Ausdrucksstarker Chorgesang

Der Epinaler Kammerchor "Poly-Sons" hatte bei seinem Besuch in Hall nicht nur französische Chormusik im Gepäck. Bei seinem Konzert auf der Kleincomburg gab es vor allem wunderbaren Gesang zu hören.

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Schöne Kontraste zwischen hohen und tiefen Stimmen: Das Ensemble "Poly-Sons" begeistert die Zuhörer beim Konzert auf der Kleincomburg. Foto: Ralf Snurawa

Mit französischer Romantik - in dieser Region leider viel zu selten zu hören - eröffneten die 16 Sänger aus Epinal unter der Leitung von Damien Guedon ihr Konzert. Weich und zart getönt intonierten sie die "Romance du soir" von Camille Saint-Saëns. Mit "Des pas dans l"allée" steigerten sie sich noch im stimmlichen Zurücknehmen. Ruhig und fast verloren im Ausdruck, aber sanft gehalten, gestalteten sie den Gesang über Einsamkeit.

Nicht minder empfunden war danach als ebenfalls romantisches Pendant aus dem deutschsprachigen Raum Johannes Brahms "Erlaube mir" zu hören. Später wurde noch ein weiteres Chorlied dieses Komponisten, die "Waldesnacht", sehnsuchtsvoll ausgedeutet. Das Hymnische zu Josef Rheinbergers "Abendlied" hoben die Chorsänger ebenfalls schön hervor.

Auch ein englischer Komponist war mit zwei Werken im Programm vertreten: Charles Villiers Stanford. Zu "Justorum animae" gab es Steigerungen ins Kraftvolle. "Beati quorum via" brachte schöne Kontraste zwischen hohen und tiefen Stimmen. "Poly-Sons" war dabei auf die Schönheit des Chorklangs aus.

Beinahe soghafte Wirkung hatte zuvor Saint-Saëns "Calme des nuits" hervorgerufen. Feinsinnig ließen die Sänger aus Epinal bei "Les fleurs et les arbres" des gleichen Komponisten das Ineinandergreifen der Stimmen und die klanglichen Abstufungen zur Entfaltung kommen.

Zart innig gingen sie Claude Debussys "Dieu! Qu"il fait bon regarder" an. Gewitzt erklang "Yverm vous b"estes qu"un vilain". Daran knüpften sie mit Maurice Ravels "Ronde" an. Spannungsreich und mit Esprit ließ der Chor das scherzoartige Werk mit seinen Wortspielen zu einem klanglichen Erlebnis werden.

Gegensätze standen im Mittelpunkt von "Nicolette": hier das freche, kecke und aufgeweckte Tönen, dort das zurückgenommene und geschwächt wirkende Tönen. Hier die junge Frau, dort der Greis, dem sie sich trotz seiner Häßlichkeit wegen seines Geldes in die Arme wirft.

Paradiesisch schön erklang zwischen diesen beiden Chorstücken Ravels das "Trois beaux oiseaux du Paradis". Zart und abgeklärt, leicht trauernd im Ausdruck, wussten dies die Sänger wiederzugeben. Und sie verstanden es, den Chorklang wunderbar klar zu gestalten.

Nicht nur dafür dankte das etwas spärlich vertretene Publikum in der wunderbar kühlen Ägidiuskirche der Kleincomburg mit lang anhaltendem, teilweise stehend gegebenem und herzlichem Beifall. Es waren etwa 50 Besucher gekommen. Als Zugabe gab es Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" zu hören, die bekanntlich auch die Europa-Hymne ist.

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