Bei Frauen besonders beliebt

Das Angebot schafft die Möglichkeit, Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen zu können. Ein Forum für Unternehmen in Kupferzell findet große Resonanz.

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Für eine Ausbildung in Teilzeit kommen zahlreiche Berufe in Frage. Auch der zur Konditorin. Etwas schwieriger ist es allerdings in Handwerksberufen, denen eine einjährige Berufsfachschule vorausgeht.  Foto: 

Ich möchte meine Ausbildung mit einer Zwei abschließen“, erklärt Nesreen Ahmad, eine von rund 870 Teilzeitauszubildenden in Baden-Württemberg. Ihr ehrgeiziges Ziel ist typisch für – meist sind es – Frauen, die über den Teilzeit-Weg Familie und Ausbildung unter einen Hut bringen. Beim Forum für Unternehmen in Kupferzell berichtet die Ausbildungsleiterin der Stadt Schwäbisch Hall, Monika Pietsch, von durchweg guten Erfahrungen. „Teilzeitauszubildende sind gut strukturiert, hoch motiviert und ehrgeizig. Wer zu Hause eine Familie managt, kommt auch in einer komprimierten Ausbildung gut klar.“ Sie wünscht sich, dass der Weg als Alternative zur klassischen Ausbildung noch bekannter wird.

Einst Schule für Bauerntöchter

Informieren und Raum für Netzwerke schaffen, das hat sich das Aktionsbündnis Frau und Beruf zum Ziel gesetzt und Arbeitgeber zum Forum für Unternehmen in die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell eingeladen. „Unser Theresiensaal ist für die Veranstaltung perfekt geeignet, denn er ist nach Fürstin Therese zu Hohenlohe-Waldenburg benannt, die bereits vor 95 Jahren eine Schule für Bauerntöchter gründete, weil sie schon damals an das Potenzial der Frauen glaubte“, erzählt Akademieleiterin Gabriele Großkinsky.

30-Stunden-Woche

Doch die Akteure wollen die Teilzeitausbildung nicht nur durch eine rosarote Brille sehen. Sandra Müller-Reinke vom Netzwerk Teilzeitausbildung legt die Fakten auf den Tisch: „Voraussetzung ist eine 30-Stunden-Woche, oft ist es eine Herausforderung, für diese Zeit eine Kinderbetreuung zu organisieren. Die Vergütung ist der geringeren Arbeitszeit angepasst.“ Schreinermeister Roland Lederer bildet eine Tischlerin in Teilzeit aus: „Die Zeit für die praktische Ausbildung ist knapp bemessen und die Berufsschulen sind wenig flexibel, trotzdem ist dieser Weg für mich eine zusätzliche Chance, die freien Lehrstellen zu besetzen.“

Thekla Schlör, Leiterin der Arbeitsagentur, spricht von einer Win-win-Situation: „Für Arbeitnehmer bietet die Teilzeitausbildung eine neue berufliche Perspektive und Arbeitgeber gewinnen Auszubildende mit hoher Sozialkompetenz, die oft Vorerfahrung, auf alle Fälle aber Lebenserfahrung mitbringen.“

Bessere Kinderbetreuung

Für Hildegard Schulte von der Handwerkskammer gehört die Beratung zur Teilzeitausbildung zum Alltag: „Teilzeit-Ausbildung erfordert oft individuelle Lösungen.“ Sie wünscht sich Verbesserungen bei den Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Claudia Schwarz von der IHK erklärt: „Für Frauen, die während der Lehre schwanger werden, können normale Ausbildungsverhältnisse im Anschluss an die Elternzeit in Teilzeit umgewandelt werden.“

 Mit dem Thema „Beschäftigtenförderung“ zeigt Erich Schumacher, Weiterbildungsberater in der Agentur für Arbeit, den Arbeitgebern auf, wie sie ihre „Schätze“ veredeln und ihre Mitarbeiter an sich binden können. Er erklärt, wie Arbeitsagentur und Jobcenter mit Beratung und finanzieller Förderung unterstützen und spricht über die neu eingeführte Bildungsprämie.

Die Autorin ist Pressesprecherin der Arbeitsagentur.

Veranstalter des Forums für Unternehmer waren die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim (Susanne Ehrmann), das Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall (Bianca Biegel), das Jobcenter Hohenlohekreis (Kathrin Schmetzer und Kathrin Minderlen), die Kontaktstelle Frau und Beruf (Simone Rieß) und die Stadt Hall (Karin Eißele-Kraft). Sie haben sich im Aktionsbündnis Frau und Beruf zusammengeschlossen und planen weitere Foren. Dabei sind sie offen für Themenvorschläge aus den Reihen der Arbeitgeber.

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