Ausverkaufte Premiere bei „Oh, wie schön ist Panama“ in Leofels

Mit dem Kinderstück „Oh wie schön ist Panama“ hat das Ensemble der Burgschauspiele Leofels eine gelungene Premiere auf die Bühne gebracht. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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Maske, Bühnenmalerei und Technik geben dem Stück - mit einfachen Requisiten – einen bunten Charakter, der zur Spielstätte passt.  Foto: 

„Kleiner Bär, wo bist du?“, ruft  der kleine, gelb-braun-gestreifte Tiger, mit seiner ebenso gelbgestreiften Tigerente auf dem Arm. Schon mischen sich die kleinen Zuschauer vor der Bühne ins Geschehen ein und rufen: „Unter der Decke auf dem Sofa!“

Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten. Der abenteuerlustige Bär und der kleine Tiger sind dicke Freunde und leben gemeinsam in ihrem gemütlichen Haus am Fluss. Irgendwann langweilen sie sich und glauben, dass es in der weiten Welt noch viel schöner sein muss als zu Hause. Durch eine Holzkiste mit der Aufschrift „Panama“, die so herrlich nach Bananen riecht, packt sie das Fernweh. Die beiden machen sich auf in das Land ihrer Sehnsucht.

Aus einem Loch wird plötzlich Erde auf die Bühne geworfen

Leanne Frank und Bernd Ruppe, die  in die Rolle von Tiger und Bär geschlüpft sind, verkörpern diese beiden Hauptdarsteller ideal. Aber auch alle weiteren skurrilen Typen, denen die beiden auf ihrem Weg „in das Land ihrer Träume“ begegnen, verkörpern ihre Rollen mit großer Hingabe. Viel zu lachen haben die Kinder mit dem Reiseesel Mallorca (Franz Schultz), der sich auch mit nach Panama aufmacht. Alle drei treffen dann die lustige, poppige „Frau Kuh“ (Michelle Frank). Wolfgang Utner verkörpert Fuchs und Löwe, bei seinem Löwengebrüll sucht das eine oder andere Kleinkind unter den Zuschauern, den schützenden Arm der Mama. Die beiden lustigen Frösche, „Foschilo“ (Micha Laukemann) und Froschili (Dieter Kraft), gleichzeitig Regieassistent, tragen aber wieder schnell zu allgemeinem Gelächter bei. Ein kurioser, schriller Vogel in hochhackigen roten Schuhen verkörpert „die Henne“, Tassilo Frank begeistert dabei ganz besonders die erwachsenen Zuschauer.

Plötzlich öffnet sich ein Brett auf der Bühne und aus dem Loch wird Erde herausgeworfen. „Wer sind Sie denn?“, fragen Tiger und Bär erstaunt. Auch hier kommt schneller die Antwort vom kleinen Publikum: „Der Maulwurf!“, schallt es durch die altehrwürdige Burgruine Leofels. Tatsächlich steigt der Maulwurf „James Blind“, alias Madleen Bauer, aus seinem Loch heraus und erklärt: „Es ist nicht wichtig, was man sieht, sondern wie man es sieht.“ Eine kleine Maus (Emma Maucher) springt immer wieder über die Bühne und tippt auf ihrem Handy  oder macht Selfies. Die gleiche Darstellerin erscheint auch noch hoch oben auf der Mauer der Ruine, als ihren Gesang übende „Krähe“.

Es gelingt dem kurzweilig aufgeführten Stück, die Spannung zu halten, bis der kleine Bär, der Tiger und die Tigerente „im Land ihrer Träume“ angekommen sind, dort wo es so schön ist, wie in Panama. „Im Hinblick auf das aktuelle Zeitgeschehen wird das fiktive Panama zum Sinnbild von Akzeptanz und Neugierde, einem idealisierten Ort ohne Ablehnung und Vorurteile“, beschreiben die Veranstalter ihr Stück. Damit ist der Regisseurin Justine Bauer und dem ganzen Burgschauspiele-Team eine wunderbare Inszenierung gelungen.

Info Vorstellungen: 28. Juni sowie am 2., 3., 6. und 9. Juli. Beginn: Samstag und Sonntag um 15 Uhr, Dienstag und Mittwoch um 10 Uhr. Karten und Infos: www.burgschauspiele.de, Erika Schneider: 07952/5655, Stadt Ilshofen: 07904/702-0
 

Die Regisseurin

Justine Bauer studiert freie Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, in der Klasse für Intermedia bei Professor Alba D’Urbano. Hauptsächlich arbeitet sie mit Film und Fotografie, beschäftigt sich aber auch mit Wortkonstruktionen und Rauminstallationen und dem Theater. Ihre experimentellen Kurzfilme werden international auf Filmfestivals gezeigt. joh

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