Braunsbach braucht weitere Hilfe

Der Wiederaufbau Braunsbach wird eine langwierige Geschichte. Ein Kommentar von Norbert Acker.

|

Der Wiederaufbau Braunsbach wird eine langwierige Geschichte. Dazu sind nicht nur professionelle Planungen, sondern ist auch viel Geduld bei der Antragstellung für öffentliche Förderungen nötig. Denn so wird es laufen: Braunsbach muss auf die Zuschussinstrumente des Landes zurückgreifen. So will es nun mal die Landesregierung. Das bedeutet viel Bürokratie und immer einen Eigenanteil bei Projekten, den die finanziell klamme Kochertalgemeinde nicht so ohne weiteres stemmen kann. Es gibt zwar schon Signale aus Stuttgart, dass man bei Liquiditätsproblemen aushelfen will, aber Signale allein reichen hier nicht aus. Wenn es im Oktober an die ersten Förderanträge geht, muss Braunsbach gesondert betrachtet werden. Und wenn es beim Geld hakt, dann braucht die Gemeinde weitere Finanzspritzen. Das ist einfach Fakt.

Die 10,6 Millionen Euro, die jetzt aus einem Nachtragshaushalt bereitgestellt werden, sind bei Gesamtschäden an der kommunalen Infrastruktur in Höhe von rund 104 Millionen Euro eben nur der sprichwörtliche  Tropfen auf dem heißen Stein. Es reicht gerade für die ersten Sofortmaßnamen zur Gefahrenabwehr – es geht dabei noch lange nicht um den Wiederaufbau, der sich über Jahre erstrecken wird. Die Gemeinde muss in Zukunft bevorzugt zum Zuge bei der Bewilligung von Fördermitteln kommen. Das muss von der Landesregierung in die zuständigen Fachressorts, sei es Wasser- oder Straßenbau, Landwirtschaft oder Tourismus, kommuniziert werden. Und zwar mit Nachdruck. Die Menschen in Braunsbach haben viel mitgemacht, man darf sie jetzt nicht im buchstäblichen Regen stehen lassen. Die Politiker am Land werden jetzt an dem gemessen werden, was sie versprochen haben. „Wir lassen Braunsbach nicht im Stich“ zu sagen, reicht da nicht aus. Die kommenden Förderantragsrunden werden zeigen, wie ernst solche Äußerungen gemeint sind.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Wie Hall die Bauern das Fürchten lehrte

Laut einer Chronik kam die Reichsstadt Hall im Bauernkrieg ungeschoren davon, weil ihre Bürger nicht mit einer Kanone umgehen konnten. Fake News oder Wahrheit? weiter lesen