Baumfreund und Hobbyimker

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Freunde unter sich: Jürgen Bayha an einem Baum in Großaltdorf. Der Elektrotechniker hat schon vielen Bewohnern beim Obstbaumschnitt geholfen und pflegt im Nachbarort Kerleweg eine 8000 Quadratmeter große Streuobstwiese.  Foto: 

Jürgen Bayha kommt gerade aus dem Garten. Es ist Samstagnachmittag, er bearbeitet seinen Apfelbaum, veredelt ihn. „Baumwart“ darf sich Bayha seit seiner Fortbildung im vergangenen Jahr nennen.

Der Elektrotechniker, dessen Eltern in Oberschmerach eine Landwirtschaft mit obligatorischer Streuobstwiese bewirtschafteten, hatte es immer schon mit Obstbäumen. In mehreren Kursen lernte er Baumschnitt, wollte aber sein Wissen noch vertiefen. Als fertiger Baumwart brauche er Übung, fand er. Nun pflegt er noch eine 8000 Quadratmeter große Streuobstwiese im Nachbarort Kerleweg.

Für 30 Bäume verantwortlich

Insgesamt ist er nun verantwortlich für rund 30 Bäume. Plus einem. Und der gehört den Landfrauen von Großaltdorf. Die haben den Topaz-Apfelstamm zu ihrem Jubiläum von der Kirche geschenkt bekommen. Bayha hat den Landfrauen beim Einpflanzen auf der Hochzeitswiese am Ortsrand geholfen. Die Frauen gießen, er schneidet – zumindest die ersten sieben Jahre, in denen es darauf ankommt.

Der Baumfreund hat schon vielen Großaltdorfern mit ihrem Obstbaumschnitt geholfen. „Der Bedarf ist groß.“ Aber er will nicht nur ihre Bäume schneiden, sondern ihnen auch das Wissen vermitteln. Vielen fehle nur ein bisschen Sicherheit. Und er sagt: „Der beste Schnitt ist überhaupt ein Schnitt.“

Nicht nur durch die Besuche in den Großaltdorfer Gärten kennt er den halben Ort. Der gut gelaunte Mann ist auch engagiert in der Kirche, wo er einmal in der Woche die Jungschar betreut. Er war selbst schon als Jugendlicher in der Kirche engagiert, hat in der Jungschar seine Annette kennengelernt, die damals seine Jung-
scharleiterin war.

Er verliebte sich in Annette und heiratete die Frau, die schon Jahre vor ihm, vom Bodensee aus, nach Großaltdorf gezogen war. Das Paar hat zwei Töchter. Annette Bayha war von 2004 bis 2009 Ortsvorsteherin des rund 850-Einwohner-Dorfs.

Natürlich war ihr Mann auch stets nah dran an der Kommunalpolitik. So fragte man ihn vor drei Jahren, ob er nicht in den Ortschaftsrat wolle. Erst schlug er drei andere vor, mit dem Versprechen: „Wenn die ,Nein’ sagen, mach’ ich es.“ Sie sagten „Nein“.

Aktuell schaut der Ortschaftsrat vor allem auf die Neugestaltung des Ortskerns an der Linde. „Übrigens eine so genannte ‚Hitlerlinde‘. Hitler ließ damals in deutschen Orten Linden pflanzen“, sagt Bayha.

Er denkt nach über die Entwicklung im Ort. Früher habe es einmal drei weitere Gaststätten gegeben, außerdem zwei Lebensmittelgeschäfte. Heute existiere noch ein Restaurant, ein Metzger und der Bäcker mit Grundnahrungsmitteln.

Das scheint für den in Hall bei der Firma Breitner Angestellten aber weniger bedeutsam zu sein. Wichtig sei das Leben im Ort. Er liebt die kleinen Gespräche mit den Menschen, die er beim Spaziergang trifft. Montags geht er zu seiner Turngruppe im Sportverein. Und er freut sich immer auf den Gottesdienst am Sonntag. „Das ist für mich ein Platz zur Erholung und Besinnung.“

Heimat ist für ihn Sicherheit

Heimat ist für Bayha eindeutig Großaltdorf. Was Heimat ausmache, sei nicht nur, dass man sich wohlfühle und die Menschen um einen herum kenne und schätze. Sondern für ihn bedeutet der Begriff auch Sicherheit.

Bei all den Dingen, die Jürgen Bayha so gerne macht, darf nicht vergessen werden: Das Resultat dieser Leidenschaft steht vor ihm auf dem Esstisch, nämlich ein Glas Blütenhonig. „Ich bin Hobbyimker.“ Seine Kunden wohnen natürlich in Großaltdorf.

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