Auf der Suche nach Effizienz

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Gottfried Gronbach betankt seinen Tesla, Heinz Kastenholz, Leiter des Energiezentrums fährt ein Elektro-Moped.  Foto: 

Das EU-Projekt „Em­power“ hat das Ziel, einen lokalen Strommarkt für Stromerzeuger und Stromverbraucher zu schaffen. Der Strom soll möglichst dort, wo er erzeugt wird, angeboten und verbraucht werden. An der Studie nehmen außer Wolpertshausen als Gemeinde in Mitteleuropa, eine Kommune im kalten Norwegen und eine Insel im Mittelmeer bei Malta teil.

„Wolpertshausen wurde ausgewählt, weil wir hier schon sehr viel erneuerbare Energie haben“, so Heinz Kastenholz vom Energiezentrum des Landkreises. „Wir haben letztes Jahr drei öffentliche Gebäude in Wolpertshausen, das Rathaus, den Europasaal und den Bauhof, mit Messgeräten ausgestattet. Sie nehmen detaillierte Daten zum Stromverbrauch und zur Erzeugung von Strom auf“, erklärt er. Diese würden zur Firma „NewEn Projects“ nach Bremen geleitet, die die Daten auswertet. Es geht darum, die Strom­erzeugung und den Stromverbrauch im Modell auf Gemeindeebene durch intelligente Mess- und Kontrollsysteme optimal aufeinander abzustimmen.

Die Ergebnisse sollen auch in Modellberechnungen auf europäischer Ebene einfließen. „Wenn sich heute wegen der niedrigen Temperatur um 6 Uhr früh in einem öffentlichen Gebäude die Wärmepumpe zuschaltet, aber sie eigentlich erst später gebraucht wird, wäre es sinnvoll, sie erst zwei Stunden später zuzuschalten, wenn die Fotovoltaikanlage den Strom für die Pumpe liefern kann“, nennt der Energieexperte ein einfaches Beispiel.

Auch Privathaushalte dabei

Ökopionier Gottfried Gronbach nimmt mit seiner Firma an dem Projekt teil. „In der Vergangenheit lag mein Hauptaugenmerk auf der Stromerzeugung, jetzt wird die Einbindung in ein Stromsystem mit regionalem Handel immer wichtiger“, sagt der Unternehmer, der unter anderem Nahwärmenetze auf der Basis von Biogas- oder Hackschnitzelanlagen plant und baut.

Auch sechs Privathaushalte in Wolpertshausen nehmen an dem Projekt teil, darunter die Familie Füssel. „Wir interessieren uns für intelligente Stromnetze. Das ist die Zukunft. Deshalb finden wir es sinnvoll, so ein Projekt zu unterstützen“, sagt Cornelia Füssel.

Die Hauptaufgabe des „Em­po-
wer“-­Projekts ist die Entwicklung eines Managementsystems als lokale Handelsplattform. „Wir testen die Funktion der Plattform an einzelnen Tagen nacheinander an den drei Standorten. Anfang September ist sie für Wolpertshausen zum ersten Mal online gegangen. Das Modellprojekt soll zum Beispiel zeigen, ob über das System überflüssig produzierter Strom eines Haushalts zu einem anderen, der Strom benötigt, umgelenkt werden könnte. „Als Nebeneffekt hoffen wir, dass die beteiligten Privatpersonen die Informationen aus den Daten dazu verwenden, sparsamer mit Strom umzugehen. Zum Beispiel, dass sie ihre Waschmaschinen mittags laufen lassen, wenn ihre Solarmodule viel Strom produzieren“, so Grambauer.

Dokumentation am Jahresende

An den beiden ersten Testlauftagen im August und September gab es noch Probleme mit nicht funktionierenden Messgeräten. Ergebnisse, die letztendlich dazu führen sollen, Stromverbrauch und -erzeugung in Balance zu halten, erwartet Projektleiter Henrik Steinert nicht vor Ende Oktober: „Bis wir alles dokumentiert haben, dürfte es aber bis zum Jahresende dauern“

Das Projekt „Empower“ wird durch das EU-Programm „Horizont 2020 – Forschung und Innovation“ finanziert. Dabei kooperieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Frankreich, Norwegen, der Schweiz, Spanien, Malta und Deutschland.

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