Bahnhofsmodernisierung bleibt unsicher

Die Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim hoffen weiter auf Bahnhofsmodernisierungen. Einen Zeithorizont gibt es hingegen nicht.

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Leicht hatte es Sven Hantel, Landesbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG, nicht bei seinem Besuch in Hall. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade hatte zum sechsten Mal zum „Runden Tisch – Verkehrliche Infrastruktur in Schwäbisch Hall-Hohenlohe“ geladen und neben Hantel sind fast 30 Vertreter von Kommunen, Landratsämtern und Verkehrsverbänden gekommen.

Hantel ist noch nicht einmal fertig mit seiner Präsentation zum Bahnnetz in Baden-Württemberg, da wird er auch schon auf ein Thema festgenagelt. Das Thema Bahnhofsmodernisierung liegt vor allem Halls OB Hermann-Josef Pelgrim und Crailsheims Baubürgermeister Herbert Holl am Herzen. Bei dem Thema geht es vor allem um Barrierefreiheit. „Sind die Bahnhöfe Hessental und Crailsheim bei der nächsten Runde des Bahnhofsmodernisierungsprogramms des Landes endlich dabei?“, will Pelgrim wissen. Zuvor hatte Hantel erläutert, dass das laufende Programm bis 2018 abgeschlossen sein wird. Die Bahn wolle sich aber noch in diesem Jahr mit der Landesregierung zusammensetzten, um über eine Neuauflage des Programms ab 2019 zu sprechen. „Im Koalitionsvertrag steht, dass man weiter die Infrastruktur an den Bahnhöfen verbessern will“, so Hantel. Eine Budgetierung gebe es aber noch nicht und die Konditionen stünden auch noch nicht fest. „Die Bahn wird zwar den Löwenanteil tragen, aber ohne das Land geht es nicht“, so Hantel. Auf Pelgrims Frage kann er nur antworten: „Ich kann da jetzt nichts versprechen.“

Crailsheims Baubürgermeister Holl unterstreicht noch einmal: „Wir wollen konkrete Aussagen.“ Man bewege sich seit Jahren in einer „Metaphase“ – man könne ohne weiteres losplanen, was den kommunalen Teil der Modernisierungsarbeiten anbelange, aber ohne Zusagen sei mal in einer Warteschleife. „Wir müssen es schnell wissen, ob die Bahnhöfe mit im neuen Programm sind“, ergänzte Annette Sawade, damit alles „drumherum“ geplant werden kann. „Wir wollen nicht durch ein Raster fallen, daher müssen wir die Kriterien auch schnell wissen, nach denen Bahnhöfe in ein neues Programm aufgenommen werden“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner.

Hantel konnte nur noch einmal klarstellen, dass die Bahn erst noch Gespräche mit der Landesregierung führen müsse. „Wir sind ja auch eigentlich gar nicht so weit auseinander“, so der Bevollmächtige. Der Wille zum Ausbau auch der Bahnhöfe Hessental und Crailsheim sei da, aber ohne ein neues Modernisierungsprogramm könne man noch nichts sagen.

Die Politik wolle sich auf jeden Fall weiter für die Bahnhöfe einsetzen, so formulierte Sawade ihr Resümee der Diskussion. Spätestens im kommenden Jahr müsse man mehr Sicherheit haben: „Das wird auch von Herrn Hantel unterstützt.“

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