankreich zu fühlen“, so Harsch. Zum Fest kämen auch immer wieder Besucher aus Vouillé. Aber auch ohne die Partner vermittelt der Freundeskreis seinen Mitgliedern und Interessierten französisches Flair. „Ich erinnere mich gerne an einen Filmabend“, berichtet der Schultes. Damals wurde ein französischer Film im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Mit der Französin Julie Lorcher aus Arnsdorf wolle der Freundeskreis weitere Ideen umsetzen.

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