Bis zu 70 Kilo weniger

Zahlreiche Besucher kommen zum siebten Adipositas-Tag ins Brenzhaus. Diak-Ärzte informieren über Magenverkleinerung und Magenbypass.

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Operative Möglichkeiten zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht standen beim Adipositas-Tag im Brenzhaus im Fokus. Oberarzt Dr. Jörg Jonas, neuer Leiter des Zentrums am Diak, erläuterte die Vorgehensweise und Erfolge operativer Verfahren, etwa bei einer Magenverkleinerung und dem Magenbypass.

Gewichtsverluste zwischen 50 und 70 Kilo seien im ersten Jahr nach einer Operation möglich. Das habe die Zuhörer im Brenzhaus beeindruckt, schreibt das Diak in seinem Bericht. Der Diabetes normalisiere sich häufig bereits während der ersten Woche des stationären Aufenthaltes, also noch vor der Gewichtsabnahme. Langfristig gelänge in 60 bis 85 Prozent der Fälle eine Normalisierung der Blutzuckerwerte, des Blutdrucks und der Blutfettwerte ohne Medikation, führte der Mediziner weiter aus.

Der Leiter der viszeralchirurgischen Klinik, Professor Dr. Markus Golling, nutzte den Adipositastag zur Einlösung von Wettschulden. Er hatte mit der Selbsthilfegruppe Adipositas gewettet, dass es kaum ein stark übergewichtiger Patient schaffen kann, das Normalgewicht ohne Operation zu erreichen. Die Chancen, diese Wette zu gewinnen, standen nicht schlecht, da die Statistik besagt, dass nur einer von 1000 Patienten das Normalgewicht erreicht und dauerhaft halten kann.

Letztendlich fand er mit Annette Johmann diese Patientin. Sie hatte über einen Zeitraum von zwei Jahren 80 Kilo an Gewicht verloren. Geschafft habe sie das alleine durch eine umfassende Veränderung ihres Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Die Leitung der Selbsthilfegruppe Adipositas darf sich nun über seine Spende in Höhe von 500 Euro freuen.

Der Chefarzt betont aber auch: „Die Chirurgie bietet eine Möglichkeit zur Gewichtsreduktion, ist aber nicht die alleinige Lösung.“ Am Zentrum arbeiteten daher unterschiedliche Disziplinen wie Ernährungs- und Bewegungstherapeuten, Psychologen und Chirurgen eng zusammen, um jedem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept anbieten zu können.

Es war der siebte Adipositas-Tag in Schwäbisch Hall. Ziel des Adipositaszentrums am Diak sei es, über die Folgen starken Übergewichtes und dessen Therapiemöglichkeiten aufzuklären. Übergewichtig sei mittlerweile die Hälfte aller Deutschen. Jeder Vierte gelte als krankhaft übergewichtig. „Legt man aktuelle Zahlen zugrunde, hätte der Fachtag knapp 2000 Menschen aus der Region betroffen“, heißt es im Bericht des Diakonie-Klinikums weiter.

Das Adipositaszentrum am Diak, aber auch die Selbsthilfegruppen in Gaildorf, Crailsheim & Bad Mergentheim, bieten regelmäßig Infoabende für Betroffene, Angehörige und Interessierte an. Der nächste Termin am Haller Diak ist am Donnerstag, 6. April, um 18:15 Uhr im ersten Stock, Raum H104.

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