Awo hilft Schülern an der Maria-Montessori-Schule auf die Sprünge

Das Ziel lautet: Schüler gut von der Schule in den Beruf und ins Leben begleiten. Das dazugehörige Programm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Ilshofen lautet: Ansporn Plus.

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Wolfgang Guckisch ist ein Mentor von „Ansporn Plus“, der in der Maria-Montessori-Schule in Ilshofen ehrenamtlich Schüler begleitet. Mit Tobias Stoff bereitet er den Unterricht nach.  Foto: 

Für manche Schüler ist der Weg von der Schule in den Beruf ganz leicht. Für manche aber steinig und schwer. Denn diese Schüler können sich entweder nicht entscheiden. Oder sie haben den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Oder sie sind das, was man lapidar „schwer vermittelbar“ nennt – will heißen: Sie können nur schlecht Deutsch oder haben einen anderen Förderbedarf.

Bei diesen Menschen greift das Programm „Ansporn Plus“, das die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Schwäbisch Hall an Schulen im Landkreis anbietet ( siehe Infobox ). Finanziert wird es zum größten Teil von der Agentur für Arbeit, aber auch von anderen lokalen Kooperationspartnern.

Die Schüler profitieren davon – und zwar gleich mehrfach. Sie können an Seminaren teilnehmen, die in Modulen aufgebaut sind. „Das erste Modul hat das Ziel Potentialanalyse“, sagt Jürgen Vogel, der das Projekt bei der Awo betreut. Denn viele Schüler wissen gar nicht, was ihre Stärken sind. Also lernen sich die Schüler besser kennen. Vogel gibt ein Beispiel: „Wenn es um Führungsqualitäten geht, gibt es Schüler, die sagen: ‚Habe ich nicht’! Dabei leiten sie seit Jahren die Jugendgruppe ihrer Kirchengemeinde.“

Modul zwei heißt „Berufsorientierung“. Dabei geht es um Bewerbungen und um Tipps zur Berufswahl. Modul drei hat Schlüsselqualifikationen und Ausbildungsreife zum Thema.

Diese Module werden ergänzt durch Mentoren, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie sind das eigentliche Herzstück des Projekts: Es sind Frauen und Männer, die im Berufsleben standen oder stehen und die Jugendlichen dort unterstützen, wo sie ihre größten Schwierigkeiten haben. In manchen Schulen betreuen diese Mentoren ganze Schülergruppen, in manchen kümmern sie sich um einen. Dann sind die beiden ein so genanntes „Tandem“. Jürgen Vogel: „Wir versuchen, für jeden Schüler einen passenden Mentor zu finden.“ Braucht einer eher Nachhilfe, findet sich ein Lehrer im Ruhestand. Ist einer schon mit zwei Bewerbungen gescheitert, hilft ein Personaler. Oder ist sich ein Schüler nicht schlüssig, was er überhaupt machen will, zeigt ein Unternehmer mit viel Lebenserfahrung, wo die Reise hingehen kann.

„Unsere Schüler profitieren sehr von ihren Mentoren“, sagt Ursula Schwärzel, Leiterin der Maria-Montessori-Schule in Ilshofen. Kommt ein neuer Mentor an die Schule, „dann lernen wir ihn kennen und überlegen, zu welchem unserer Schüler er am besten passen würde“. Wenn der Schüler dann Lust hat, mitzumachen, werden die Tandems zusammengebracht. „Die beiden treffen sich regelmäßig in der Schule und tun das, was gerade nötig ist“, erklärt die Schulleiterin. Das können Vorbereitungen auf eine Klausur sein, Nachhilfe oder Beratungen zur Berufswahl.

„Wir hatten ein Tandem, das auch Freizeit miteinander verbracht hat. Denn der Schüler wusste nichts mit sich anzufangen, und wurde auch zuhause wenig unterstützt. Die beiden sind dann mal ins Kino oder ins Schwimmbad gegangen.“ Natürlich helfen die Mentoren auch bei der Entscheidung für oder der Suche nach einem Praktikum. „Die Teilnahme ist freiwillig. Und die Schüler sind stolz, einen Erwachsenen als Partner zu haben.“ Das Fazit der Schulleiterin: „Die Mentoren bereichern unseren Schulalltag.“

Fünf Schulen im Landkreis beteiligen sich bislang

Jugendliche „Ansporn Plus“ richtet sich an Schüler zwischen 15 und 17 Jahren in den Abschlussklassen der Gemeinschaftsschulen, der Werkrealschulen und der Maria-Montessori-Schule. Das Programm gibt es seit einigen Jahren an folgenden Schulen im Landkreis: Schulzentrum West  (Werkrealschulzweig) in Schwäbisch Hall, Helmut-Rau-Schule in Mainhardt, Schenk-Friedrich-Schule in Obersontheim und an der Maria-Montessori-Schule in Ilshofen. Im Jahr 2016 kam das Schulzentrum Bühlertann zum Awo-Projekt dazu.

Anzahl Insgesamt 183 Schüler profitieren vom Angebot, 33 Mentoren engagieren sich ehrenamtlich. Wer sich ebenfalls engagieren will, kann sich bei der Awo melden. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Thema. Internetseite: www.awo-sha.de uts

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