Ausgefuchst

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall muss ihren Fuchs zurück in den Bau holen: Die Plüsch-Version des Maskottchens weist Mängel auf und ist daher nicht für Kleinkinder geeignet. 100000 Artikel sind betroffen.

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Spitze Ohren, rötliches Fell, gelbes T-Shirt: Neben den vier gestapelten Bausteinen hat die Bausparkasse Schwäbisch Hall auch ein anderes bekanntes Aushängeschild: den Fuchs. Die Marke hat sich mit dem Maskottchen ein Symbol geschaffen, das sogar von kleinen Kindern erkannt wird. Seit 1975 wirbt der europaweite Branchenprimus mit dem Fuchs - ausgerechnet der bereitet nun aber Sorgen.

Denn das schlaue Tierchen taucht nicht nur in Werbespots auf, sondern wird vom Haller Unternehmen auch gerne als Plüschfigur in handlicher Form an Kunden verschenkt. Nun aber muss die Bausparkasse den Fuchs schnell wieder in den Bau zurückholen. Grund: Eine interne Qualitätskontrolle habe ergeben, dass sich Kleinteile ablösen könnten. Knöpfe und Etiketten könnten bei ruppigem Umgang abfallen und von Kleinkindern verschluckt werden, teilt das Unternehmen auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Außerdem seien die eingearbeiteten Drahtgestelle zu hart und könnten zu Verletzungen führen. Bislang sei niemand zu Schaden gekommen, heißt es weiter. Betroffen sind Füchse, die nach Oktober 2012 produziert und ab 2013 ausgegeben wurden, außerdem weitere Werbeartikel (siehe Info).

Doch wie kann ein fehlerhaftes Produkt überhaupt auf den Markt kommen? Das Haller Unternehmen bezieht die Füchse nach eigenen Angaben von einem Lieferanten aus Baden-Württemberg, der diese aus China importiert. Ein Sprecher versichert, dass die Füchse, bevor sie an Kunden verschenkt wurden, von einem externen Prüfinstitut getestet worden seien. Die jetzt bekannten Mängel seien damals nicht bemerkt worden - erst jetzt nach einer freiwilligen Zusatzkontrolle.

Die Stiftung Warentest warnt auf ihrer Homepage vor den Füchsen. Plüschtiere gehörten zu den Spielzeugen, die für Kleinkinder unter drei Jahren grundsätzlich geeignet seien. "Deshalb müssen sie die Vorgaben der Spielzeug-Richtlinie für diese Altersgruppe einhalten." Das Werbegeschenk erfülle die Kriterien nicht.

Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erklärt die besondere Gefahr. "Kleinkinder nehmen Plüschtiere sehr schnell in den Mund. Hier gibt es verschluckbare Einzelteile." Die Anstalt habe nun eine europaweite Warnung herausgegeben.

Zuständig ist die Marktaufsichtsbehörde des Regierungspräsidiums Tübingen. Sie hat den Fuchs als "mittleres Risiko" eingestuft, so Pressereferent Carsten Dehner. Die Bausparkasse habe aber von selbst die gesetzlich vorgeschriebene Meldepflicht eingehalten und mit entsprechenden Warnungen ausreichend gehandelt. Für Dehner ist das dennoch ein besonderer Vorgang, denn die Bausparkasse muss nun 100000 Plüschtiere aus dem Verkehr ziehen. "Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo so viele Produkte auf einmal zurückgerufen wurden."

Diese Zahl wollte das Unternehmen selbst nicht offenlegen, schweigt auch zum finanziellen Schaden. Ein Teil der Produkte liege aber noch in den Schubladen der kooperierenden Banken und Außendienstmitarbeiter und könnte problemlos entsorgt werden, heißt es in der offiziellen Erklärung. Beschenkte Kunden, soweit das nachvollziehbar ist, würden von der Bausparkasse informiert. Das Unternehmen bittet, die Produkte umgehend aus den Kinderzimmern zu entfernen und zu entsorgen. Die Bausparkasse tausche die Füchse auf Wunsch auch aus.

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